Dienstag, 15. Oktober 2019
Donnerstag, 4. Juli 2019

MOCKREHNA

Beeindruckende Vorstellung

Ortsvorsteher Bölke (r.) gab die Richtung vor.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Langenreichenbach. Die Dorfgemeinschaft lief am heutigen Donnerstag beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zu Hochform auf.

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Nach dem dicken Dankesdaumen von Ortsvorsteher Detlef Bölke stieg am Nachmittag im Heidelbachsaal noch eine Dankeschönveranstaltung: Wie sich der Ort über die Mittagsstunden beim Bundesfinale des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ präsentierte, beeindruckte. „Ich glaube, den Ort muss man sich merken“, sagte Jurymitglied Dr. Reinhard Kubat. Er lobte am Ende einer dreistündigen Entdeckungsreise die reichhaltigen Einblicke. Beeindruckt haben ihn vor allem der soziale Zusammenhalt im Ort, die rechnerische Energieautarkie des Ortes, die wegweisende Forschungsarbeit des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in der Pilotanlage für Abwasserreinigung und der große Mut des Ortschaftsrats, Dinge anzupacken. Kubat sprach beim Abschied gar von einem Feuerwerk, das man in Langenreichenbach vorgesetzt bekommen habe, um wenig später selbst noch einen verbalen Knaller zu zünden: Schon als die meisten der Jurymitglieder in Richtung Reisebus verschwanden – immerhin galt es, mit Schleberoda noch ein Dorf in Sachsen-Anhalt zu bewerten – legte Kubat noch mal einen drauf. Er lud die Langenreichenbacher Schalmeien am 24. Januar 2020 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche zur großen Auszeichnungsfeier nach Berlin ein.

Feuerwerk

Dabei war ihm bewusst, mit wie vielen Gästen er es dabei zu tun bekommen könnte. Denn die von der Schule freigestellten Schalmeien spulten zuvor ein Feuerwerk herunter – musikalisch versteht sich.

Von Detlef Bölke und dessen Stellvertreterin Kathrin Hasenbein war im Moment des Abschieds die enorme Anspannung bereits abgefallen. Beide führten die Jury-Gäste aus allen Teilen der Bundesrepublik nicht nur von einer Station zur nächsten. Beide übernahmen auch zu Beginn im gut gefüllten Heidelbachsaal die Vorstellung des aktuell 730 Einwohner zählenden Ortes. Bei diesem Punkt sowie allen anderen Stationen fiel auf, dass sich im Vergleich zum Landesfinale zwar nichts Grundlegendes geändert hatte, trotzdem an der Präsentation bis ins letzte Detail noch weiter gefeilt worden war. Der halbstündige Vortrag, in dem ein Blick auf Unternehmen, Vereine, Bauvorhaben, Feste und Medienberichte geworfen wurde, dauerte gefühlt nur 15 Minuten. „Wir sind immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie wir unsere Einwohner begeistern können“, sagte Bölke. Als Gesprächspartner konnte er neben Mathias Kirchhof (Geschäftsführer der Langenreichenbacher Agrargesellschaft) auch Katy Bernhard vom Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung sowie Monika Weber vom Regionalmanagement der LEADER-Förderregion Dübener Heide begrüßen. Und Weber bestätigte ob der mittlerweile vier LEADER-Projekte in Langenreichenbach: „Hier ziehen alle an einem Strang.“

Dass nicht nur Ziehen sondern manchmal auch Drücken hilfreich ist, verdeutlicht das Beispiel des alten Pfarrhauses, über dessen geplante Sanierung die Heimatzeitung in den vergangenen Monaten in zahlreichen Zeilen und Spalten ausführlich berichtete. Das Gebäude soll künftig durch Kirche, Dorfgemeinschaft, Vereine und Kita gemeinsam genutzt werden. Pfarrerin Hanna Jäger dazu: „Es war ein langer Prozess. Jetzt freuen wir uns, dass es so gekommen ist.“

Zwischenstopps

Natürlich gehörte das alte geschichtsträchtige Pfarramt auf die Liste der abzuradelnden Stationen. Zuvor legte der Tross bereits bei Denkmaldoktor Frank Pastille am Gutshaus sowie an der Kita „Sausewind“ Zwischenstopps ein. Hier sprach die Torgauer Zeitung mit einem Gast, der mit weiteren drei „Mitfahrer“ so gar nicht ins Bild der Jury-Mitglieder passte. Yin-Chen Lin von der Deutsch-Taiwanischen Gesellschaft für Sozialökonomie in Bonn war froh, derart tiefe Einblicke ins Dorfleben zu bekommen. Alles wurde mit Fotoapparat und Smartphone festgehalten, denn auch in Taiwan gibt es einen ähnlichen Wettbewerb. Yin-Chen Lin sprach von äußerst wertvollen Erfahrungen, die er und seine Mitstreiter bei der Tour sammeln können. Dazu zählte auch der Griff zu einem frischen Brot, das Detlef Bölke in Häppchenform vor der Bäckerei Wittig reichte.

Soeben noch in der Schmiede Deutrich ein paar kräftigen Hammerschlägen gelauscht, ging es auch schon hinüber in die Kirche, wo vor allem das hohe Spendenaufkommen durch Veranstaltungen staunen ließ. Pfarrerin Hanna Jäger hielt dazu eine einfache Grafik in den Händen, die nur wenig Erklärung bedurfte. An der erneuerten Holzpumpe und dem Großbatteriespeicher vorbei, wartete mit dem Ausbildungszentrum der Mini- und Jugendfeuerwehr auch schon die letzte Station auf die Jury. Wehrleiter Matthias Becker und Fred Leuschner betonten dabei die Wichtigkeit dieser Form der Nachwuchsgewinnung. Und was die Kinder schon alles draufhaben, stellten sie beim Löschen eines kleinen Feuers unter Beweis.

Emotion

Den emotionalsten Moment auf der Dorfbereisung verbuchten indes die Schalmeien, denen in der Nachbarschaft durch Initiative des Jugendclubs ein neuer Beachvolleyballplatz erwachsen ist.

Nachdem Vereinschefin Sylvia Saalbach über die Entwicklung der Schalmeien Worte verlor und dabei durch die Räumlichkeiten führte, war es an Dr. Eckhard Rexroth, bei Martina Saalbach Tränchen der Rührung hervorzulocken. Im Rahmen des Ehrenamtsbudgets überraschte der nordsächsische Beigeordnete die 19-Jährige, die sich bei den Schalmeien intensiv um die Nachwuchsbetreuung kümmert, mit Blumen und 250 Euro.


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