Freitag, 19. Juli 2019
Dienstag, 25. Juni 2019

TORGAU

Grundschule am Rodelberg feiert 25-jähriges Bestehen

Vor dem Start des Programms warteten die Grundschüler auf ihren großen Auftritt.Foto: TZ/Perz

von unserer Volontärin Elisa Perz

Torgau. Ehemalige Lehrer und Bauverantwortliche blickten mit dem jetzigen Schulteam am Montag auf das Geschaffte zurück. Bestandteil des Programms war auch das „Rodelberglied“, das erstmals präsentiert wurde.

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Ein Logo besitzt die Grundschule am Rodelberg schon seit mehreren Jahren. Ebenso eine Schulflagge. Seit zwei Tagen kann die Einrichtung auch offiziell einen Song, eine Hymne sozusagen, ihr Eigen nennen. „Rodelberglied“ nennt sich das Musikstück, das die Erst- bis Viertklässler am Montagabend anlässlich der Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag der Schule erstmals präsentierten.

Zu den Anwesenden zählten neben den Kindern viele jetzige und ehemalige Lehrer, damalige Bauverantwortliche, Planer und Zuständige der Stadtverwaltung, einstige und derzeitige Vorstandsmitglieder des Fördervereins der Grundschule, Torgaus Beigeordneter Dr. Lars Fähling und Schulleiterin Bettina Schwengber. Letzterer war die Freude über das 25-jährige Bestehen im Gesicht abzulesen. „Es macht Spaß, Chef an dieser Schule zu sein“, sagte sie stolz, gab aber gleichzeitig zu, dass die Schüler jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung seien.

Lernerfolge für jeden

Derzeit lernen fast 230 Kinder aus 19 Nationen, darunter Slowakei, Libanon, Venezuela, Griechenland und Deutschland, am Rodelberg. „Das ist nicht immer einfach. Unterschiedliche Schulbiografien, Sprachverständigungsschwierigkeiten und verschiedene Mentalitäten treffen aufeinander. Einen Klassenverband zu formieren, in dem alle geachtet und wertgeschätzt werden, in dem sich alle vorurteilsfrei und ohne Gewalt begegnen, gehört momentan zu unseren größten Aufgaben. Wir wollen die Vielfalt nutzen und allen zu Lernerfolgen verhelfen.“

Das ist dem Grundschulteam in der Vergangenheit bereits gut gelungen, wie der Rückblick von Bettina Schwengber zeigte. Sie hält zwar erst seit 2005 das Zepter der Einrichtung in der Hand, trotzdem wusste sie genau, dass die eigentliche Aufgabe der Lehrkräfte, die Schule mit Leben zu erfüllen, am 13. August 1994 begonnen habe. An jenem Tag hatten 74 Schüler „von dieser hochmodernen Bildungseinrichtung“ unter der Leitung von Elvira Hoyer Besitz ergriffen. „Der Schulalltag war eingezogen.“

Seitdem sind viele Erst- bis Viertklässler in der Schule Ein und Aus gegangen. Für sie standen abgesehen von dem Stundenplan zahlreiche Lern- und Spielfeste, Lesewettstreite oder Matheolympiaden auf dem Programm. Lange Zeit konnte die Grundschule am Rodelberg auch auf ein Alleinstellungsmerkmal verweisen. Durch die behinertengerechte Ausstattung haben ebenfalls Kinder mit einer körperlichen Behinderung die Möglichkeit, an der Schule zu lernen. Darüber hinaus bildet der benachbarte Verkehrsgarten der Gebietsverkehrswacht Torgau eine weitere Besonderheit. „Da staunten manche Zaungäste nicht schlecht: So eine moderne Schule in Torgau“, stellte Bettina Schwengber heraus und versicherte: Diese Meinung halte sich bis heute.

Spielplatz wird am Mittwoch eingeweiht

Trotzdem gebe es nach 25 Jahren das eine oder andere Defizit. So merkte die Schulleiterin an: „Es ist nicht nur der Klimawandel, sondern es sind auch die warmen Sonnenstrahlen, die ab Mitte Mai fast alle Klassenzimmer kräftig aufheizen und morgens schon für 29 Grad sorgen. Wir sind froh, dass die alten Markisen noch halten, aber ein generelles Überdenken der Klimatisierung unserer Schule ist dringend geboten.“
Das ließ sich Dr. Lars Fähling nicht zwei Mal sagen. Als er die Möglichkeit bekam, ebenfalls ein paar Worte an die Gäste zu richten, garantierte er, „auch noch ein paar Euro für den Sonnenschutz zu finden.“

Dieses Versprechen spiegelte am Montagabend das allgemeine Verhältnis von der Schule zur Stadtverwaltung wider. Die Schulchefin betonte, dass sie sich in all den zurückliegenden Jahren immer auf die Stadt habe verlassen können. Ebenso sei der Förderverein der Einrichtung, der sich 1995 gegründet hatte, stets ein verlässlicher Partner gewesen. Und der Schulalltag funktioniere nicht zuletzt so gut, weil die Eichrichtung personell gut aufgestellt sei.

„Auch fortan möchten wir die Kinder anspornen und weiterbringen, Höhepunkte im schulischen Alltag schaffen, die Gemeinschaft fördern und besondere Leistungen würdigen“, wagte Bettina Schwengber gegen Ende ihrer Rede einen Blick in die Zukunft.

Bereits am morgigen Mittwoch steht für sie, ihre Kollegen und die Grundschüler ein weiterer wichtiger Termin an: Der Spielplatz auf dem Schulgelände wird offiziell eingeweiht. Das nimmt das Schulteam zum Anlass, gemeinsam mit Eltern und Großeltern ein großes Sommerfest zu feiern. Dem 25. Geburtstag der Einrichtung wird dabei ebenso noch einmal bedacht.


 

Kurzer Abriss der Geschehnisse rund um das Gründungsjahr 1994:

September 1993: Stadtrat beschließt einstimmig den Grundschulneubau. 9,8 Millionen Euro werden in das Projekt investiert.

Oktober 1993: Die Grundsteinlegung für den Bau der Einrichtung erfolgt.

11. August 1994: Offizielle Schlüsselübergabe fand statt.

13. August 1994: 74 Einschüler beginnen ihren ersten Tag an der Grundschule.

1995: Förderverein der Grundschule gründet sich.

Dezember 1995: Die Stadtverwaltung veranlasst die Einzäunung des Schulgeländes. Grund dafür waren Randalen von Jugendlichen auf der Sportanlage, die Zerstörung der Heizungsrohre im Außenbereich und die Bedrohung von Reinigungskräften.

 

 

Stimmen aus dem Publikum:

 



Da waren sie wieder vereint: Sebastian Kretzschmann, einst Schüler in der Einrichtung, traf am Montag auf seine ehemalige Klassenlehrerin Constanze Große, die immer noch am Rodelberg unterrichtet, und die damalige Schulleiterin Elvira Hoyer (links). Zusammen ließen sie sich vor der Treppe im Schulgebäude ablichten und erinnerten sich dabei an die offizielle Eröffnung der Einrichtung 1994 zurück. Denn genau an jener Stelle hatte Kretzschmann gemeinsam mit dem damaligen Sächsischen Kultusminister Friedbert Groß das symbolische Band durchgeschnitten. Die TZ fragte bei allen drei Personen nach, wie sich die Grundschule in den vergangenen 25 Jahren verändert hat.

Elvira Hoyer: „Die Schule ist eine Oase für Kinder geblieben, wie sie schöner nicht sein kann. Die Räumlichkeiten und das Umfeld bieten all das, was Grundschüler für ihre Entwicklung brauchen. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, hier zu arbeiten und ich erinnere mich immer noch gerne an die damalige Zeit zurück.“

Sebastian Kretzschmann: „Im Grunde hat sich kaum etwas verändert. Vieles ist noch genauso, wie ich es in Erinnerung hatte. Als ich hier eingeschult wurde, erschien mir alles hochmodern. Den gleichen Eindruck habe ich heute noch, nur mit dem Unterschied, dass sich die Technik weiterentwickelt hat. Mein Sohn wird ab August die erste Klasse in der Grundschule am Rodelberg besuchen und ich lasse ihn mit sehr gutem Gewissen hier einschulen. Die Schule ist einfach super.“

Constanze Große: „Einerseits hat sich sehr viel verändert. Besonders die Technik im inneren Bereich des Gebäudes wurde auf den neuesten Stand gebracht. Da denke ich zum Beispiel an die Whiteboards in den Klassenzimmern. Außerdem ist das Umfeld der Schule viel grüner, die Bäume sind seit der Eröffnung immens gewachsen. Andererseits ist die schöne Atmosphäre und die Ruhe geblieben. Wenn mal alle Schüler ganz leise sind, hört man draußen die Vögel zwitschern anstatt Autos vorbeifahren.“


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