Freitag, 20. September 2019
Donnerstag, 15. August 2019

NORDSACHSEN

Einsteigen! Anschnallen! Staunen!

Ein Blick auf die umfangreiche Außenausstellung. Foto: privat

Presseinformation

Cottbus. Das Cottbuser Flugplatzmuseum bietet kleinen und großen Besuchern spannende Einblicke in die Luftfahrtgeschichte der Region.

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„Bei uns dürfen die Gäste nicht nur alles anfassen, sondern sogar den Steuerknüppel im Cockpit in die Hand nehmen!“ Mit dieser verheißungsvollen Ankündigung wirbt Enrico Peiler für einen Ausflug von Nordsachsen aus in das Flugplatzmuseum Cottbus – nicht nur in der Sommerferienzeit, sondern das gesamte Jahr über. Egal wann dieser stattfindet:  Die Tagesreise dürfte spannend werden – für die ganze Familie. Das bescheinigen jährlich etwa 16 000 Besucher. Das Museum ist eine Einrichtung, die sich keinesfalls nur in Gebäuden unterbringen lässt, sondern die auf einem Areal von sage und schreibe mehr 40 000 Quadratmetern erlebbar ist. Aufgebaut und unterhalten wird  sie seit 1990 durch den gleichnamigen Förderverein, dessen Mitglied der Flugzeugtechniker Enrico Peiler ist.

Legendär: Tu-134 A

Wer von Torgau aus die etwa 120-Kilometer-Strecke gen Osten nach Cottbus zurücklegt, darf sich dort auf eine schier abenteuerliche Tour über die Museumsflächen  freuen.  Als neues „Aushängeschild“ konnten sich die Vereinsmitglieder vor etwa zwei Jahren die berühmt-berüchtigte Tupolew Tu-134 A auf den Platz holen! Dieses  Flugzeug sei bis 1984 für die sowjetische Fluggesellschaft Aeroflot geflogen und wurde dann dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR übergeben, wo es zur Ausbildung von Antiterroreinheiten verwendet wurde, berichtet Enrico Peiler. Nach der Wende kam es in Privatbesitz, sollte gar in Mecklenburg-Vorpommern als Restaurant betrieben werden, was seinerzeit für Schlagzeilen sorgte. Der Plan scheiterte. Stattdessen wurden die Teile des gigantischen Fliegers  vor etwa zweieinhalb Jahren nach umfangreichen Vorbereitungen seitens der Cottbuser auf vier Tieflader verfrachtet und nach Cottbus transportiert. Hier fügten die Vereinsmitglieder den 33 Meter langen und 14 Tonnen schwere Rumpf, die sechs Meter breiten Tragflächen und hunderte andere Teile in mühevoller Kleinarbeit wieder exakt zusammen – zur Freude jener Besucher, die sich nun – probeweise – selbst als Pilot ins Cockpit setzen dürfen.

Der nunmehr museale Flieger ist aber nur einer von mehr als 50 Militärflugzeugen, Agrarfliegern und Helikoptern, die in Cottbus ausgestellt sind, hinzu kommt viel Flugsicherungs- und Kfz-Technik. „All das gibt einen umfassenden Einblick in die Luftfahrtgeschichte der Lausitz“, erklärt Enrico Peiler. Wie vielseitig diese ist, verrät ein Blick in die Chronik des Flugplatzes:

Aus der Flugplatzgeschichte

Bereits 1910 unternahm der Cottbuser Schlosser Wilhelm Charlett auf dem „Großen Exerzierplatz“, einen Teil des späteren Verkehrslandeplatzes, Flugversuche mit einem selbst konstruierten Flugzeug. Diese scheiterten an einem leistungsfähigen Motor infolge Geldmangels.  1911 begann die neugegründete Ortsgruppe des Deutschen Luftflottenvereins mit der Ausgestaltung der an der Sielower Chaussee gelegenen Pferderennbahn als Flugplatz für den Flugsport. Dort organisierten dann die Hans-Grade-Fliegerwerke Bork im Juli 1912 den Überlandflug Guben – Peitz – Cottbus. Während des I. Weltkrieges wurde das Gelände als Kriegsgefangenenlager für russische Soldaten genutzt.

Vom ursprünglichen Landeplatz, über den Focke-Wulf-Flugzeugbau, den Fliegerkräften der Sowjetarmee und der DDR bis hin zu den Heeresfliegern der Bundeswehr werden alle Zeitabschnitte der Flugplatzgeschichte durch Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und Fotos in der historischen Ausstellung dokumentiert.  Auch Hunderte Männer aus Nordsachsen haben hier zu DDR-Zeiten ihren Dienst bei der NVA absolviert.  Das Jagdfliegergeschwader JG 1 „Fritz Schmenkel“ verlegte im November 1982 mit seinen MiG-21 zum neuen Standort nach Holzdorf/Elster. In Cottbus wurde das Kampfhubschraubergeschwader 67 stationiert, das als KHG-3 im Frühjahr durch die Bundeswehr aufgelöst wurde. Denn bereits am 3. Oktober 1990 hatte die Bundeswehr die am Cottbuser Flugplatz stationierten Truppenteile, Einheiten und Einrichtungen der NVA übernommen.  Die Heeresfliegerstaffel verlegte dann 2003 mit ihren Bo-105 nach Holzdorf/Elster, die Luftwaffe löste die Instandsetzungseinheit auf.

Weil es für eine zivile fliegerische Nutzung keine Perspektive gab, erfolgten die Entwidmung des Flugplatzes und die Vermarktung der Flugbetriebsflächen als Technologie- und Industriepark.

Besuch mit Erlebnisgarantie

Das Museum befindet sich nun an dessen Südseite, etwa zwei Kilometer westlich der BTU Cottbus. Der riesige Umfang der heutigen Ausstellung war nur durch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder, durch Leihgaben anderer Museen und durch die Überlassung von Dokumenten, Fotos und Sachzeugen durch Dritte möglich.

Regelmäßig finden auf dem Museumsgelände auch vielbeachtete Großveranstaltungen statt. Im Juli war es das nunmehr schon 19. Militär- und Nutzfahrzeugtreffen. Nächstes großes Event wird am 9. September die Cottbuser Nacht der Museen sein. Am 22. September folgt das 6. Familienherbstfest mit großem Kindersachen-Flohmarkt, und am 20. Oktober die 25. Plastmodellbauausstellung.

Speziell für Kinder gibt es auch nach Voranmeldung altersgerecht angelegte Führungen, bei denen sich die Jüngsten freilich auch als Piloten fotografieren lassen dürfen. Und: Zu einem echten Höhepunkt mit Erlebnisgarantie werden auch private Feierlichkeiten (Hochzeiten, Geburtstage, Jugendweihen, Jubiläen, etc.), die vor Ort nach Voranmeldung durchgeführt werden können!    


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