Mittwoch, 16. Oktober 2019
Sonntag, 21. Juli 2019

LOKALGESCHEHEN

Mehr als nur ein Ausflugsziel am See

Besucheransturm auf der Förderbrücke. Foto: F60, Nada Quenzel/Osram

von unserem Redakteur Nico Wendt /Presseinfo

Lichterfeld. Es ist die Attraktion schlechthin. Weithin sichtbar ragt die ehemalige Abraumförderbrücke F60 in den Lausitzer Himmel.  502 Meter lang, 204 Meter breit und über 11 000 Tonnen schwer empfängt das kolossale Denkmal Brandenburger Industriekultur jedes Jahr Tausende begeisterte Gäste.

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Interessante Führungen bis in luftige 80 Meter Höhe eröffnen atemberaubende Einblicke in die meisterhafte Konstruktion – und Ausblicke in die ehemalige Tagebaulandschaft. 

Nirgendwo sonst kann man Bergbautechnologie, Bergbaugeschichte, Industriekultur und Landschaftserneuerung so unmittelbar und hautnah erleben wie hier. 

In der Sommersaison ist der Stahlgigant F60 eine außerordentlich beliebte Kulisse für Open Air – Konzerte, Festivals und Shows verschiedener Musiksparten und Genres. 

Weltklassekünstler, wie Max Raabe, ein Semino Rossi, die Rockbands Silly, City, Electra, Stern Meißen, ein Ray Wilson von Genesis, Musiker von berühmten philharmonischen Orchestern oder Spitzenmusiker der Celtic Folk – Szene aus Irland oder Schottland waren schon an der F60 zu Gast.  

Mit den beiden Festivals FEEL und ARTLAKE und Hauptacts wie Bosse, Milky Chance, Beatsteaks, Faber und anderen lockt Lichterfeld jedes Jahr über 30 000 junge Leute zum Tanzen und Feiern in die Region.

Viele Möglichkeiten

Den Bergheider See in unmittelbarer Nachbarschaft der F60 erkunden die Bergwerksgäste gern auch per Rad, „offroad“ mit wieselflinken Quads, kernigen Jeeps, modernen Segways oder einfach beim gemütlichen Spaziergang am längsten und breitesten Sandstrand des Lausitzer Seenlandes. 

Wem dies noch zu unspektakulär ist, kann sich gerne zum Abseilen aus 60 Meter Höhe anmelden.  

Abgerundet wird der F60-Besuch durch einfache, deftige, aber leckere Bergmannskost in der „Kantine“ des Werkstattwagens oder ein Bierchen auf der Sonnenterrasse. 

Die F60 wurde durch VEB TAKRAF Lauchhammer (heute TAKRAF GmbH Lauchhammer) vor Ort von 1989 bis 1991 erbaut. Diese Brücke ist die letzte von fünf gebauten Seriengeräten. Sie arbeitete vom März 1991 bis zum Juni 1992. Schon nach 13 Monaten Betriebszeit wurde die F60 im Juni 1992 aus energiepolitischen Gründen stillgelegt. Der Tagebau Klettwitz-Nord, in dem die Förderbrücke stand, wurde geschlossen. Das Ende des Stahlgiganten schien nahe. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) begann  die F60 zur Sprengung vorzubereiten. Einer Handvoll Enthusiasten, geführt von Gemeindevertretern aus Lichterfeld und der Senftenberger Landschaftsarchitektin Elke Löwe, ist es zu verdanken, dass die Brücke diesem Schicksal entgeht. Sie erkennen das Potenzial des Objekts, in der sich Altes mit Neuem verbindet. Die Brücke steht nicht nur als Symbol für die Industriegeschichte der Region, sondern auch als Zeichen für den Strukturwandel. 1998 kann die Verschrottung der F60 endgültig abgewendet werden.

Flaggschiff 

Im selben Jahr wird sie Projekt und Flaggschiff der internationalen Bauausstellung „Fürst-Pückler-Land“. Seit 1998 ist die Gemeinde Lichterfeld-Schacksdorf Eigentümerin der F60. Sie lässt ein Nutzungskonzept erarbeiten. Der Gedanke des Besucherbergwerks rückt in den Vordergrund, zu dem die Brücke nun gemeinsam mit der LMBV und der IBA entwickelt wird. Die Abraumförderbrücke wird dazu aus dem Tagebau hinaus an ihren heutigen Standort gefahren. Aufwändige technische Vorbereitungen gehen der Aktion voran, die von mehr als 4000 Schaulustigen beobachtet wird. Von diesem Erfolg ermutigt, öffnet man Ostern 2000 das Areal rund um die F60 für Besucher. Die Stahlkonstruktion wird auch als „Liegender Eiffelturm der Lausitz“ bezeichnet. Die Abtragsmächtigkeit der beiden Bagger im Hoch- und Tiefschnitt beträgt insgesamt 60 Meter, daher der Name F60. Heute sind nach der Umrüstung und dem Ausbau von Baugruppen noch wie erwähnt 11 000 Tonnen Stahl vorhanden. Im September 2000 besuchte Bundeskanzler Gerhard Schröder das Besucherbergwerk. Er zeigt sich beeindruckt von dem Stahlgiganten und der Tagebaulandschaft. Seit diesem Besuch wird die Plattform der Brücke, von der Schröder in den Tagebau schaute, „Kanzlerblick“ genannt.

 

Info:

Veranstaltungstipps 2019:

8. – 11. August ARTLAKE Festival

Besucherbergwerk F60

03238 Lichterfeld, Bergheider Str. 4

Tel. +49 (0) 3531 60800 

Mail: info@f60.de

 

Öffnungszeiten Hauptsaison: 

Montag bis Sonntag täglich 

von 10.00 bis 18.00 Uhr

Jeden Samstag

Mai bis September bis 20.00 Uhr

 

Nachtlichtführungen auf Bestellung und bei entsprechender Dunkelheit. Preise: Nur Eintritt – ohne Führung (Infozentrum, Ausstellung, Freigelände) 2,50 EUR

pro Person/Kinder bis 5 Jahre frei

Mehr unter www.f60.de


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