Dienstag, 15. Oktober 2019
Donnerstag, 4. Juli 2019

TORGAU

Tu's noch einmal, Nils! Ein Sängerakademie-"Wiederholungstäter"

Nils Hübinette mit Mitstudentin Sophia Stern bei der Akademie 2018Foto: TZ/J. Sachse

von unserer Redakteurin Julia Sachse

Torgau. Das Erfolgsrezept der Sängerakademie könnte man so beschreiben: Man nehme ein ambitioniertes und leidenschaftliches Organisationsteam, hilfsbereite Unterstützer und talentierte junge Sänger – heraus kommen Erfahrungen, die weder Publikum noch Künstler als einmalig "abhaken" wollen.

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Torgau. „Wir sind inzwischen ein sehr gefragtes Akademieerlebnis für angehende Sängerinnen und Sänger. Das ist nicht selbstverständlich, wie wir von ähnlichen Projekten anderer Städte wissen, die mit Konzepten wie diesem weniger bis gar keinen Erfolg haben.“, sagt Prof. Elvira Dreßen mit Blick auf die Teilnehmerzahlen für die am 11. Juli beginnende zehntägige Internationale Sächsische Sängerakademie. TZ-Umfragen unter den Studenten der letzten Jahre geben ihr Recht: Die renommierten Dozenten und das Verhältnis von Gesangsstudium, Lektionen in Diktion (gerade für die internationalen Teilnehmer ist das Aussprachetraining wichtig) und die Praxis, die in den Konzerten gesammelt wird, sind für die jungen Sänger von unschätzbarem Wert. Deshalb werden einige zu „Wiederholungstätern“.

So wie Nils Hübinette (34) aus Uppsala, einer schwedischen Universitätsstadt nahe Stockholm. Nach dem Studium am Stockholm Operastudium und an der dortigen Opernhochschule kam er 2018 im Rahmen des Erasmus-Programms im März nach Leipzig an die Hochschule für Musik und Theater. Dort erzählt ihm ein Freund von der eigenen Akademieerfahrung 2017 und auch sein Professor Roland Schubert, selbst als Dozent von Anfang an in Torgau dabei, empfiehlt seinem talentierten skandinavischen Schützling, sich einzuschreiben. Was dann geschah, verrät Nils selbst gern jedem, der Interesse am professionellen und geselligen Charakter dieses Angebotes hat.

 

TZ: Welche Erwartungen hattest du, als du das erste Mal als Teilnehmer nach Torgau gekommen bist? Was hast du dir von der Akademie, den Dozenten und Mitstudenten gewünscht?
Nils Hübinette:
Ich dachte tatsächlich nicht so viel drüber nach. Ich kam hauptsächlich mit, um wieder Gesangsunterricht bei Professor Schubert zu haben. Außerdem hatte ich auch gehört, dass es den Meisterkurs mit Startenor Andreas Scholl geben sollte, darauf war ich sehr gespannt. Dass für jeden Teilnehmer viele Konzerte geplant waren, an denen er mitwirken musste, hat mich ebenfalls gereizt. Es ist einfach eine wertvolle Erfahrung.

 

Was waren deine ersten Gedanken und Eindrücke, als es richtig los ging? Als ihr die Listen im Anmeldebüro in der Wintergrüne mit euren Namen für die Konzerte gesehen habt und man euch sagte, bei wem ihr unterrichtet werdet?
Ich war am Anfang ziemlich geschockt, wie intensiv es war. Täglicher Gesangsunterricht, auch Unterricht mit Pianist, und viele Konzerte und alles rundherum. Man muss auf das Tempo der Akademie wirklich vorbereitet sein.Plötzlich hatte ich doch viel mehr zu tun als was bisher normal gewesen war, insgesamt 13 Konzerte und den Meisterkurs, war in fast alles eingebunden, was möglich war. Es war im Prinzip Wahnsinn, wie viel ich zu tun hatte, aber ich habe natürlich sehr davon profitiert, denn eine Entwicklung merkte ich schon sehr schnell.

 

Was gefiel dir in den Seminaren am besten, was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?
Für mich war es das erstes Mal in Torgau und was ganz besonderes. Ich kam also im März 2018 zu Professor Schubert und hatte damals schon viel zu lernen. Vier Monate später ging es nach Torgau. Ich weiß nicht genau warum oder wie, aber die Akademie machte mich zu einem anderen Sänger. Ich glaube dass das vor allem an den Konzerten lag, an denen ich teilnehmen durfte. Der Kontakt mit dem Publikum ist sehr wichtig, und es ist nicht immer so einfach genau diesen Umgang zu üben, besonders wenn man noch Student ist und nicht so viele Konzerte mitgestaltet. Ich möchte wirklich auch sagen, dass meine Entwicklung in Torgau natürlich ganz viel mit Professor Schubert zutun hatte, der mich so sehr inspiriert hat, nicht nur was die Gesangstechnik betrifft. Er ist in vielerlei Hinsicht ein großes Vorbild für mich.

 

Wie ist der Umgang mit schwächeren Teilnehmern? Können die Dozenten gut auf eure individuellen Bedürfnisse eingehen?
Ich würde nicht sagen dass es schwache oder starke Teilnehmer gab. Natürlich haben alle verschieden starkes Selbstvertrauen, aber wir haben alle eine Geschichte zu erzählen. Und die Lehrer konnten wirklich helfen, diese Geschichten zum besten Ausdruck zu verhelfen. Darum würde ich sagen, dass sie auf uns individuell gut eingegangen sind.

 

Wie habt ihr eure tägliche Freizeit zwischen Unterricht und Konzert verbracht?
Weil die Akademie so intensiv ist, ist es natürlich wichtig, in der wenigen Freizeit gut zu entspannen. Das Wetter ist ja im Sommer meist sehr schön und man kann zum Beispiel am Markt ein Eis essen oder sowas. Man trifft natürlich auch viele Leute aus der ganzen Welt, die man während der Akademie näher kennenlernen darf. Die Stadt ist auch wunderschön, ganz hübsch - gut zum Abschalten.

 

Kannst du ein bisschen von deiner Gastfamilie erzählen?
Jeder von uns kann sich ja aussuchen, ob er rim Hotel oder in einer Gastfamilie untergebracht werden will - und letzteres kann ich nur empfehlen. Man kann zum Beispiel Sprache und Kultur besser kennenlernen. Ich habe bei Birgit und Frank Preuss gewohnt. Sie waren so lieb, es war wirklich ein Vergnügen bei ihnen zu wohnen. Seitdem haben wir tatsächlich noch regelmäßig Kontakt!

 

Was hat dich an Torgau am meisten begeistert, konntest du viel von der Stadt entdecken?
Wir waren am meisten im Schloss, und das ist natürlich ganz märchenhaft. Auch sonst hat Torgau ja eine sehr interessante Geschichte. Ich kann nicht sagen, dass ich viel entdecken konnte, wegen der knappen Freizeit. Aber, wie schon gesagt, es ist wirklich ein Traum in der Stadt zu sein, weil die so wunderschön ist und das Flair der Akademie sehr entgegen kommt.

 

Was hast du dir für dieses Jahr vorgenommen? Worauf freust du dich jetzt schon?
Unter anderem darauf, die Leute vom letzten Mal wiederzutreffen. Weil viele von uns in Leipzig an der Hochschule sind, schweißt uns diese Zeit hier weiter zusammen.


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