Freitag, 28. Februar 2020
Montag, 1. Juli 2019

DREIHEIDE

Kleine Tiere, großer Ärger

Ein Schild weist auf das Kreuzen der Kröten hin. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Süptitz. Für die nächsten fünf Jahre soll der Süptitzer Mühlenweg gesperrt sein. Mit der Maßnahme sollen Kröten auf ihrer Wanderung geschützt werden. Der Ortschaftsrat möchte nun gegen die Sperrung vorgehen.

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Gut zwei Monate ist es mittlerweile her, dass ein Leser an die TZ mit der Frage herantrat, warum denn ein Teil des Mühlenwegs am Süptitzer Stausee gesperrt und nur für Anlieger frei sei. „Krötenschutz“ lautete damals die Antwort, welche die TZ von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises einholte. Fünf Jahre lang sollte diese Sperrung, die die Kröten während ihrer Wanderung vom Waldgebiet in die Süptitzer Teiche schützen soll, anhalten, was in der jüngsten Sitzung des Dreiheider Gemeinderats in Großwig für reichlich Unmut sorgte.

Man habe das Thema bereits im Ortschaftsrat, sagte Peter Klepel, seines Zeichens Süptitzer Ortsvorsteher und Gemeinderat in Dreiheide, am Dienstag.  „Ich habe von keinem Bürger bisher gehört, dass auf dieser Strecke auch nur eine einzige Kröte zu sehen gewesen wäre. Wir haben uns deshalb auch an das Landratsamt gewandt und die Rückmeldung bekommen, dass die Straße noch für die nächsten fünf Jahre gesperrt sein soll.“ Man wolle nun alle Hebel in Bewegung setzen, um gegen diesen „Blödsinn“, so die Worte Klepels, vorzugehen. Im Ortschaftsrat sei man einstimmig zu diesem Schluss gekommen. „Es ist eine absolute Frechheit. Die Krötenwanderung ist längst vorbei und die Schilder stehen immer noch“, machte Klepel seinem Ärger Luft. Auch der amtierende Bürgermeister Hans-Jürgen Fink schloss sich dem Unmut Klepels an und betonte, dass alles seine Grenzen habe.

Für die nächsten fünf Jahre soll ein Teil des Mühlenwegs nur für Anlieger befahrbar sein.

„Wir haben ja kein Problem mit der dort herrschenden 30er-Zone und wir haben auch nichts gegen Kröten“, betonte Klepel in der Sitzung. Die komplette Sperrung sei jedoch übertrieben. „Wenn die Sicherheit der Kröten tatsächlich so wichtig ist, dann soll eine Unterführung oder so was gebaut werden.“ Als nächster Schritt soll nun in der kommenden Woche ein Schreiben von der Gemeinde aufgesetzt werden, in dem Einspruch gegen die dauerhafte Sperrung des Mühlenwegs eingelegt werden soll. „Das werden wir dann im Namen des gesamten Gemeinderats dem Landratsamt zukommen lassen“, sagte Hans-Jürgen Fink.

Völlig erstaunt über die Gemütslage des Süptitzer Ortschaftsrats und des amtierenden Bürgermeisters zeigte sich Udo Weisser. Der Ornithologe und wohnhafte Süptitzer kümmert sich jedes Jahr um die Kröten im Ort und kann die Einschätzung von Peter Klepel nicht teilen. Hunderte würden von Jahr zu Jahr auf ihrem Weg in die Teiche den Mühlenweg kreuzen und auch den Tod würde dabei eine nicht zu unterschätzende Zahl finden. „Ich halte die Maßnahme für genau richtig“, sagt der Tierfreund. „Es fahren dort zwar nicht mehr so viele Leute wie vor 20 Jahren lang, aber es ist doch gut, wenn die Leute die Straße nun etwas vorsichtiger befahren. Außerdem ist der Mühlenweg ja für Anlieger nach wie vor frei.“

Ein Statement von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises lag zu Redaktionsschluss leider noch nicht vor. Die TZ konfrontierte sie unter anderem mit der Frage, warum die Straße dauerhaft und nicht nur temporär gesperrt sei,  welche Alternativen zu einer solchen Sperrung denkbar wären und auf Basis welcher Daten die Sperrung durchgeführt wurde. Die Antworten werden in der kommenden Woche in der TZ nachgereicht.

Am 25. Juni wurde die Thematik in der Sitzung des Ortschaftsrates thematisiert.

 

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