Freitag, 20. September 2019
Freitag, 16. August 2019

NORDSACHSEN

Von der Küche in den Landtag

Mathias Teuber.Foto: PR

von unserer Redakteurin Elisa Perz

Nordsachsen/Eilenburg. Mathias Teuber ist den Eilenburgern vor allem als Betreiber der Gaststätte des Tierparks bekannt. Nun tritt er als Kandidat ei der Landtagswahl im Wahlkreis 35 an.

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Mathias Teuber glaubt an das Gute in jedem Menschen. Das sagt er selbst, gibt aber gleichzeitig zu, dass jenes Gute manchmal gelenkt werden müsse. Und mit „Lenken“ kennt er sich aus. Seit einem Jahr ist der 39-Jährige der Vorsitzende des Eilenburger SPD-Ortsvereins. Außerdem zählt er zum Vorstand des nordsächsischen Kreisverbandes der Partei, seit Mai gehört er zu den neuen Eilenburger Stadträten und in einem Monat könnte er ebenfalls im Landtag vertreten sein. Zur Wahl am 1. September tritt der Politiker als Direktkandidat der SPD im Wahlkreis 35 auf Listenplatz 29 an.

„Keiner kandidiert, wenn er nicht gewinnen wollen würde. Allerdings weiß ich, dass meine Wahl in den Landtag unwahrscheinlich ist“, schätzt er seine Chancen ein und verweist dabei auch auf seinen relativ jungen politischen Werdegang. Anfang 2017 hatte er beschlossen, in die SPD einzutreten. Überzeugter Anhänger sei er schon vorher gewesen, betont der Landtagswahlkandidat. „Den Ausschlag gab für mich die damalige politische Situation, besonders das verstärkte Aufkommen der AfD. Der Partei wollte ich nicht einfach so das Feld überlassen.“

Nach seiner Mitgliedschaft im Ortsverein seien schnell viele Aufgaben an ihn herangetragen worden, wirklich aktive Politik hätten nur wenige der anderen Ortsvereinsanhänger betrieben. So war rasch klar gewesen, dass Teuber ein geeigneter Kandidat für den Posten des Vorsitzenden ist. „In dieser Position kann ich stabile Strukturen schaffen. Das halte ich für wichtig. Nur so kann ich langfristig etwas bewirken.“

Gaststättenbetreiber

Beruflich geht es bei dem Sozialdemokraten nicht ruhiger zu als in der Politik. Gemeinsam mit seiner Ehefrau leitet er seit 2007 den Gastronomiebetrieb im Eilenburger Tierpark. Auf eine gastronomische Ausbildung oder eingehende Erfahrungen in diesem Berufsfeld hatten beide im Vorfeld nicht verweisen können. Während der Eilenburger nach dem Abitur ein Physik- sowie später ein BWL-Studium angefangen, aber nicht zu Ende geführt hatte, ist seine Partnerin gelernte Großhandelskauffrau. Doch die Gaststätte führen sie bis heute mit Erfolg, vor allem für die selbst gebackenen Torten ist das Lokal bekannt.

Der Vorteil seiner Arbeit bestehe darin, dass er sich seine Zeit einteilen und somit auch tagsüber anderweitig Termine wahrnehmen könne, meint der Vater von zwei Kindern im Grundschulalter. Er sei ein Familienmensch, beschreibt er sich selbst, wohnt mit seinem Bruder, seiner Ehefrau und seinen beiden Sprösslingen unter einem Dach. Auch seinen Vater, der gleichzeitig der Chef des Tierparkes ist, sieht er fast täglich. „Mir ist natürlich bewusst, dass ich als Landtagsabgeordneter viel in Dresden unterwegs wäre und meine Familie zumindest zeitweise nicht sehr oft zu Gesicht bekommen würde. Doch dafür würden wir eine Lösung finden. Bisher ist uns das schließlich ebenfalls gelungen.“

Tätigkeit in Vereinen

Über mangelnde Tätigkeitsfelder kann sich der Stadtrat schon jetzt nicht beklagen. Neben seinen bereits erwähnten ehrenamtlichen Aufgaben engagiert er sich außerdem als Elternsprecher an der Belian-Grundschule, als Vorstandsmitglied des Tierparkvereins oder im Mehrgenerationenhaus Arche. Letzteres ist ein Begegnungsort für Menschen jeglichen Alters und jeder Herkunft. In der Ferienzeit hatten die dortigen Verantwortlichen in diesem Jahr wieder ein Sommercamp auf die Beine gestellt, welches die Teilnehmer nach Schildau führte. Auch Teuber kam mit in die Gneisenaustadt, um sich um die Verpflegung der Kinder in der Küche zu kümmern. „Sicherlich nimmt das einige Zeit in Anspruch. Doch ich mache es gerne und finde es wichtig, mich für meine Heimat einzusetzen.“

Das macht der 39-Jährige zudem als Mitglied im Tourismus- und Gewerbeverein (TGV) von Eilenburg. In dem Verein werden die Interessen der Gewerbetreibenden der Stadt gebündelt, darüber hinaus organisieren die Mitglieder eigene Feste und Veranstaltungen. „Dabei bekomme ich immer mit, welche Nöte die hiesigen Bürger beschäftigen. Seien es Nachfolgerprobleme bei kleinen Firmen oder zu hohe Elternbeiträge.“ Eine Senkung der Elternbeiträge für Krippen und Kindergärten sei auch sein persönliches Ziel, für das er sich in Zukunft im Stadtrat starkmachen möchte. Im Landtag würde er sein Anliegen weiterverfolgen, verspricht der Zweifachpapa, dem noch das Thema „prekäre Beschäftigungsverhältnisse“ auf den Nägeln brennt. Er erlebe es viel zu häufig, dass Angestellte für wenig Geld viel arbeiten würden. Dem will er gegensteuern. Als mögliche Lösung sieht er Tarifverträge an.

„Das sind längst nicht alle Themen, die die Bürger vor Ort bewegen und es kann auch nicht jede Befindlichkeit in der Landespolitik eine Rolle spielen“, sieht Teuber ein. Doch zumindest kenne der  Eilenburger durch seinen Wohnort die lokalen Begebenheiten seines Wahlkreises. Und für den möchte er, sollte er gewählt werden, als Landtagsabgeordneter mit ganzem Einsatz eintreten.

 

In 160 Zeichen:

Sicherheit:

Schaffung weiterer Polizeistellen über die 1000 bereits geschaffenen hinaus.

Konsequenteres Vorgehen gegen Hasskommentare im Internet.

 

Bildung:

Reduzierung der Kitagebühren.

Längeres gemeinsames Lernen.

Ziel: kein Stundenausfall.

Weitere Qualifizierung der Quereinsteiger.

 

Infrastruktur:

Ausbau ÖPNV bei einheitlichem Tarif.

Ausbau Glasfaseranbindung und 5G Funkstandart.

Ausbau der B87.

 

Umwelt:
Ausstieg aus der Braunkohle.

Waldumbau zu resistenteren Beständen fördern.

Förderung der ökologischen Landwirtschaft.

 

Soziales:

Ehrenamtskarte einführen.

Medizinische Infrastruktur erhalten – Landarztquote.

Pflegeberufe attraktiver machen durch Tarifverträge.

Übernahme der Schülerbeförderungskosten.

 

Wirtschaft:

Über Allem steht der Bürokratieabbau.

 


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