Dienstag, 15. Oktober 2019
Dienstag, 25. Juni 2019

TORGAU

"So habe ich noch nie geschwitzt"

Badminton-Chef Mirko Stock zeigt TZ-Sportredakteurin Eileen Jack, wie es richtig funktioniert.Foto: TZ/S. Stöber

von unserer Sport-Redakteurin Eileen Jack

Heiß war‘s in der Sporthalle in Torgau Nordwest. Schon nach dem Umziehen und lockeren Warmrennen fürs folgende Badminton-Training lief mir der Schweiß, noch nicht in Strömen aber doch ziemlich stark.

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Heiß war‘s in der Sporthalle in Torgau Nordwest. Schon nach dem Umziehen und lockeren Warmrennen lief der Schweiß, noch nicht in Strömen aber doch ziemlich stark. Eigentlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt bereits zusammen packen und wieder Heim fahren können. Geschwitzt hatte ich ja schonmal. Aber drücken galt nicht. Mirko Stock von der Abteilung Badminton im SSV 1952 Torgau hatte mich gemeinsam mit seiner Mannschaft zum Training eingeladen. Und da war ich nun, bereit, mich im Badminton auszuprobieren. „Das bisschen Federball werde ich schon hinkriegen“, dachte ich mir, natürlich nur im Stillen. Mirko aber schien zu ahnen, was in meinem Kopf vorgeht, und wollte mir ganz offensichtlich zeigen, das Badminton eben kein Federball ist und nichts mit vermeintlichem Pillapalle zu tun an.
Wie schwitzt eine Frau?
Kaum hatte ich den Schläger, der im Übrigen so gut wie nichts wog und problemlos als Verlängerung meines rechten Arms diente, ging es auch schon los, das Warmspielen. Erst einmal schlugen wir beide – Mirko Stock und ich – die Bälle locker hin und her. Der Experte wollte erst einmal sehen, ob ich den Ball überhaupt treffen würde. Ganz langsam kamen die Rückspiele etwas härter, mal auf die rechte, mal auf die linke Seite. Immer wieder versuchte ich es mit der Vorhand – links ein wenig schwierig. Zeit für Mirko, mir zu zeigen, wie das mit der Rückhand funktioniert. Kurz erklärt und schon ging‘s weiter. Ich staunte über mich selbst, wie gut das doch klappte. Kaum ein Ball ging verloren, die Zuspiele dauerten Minuten. Ich schwitzte wie ein Schwein, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. Tagelang habe ich gegrübelt, wie ich es wohl am besten umschreibe, am feinsten verpacke, wenn bei einer Frau wie mir der Schweiß in Strömen fließt. Aber die einfache und geläufige Formulierung „schwitzen wie ein Schwein“ trifft es doch am allerbesten. Auch wenn ich natürlich bis heute nicht wirklich weiß, wie die rosa Tierchen mit Rüssel und Ringelschwanz wirklich schwitzen.
Plötzlich war Gefühl gefragt
Zurück zum Badminton. Mirko schwitzte ich offensichtlich noch nicht genug. Mit  einem breiten Grinsen im Gesicht kündigte er mir an, mich ein wenig laufen lassen zu wollen. Konkret heißt das, er spielte den Ball erst kurz, dann lang, dann wieder kurz und wieder lang.... und ich musste versuchen, ihn jedes Mal per Badminton-Schläger wieder zurück übers Netz zu befördern und am besten so, dass der Experte ihn zum nächsten „Angriff“ in meine Richtung befördern konnte. „Trinkpause“ – was für ein wundervolles, wohlklingendes Wort! Her mit dem Wasser und in mich rein geschüttet. Das tat gut. Endlich wurde es ein wenig ruhiger – zumindest mal kurzzeitig zwischendurch. Angaben sollte ich üben, kurze, flach übers Netz, aber doch ins gekennzeichnete Spielfeld, am besten kurz hinter die Linie. Da war Gefühl gefragt. Während ich bis dahin immer wieder mit viel Kraft gegen den kleinen Ball gepfeffert hatte, sollte ich plötzlich ganz feinfühlig – aber auch nicht zu leicht – den Ball übers Netz befördern. Eine wirklich schwierige Angelegenheit. „Zu lang, immer noch zu lang, der war jetzt zu kurz“, rief mir Mirko Stock immer wieder entgegen. Es kam mir so vor, als wolle er mich doch ein wenig ärgern. Dabei gab er ja eigentlich nur Tipps, wie ich die Angabe besser hinkriegen würde. Schließlich soll der Gegner im eigentlichen Spiel nachher Probleme haben, an den Ball heran zukommen. Ich tat mich schwer – Feingefühl, zumindest im Sport, ist eindeutig nicht mein Ding.
Zum Abschluss ein Doppel
Und trotzdem fiel das Zwischenfazit des Experten nach der Erwärmung recht positiv für mich aus. „Ein paar Grundschläge sind schon sauber gekommen, natürlich nicht so, wie man es von den Profis erwarten kann. Aber als Anfänger stellt sich Eileen tiptop an“, brachte es Mirko Stock auf den Punkt. Na, wenn das mal kein Lob ist. Ich habe mich aber auch echt angestrengt. Und ich hatte Spaß. Ja, Badminton könnte tatsächlich meine Sportart werden.
Zum Abschluss der anstrengenden aber wirklich schönen Trainingseinheit, spielte ich mit den Mädels im Team ein Doppel.   Dabei förderten wir gemeinsam durchaus gute Spielzüge zu Tage. Den ersten Satz konnten meine richtig gute und agile Partnerin – ja, ein wenig bewunderte ich ihre Abgebrühtheit und Sicherheit im Spiel – klar gewinnen. Im zweiten schwächelten wir ein wenig, naja, wohl eher ich. Aber sie machte mir Mut, „streichelte“ mich mit Worten. „Alles nicht so schlimm“, warf sie immer wieder entgegen. Trotzdem ärgerte ich mich über jeden Fehler, der uns einen Punkt kostete beziehungsweise unserem gegnerischen Team einen schenkte. Letztendlich verloren wir diesen zweiten Satz, also war ein dritter notwendig, um eine Entscheidung herbei zu führen. Und es ging hin und her, mal punkteten wir, mal die anderen. Keiner konnte sich entscheidend absetzen. Plötzlich stand es 19:18 für uns. Ich war am Aufschlag und eigentlich schon darauf vorbereitet, dass der nächste Punkt direkt an unsere Gegner geht. Doch irgendwie bekam ich die Angabe richtig gut hin – Punkt für uns. Und noch einmal eine Angabe. Die funktionierte ebenfalls, auch wenn unsere Gegnerin an den Ball kam. Meine Partnerin aber zeigte sich einmal mehr ganz stark und machte den  Puntk für uns.
Und dann kam sie, meine letzte Angabe für dieses schweißtreibende Training. Zwei Mal musste ich dem Ball noch hinterher hechten. Dann stand fest: Wir hatten gewonnen – 2:1 nach Sätzen. Ein tolles Gefühl und ein wirklich schöner sportlicher Abend für mich. Badminton ist eine klasse Sportart, schweißtreibend und ja, auch ein bisschen kraftraubend. Ich fiel wie ein Stein in mein Bett und habe wirklich gut geschlafen. Mit Muskelkater hatte ich nach dieser Trainingseinheit kaum zu kämpfen. Mein rechter Arm war zwar an den nächsten beiden Tagen ein wenig schwer, aber das gab sich schnell wieder. Da hatte ich diesmal echt Glück – und auch das ist ein Grund, warum ich mir Badminton für mich als regelmäßige Sportart durchaus gut vorstellen können.

Info:

Die Abteilung Badminton beim SSV 1952 Torgau setzt sich aus einer Erwachsenengruppe und einer Nachwuchstruppe zusammen. Letztere besteht aus 14 bis 16 Kindern und Jugendlichen ab einem Alter von etwa elf Jahren. „Wir trainieren immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr in der Halle des Johann-Walther-Gymnasiums“, erklärt Übungsleiter Mirko Stock.
Die Erwachsenen – eine Gruppe aus etwa 30 Badminton-Begeisterten – geht ihrem Lieblingssport immer Dienstag von 20 bis 22 Uhr in der Sporthalle Nordwest nach.
„Wer Interesse an einer der beiden Gruppe hat, kann doch einfach mal beim Training vorbei schauen. Schläger und Bälle haben wir immer da. Zwei bis drei Mal können Interessenten bei uns zum Probetraining kommen, dann sollte eine Entscheidung für oder gegen den Sport fallen“, sagt Mirko Stock.
Informationen über die Abteilung gibt‘s auch im Internet auf der Homepage oder auf der Facebookseite des SSV 1952 Torgau.

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