Samstag, 19. Oktober 2019
Donnerstag, 25. Juli 2019

DOMMITZSCH

Blöcke-Verkauf ist geplatzt

Die Wohnblöcke im Neubaugebiet. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Der Verkauf der beiden 40-WE-Blöcke in der Straße des Friedens in Dommitzsch ist geplatzt. Dies bestätigte jetzt die Stadtverwaltung auf Anfrage von TZ. Damit gibt es ein altes Problem. 

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Dommitzsch. Enttäuschung pur. Die Hoffnung, dass es schon bald eine neue Zukunft für das Neubaugebiet nördlich des Dommitzscher Stadtzentrums gibt, hat sich zerschlagen. Der Verkauf der beiden 40-WE-Blöcke ist geplatzt. Dies bestätigte jetzt die Stadtverwaltung auf Anfrage von TZ. „Der Interessent hat aus gesundheitlichen Gründen davon Abstand genommen“, erklärte Bauamtsleiterin Beate Sonntag. Da noch keine Verträge unterzeichnet waren und auch kein Geld überwiesen wurde, sei das recht unkompliziert vonstatten gegangen. 

Stadtratsbeschluss 

Wie es hieß, sei seine Erkrankung ausschlaggebend gewesen. 

Zur Erinnerung: Im Oktober 2018 hatten  die Dommitzscher Abgeordneten in öffentlicher Sitzung beschlossen, die Immobilien in der Straße des Friedens 9 und 10 zu veräußern. Die Abstimmung erfolgte mit lediglich einer Enthaltung und ohne Gegenstimme. Das Grundstück umfasste rund 4700 Quadratmeter. Dafür wollte der potenzielle Käufer, der aus dem Altkreis Torgau kommt, 80 000 Euro auf das städtische Konto überweisen. Lange überlegen mussten die Stadtoberhäupter nicht, um den Beschluss zu fällen. Schließlich sind die Neubaublöcke seit vielen Jahren unbewohnt und verschandeln das Ortsbild. Kaputte Fensterscheiben, vernagelte Türen, ringsum Wildwuchs. Ein Abriss, der schon in der Amtszeit von Bürgermeister Harald Koch ernsthaft in Betracht gezogen wurde, hätte bereits damals über 300 000 Euro verschlungen. Heute dürfte die Summe noch wesentlich höher liegen. Zu dem fest eingeplanten Vorhaben kam es nur deshalb nicht, weil eine Absage bezüglich der Fördermittel eintraf. 

Nun also stand ein Investor bereit. Bürgermeisterin Heike Karau hielt den Aufschwung in der Region für ausschlaggebend für dessen Ambitionen. „Man sieht an den Kinderzahlen, dass verstärkt wieder junge Familien aufs Land ziehen und hier eine Zukunft aufbauen. Mit der Tatsache, dass in den Dommitzscher Firmen (zum Beispiel Vandemoortele) zahlreiche Mitarbeiter bald in Rente gehen, wird sich der Zuzug junger Menschen noch verstärken“, war die Bürgermeisterin sehr hoffnungsvoll. Der Investor habe diese Entwicklung fest im Blick, hieß es.  Allerdings kam es bei der Stadtratssitzung im Oktober nicht mehr zu dessen persönlichen Ausführungen.  Er musste den Saal aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig verlassen und wirkte bereits sehr angeschlagen. Laut Aussagen aus dem Rathaus wollte er die Wohnungen im unteren Bereich barrierefrei herrichten. Insgesamt sollten hier junge und ältere Menschen zu günstigen Mietpreisen Wohnraum finden. Nach dem Motto: Nicht jeder Neu-Dommitzscher habe vor, ein Eigenheim zu bauen und nicht jeder habe das nötige Kleingeld dafür. 

Neue Perspektiven gefragt 

Inzwischen suchen die Verantwortlichen neue Perspektiven für das Areal. „Ein Abriss ist erstmal kein Thema“, sagte Bauamtsleiterin Beate Sonntag. Man suche nun weiter nach Kaufinteressenten. Hin und wieder gäbe es Anfragen, auch was die leer stehende Fabrikantenvilla in der Dübener Straße betrifft. Die Stadt hat die Immobilien auf der Internetseite öffentlich ausgeschrieben. 

Die beiden Wohnblöcke in der Straße des Friedens wurden 1984 errichtet und sollten damals das Wohnungsproblem lösen. Die Glanzzeiten des Viertels waren nach der Wende allerdings vorüber. Der Leerstand nahm in den 90er Jahren immer mehr zu. Die letzten Mieter zogen 2009 aus. Damit begann der Verfall. 

Bürgermeister Heike Karau will nun alles daran setzen, auch dieses Gebiet in der Stadt neu zu entwickeln – ließ sie übermitteln. Ein Glücksfall wäre, wenn sich neue Investoren finden.


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