Freitag, 28. Februar 2020
Freitag, 23. August 2019

OSTELBIEN

Park-Umgestaltung zeigt Früchte

Die Neuanpflanzungen wurden intensiv bewässert. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode.  Der Beilroder Dorfpark ist dank großer Initiative der Gemeinde wieder Anziehungspunkt. Die Neuanpflanzungen haben durch intensive  Bewässerung überlebt. Weitere Investitionen sind noch geplant. 

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Beilrode. Der Beilroder Dorfpark hat in den letzten ein bis zwei Jahren sein Gesicht völlig verändert. Er ist wieder Vorzeigeobjekt, die grüne Lunge im Ort. Sowohl die Errichtung des neuen Feuerwehrgerätehauses als auch die Sanierung des Panzerdenkmals wurden zum Anlass genommen, auch rundherum in den Grünanlagen Verschönerungsmaßnahmen und Umgestaltungen herbei zu führen.

Wie Streichhölzer 

 Und dann war da natürlich auch noch das Sturmtief „Friederike“, das Anfang 2018 über Deutschland gewütet hatte. Der Orkan ließ viele Bäume im Beilroder Dorfpark wie Streichhölzer umknicken.  Manche wurden regelrecht entwurzelt. Gerade im Umfeld der Gemeindeverwaltung und des Panzerdenkmals sah es aus wie auf dem Schlachtfeld. Die Kommune musste reagieren. Und das tat sie: Im Frühjahr 2019 begann eine große Pflanzaktion. Allein knapp 30 junge  Bäume fanden einen Platz in unmittelbarer Nähe des russischen T 34. „Wir haben 13 Robinien, zehn Linden, drei Lärchen, eine Flatterulme und eine Kastanie gepflanzt“, zählt Steffen Kretzschmar auf. Robinien deshalb, um den Charakter des Parks in der bisherigen Form zu erhalten. 30 Sträucher und eine 500 Quadratmeter große Blühwiese komplettieren das Gelände. Der Bauamtsleiter kann ein halbes Jahr später positive Bilanz ziehen: „Alles ist angewachsen. Wir sind zufrieden.“ Allerdings sei dies nicht zuletzt ein großer Verdienst der Bauhof-Mitarbeiter, die bei der großen Hitze fast täglich zur Bewässerung im Einsatz waren. „Sonst würde es sicher nicht so aussehen“, lächelt Steffen Kretzschmar. Die Resonanz der Bevölkerung auf die Umgestaltung des Parkes fiel sehr positiv aus. Viele Beilroder freuen sich, dass es wieder gepflegt aussieht. „Nur bezüglich der Blühwiese gab es ein paar Anfragen, warum hier das Unkraut sprießt. Es ist ein Beitrag zur Natur, wir wollen auch an die Insekten denken“, so der Bauamtsleiter. Auch Bürgermeister René Vetter ist zufrieden über die Veränderungen im Dorfpark. War es doch vorallem sein Erfolg, dass das Panzerdenkmal komplett saniert werden konnte. Das Oberhaupt ließ Kontakte spielen, um finanzielle Quellen zu erschließen. Das Monument wurde zum Schmuckstück. Auch dank großzügiger Spenden der Sparkasse Leipzig und eines russischen Geldgebers. Der Eigenanteil aus der Beilroder Gemeindekasse blieb überschaubar. Das alte Pflaster in Richtung Bühne wurde entfernt und die Bühne selbst mit Erdreich angeschrägt. Der alte DDR-Charme verschwand, es grünt und blüht auch hier – zumindest im Sommer.  Die Planer haben auf eine möglichst große Vielfalt geachtet, um Farbtupfer zu setzen und Insekten wie Bienen reichlich Nahrung zu bieten. 

Neuer Zaun 

Dass auch ein neuer Zaun für das Tiergehege errichtet werden konnte, rundet das Ganze ab. Vor allem bei Familien mit Kindern steht das „Ziegen- und Schafe-gucken“ wieder hoch im Kurs. Der Park ist – was er schon früher war - beliebter Anlaufpunkt. „Trotzdem haben wir die Umgestaltung noch nicht abgeschlossen. Sobald die Planungen soweit sind und entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, geht es mit den nächsten Abschnitten weiter“, erklärte Bürgermeister René Vetter gestern im Gespräch mit TZ. Bauamtsleiter Steffen Kretzschmar geht ins Detail: „Der Baumbestand ist überaltert und teilweise in schlechtem Zustand. Wir müssen ihn nach und nach ersetzen.“ Das betrifft insbesondere die Bereiche zwischen Feuerwehr-Gerätehaus und Gemeindeverwaltung sowie zwischen Sandberg und Panzer. Fällaktionen seien freilich keine geplant. Man wolle die alten Bäume stehen lassen und Jungbäume oder Sträucher dazwischen pflanzen. 

Lange Tradition 

Das Tiergehege im Park hat übrigens eine lange Tradition. Tobias Hinz kümmerte sich über 25 Jahre lang um die Anlage. Unter seiner Regie entstand ein regelrechter Mini-Zoo. „Der alte Beilroder Herr Sandmann fütterte hier Damwild und Wildschweine.  Mein Vater hatte dann bei der Gemeinde nachgefragt, ob er in einem freien Gehege seine zwei bis drei Esel unterstellen könne, weil das Unkraut wuchs. Das war etwa 1983. Ich habe dann später Ziergeflügel, Enten, Gänse, Hirsche, Zackelschafe und Ziegen angeschafft“, erinnert sich Tobias Hinz, der sich aber schon vor mehreren Jahren aus privaten Gründen zurückgezogen hat. 

Aktuell kümmern sich Hans-Jürgen Kluge und Olaf König um den Tierbestand: „Wir haben noch fünf Ziegen, fünf Soay-Schafe und vier Stück Damwild“, zählte H.-J. Kluge auf. Leider fehle es an Spenden und die Tatsache, dass Unbekannte Papier und Folie über den Zaun werfen, bereite ebenfalls Kopfzerbrechen. Gerade erst habe man deswegen eine Ziege eingebüßt. Die Tiere fressen das und verenden schlimmstenfalls daran. Diese Tatsache sollte unbedingt Beachtung finden. Esel gibt es seit mindestens zehn Jahren nicht mehr im Park. Auch das Geflügel wurde abgeschafft.


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