Mittwoch, 13. November 2019
Freitag, 30. August 2019

MAGAZIN

Probearbeit: Das kommt auf Euch zu

von unserer Redakteurin Elisa Perz

Wir klären auf über Ablauf, Dauer, die richtige Vorbereitung sowie die Vor- und Nachteile.

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Das Bewerbungsgespräch ist nicht immer die einzige Hürde, die Ihr vor dem Start in einer Ausbildung überwinden müsst. Auch eine Probearbeit kann der künftige Arbeitgeber verlangen. Aber keine Angst, im Folgenden erfahrt Ihr ganz genau, was dabei auf Euch zukommt, welche Vor- und Nachteile die Probearbeit birgt und auf welche Kriterien Unternehmen Wert legen. Außerdem bekommt Ihr Tipps für die optimale Vorbereitung auf das Probearbeiten.

 

Dauer: 

Meistens ist die Dauer einer Probearbeit auf einen Tag begrenzt. Teilweise genügen auch nur wenige Stunden. Je nach Job und Branche kann es allerdings sein, dass dieser kurze Zeitraum nicht ausreicht, um sinnvolle Aussagen zu treffen. Beispielsweise können durch feststehende Arbeitsprozesse wesentliche Aufgaben an unterschiedlichen Tagen anfallen. Gehören diese Prozesse zum Berufsalltag des Postens, kann das Probearbeiten auf mehrere Tage ausgeweitet werden. Länger als eine Woche sollte die Probearbeit aber nicht dauern. 

 

Ablauf:

Probearbeit entspricht im Regelfall einem Schnuppertag beziehungsweise mehreren Schnuppertagen. Probearbeiter übernehmen keine betrieblichen Aufgaben wie fest angestellte Mitarbeiter der Firma. Vielmehr hospitieren sie nur. Sie machen sich also vorrangig ein Bild von dem Arbeitsalltag ihres möglichen künftigen Arbeitgebers, erledigen aber trotzdem Teilaufgaben – auf freiwilliger Basis. Feste Arbeitszeiten müssen die Jobanwärter währenddessen nicht einhalten.

In solch einem „Schnuppertags-Fall“ wird die Probearbeit nicht vergütet. Anders sieht es aus, wenn die Probearbeiter auf Anweisung des Chefs bestimmte betriebliche Aufgaben übernehmen oder zu fes-ten Zeiten erscheinen müssen. In diesem Fall haben sie nach § 612 BGB das Recht auf „eine den Umständen nach angemessene Vergütung“  ihrer Dienste. Selbst dann, wenn die Bezahlung bei der Vereinbarung über die Probearbeit nicht zur Sprache kam. 

 

Einsatzfeld: 

Probearbeiten kommt mittlerweile in vielen Branchen zum Einsatz. Von der Gastronomie und Eventbranche bis hin zur Industrie oder sozialen Bereichen. In jedem Fall darf die Probearbeit aber nicht mit der Probezeit verwechselt werden.    Die Probearbeit erfolgt, bevor ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist, während die Probezeit beginnt, nachdem ein Arbeitsverhältnis abgeschlossen wurde. Darüber hinaus liegt die Dauer der Probezeit mit drei bis sechs Monaten deutlich höher als die der Probearbeit.

 

Vorbereitung:

Unvorbereitet die Probearbeit anzutreten, ist ein No-Go. Vorab sollte sich jeder über den eventuell künftigen Arbeitgeber informieren. Auch darüber, was einen in etwa bei der Probearbeit erwartet. Wer ehemalige oder derzeitige Angestellte oder Auszubildende kennt, kann sich bei denjenigen Hintergrundwissen einholen. Das gilt auch für Punkte wie einen möglichen Dresscode. Gibt es einen, sollte sich frühzeitig um ein passendes Outfit gekümmert werden. Außerdem sollte es sich keiner leisten, zu spät zu erscheinen. Deshalb lieber ein wenig früher aufstehen und sich rechtzeitig auf den Weg machen. Und auch nach dem offiziellen beziehungsweise vereinbarten Ende der Probearbeit sollte jeder einen Zeitpuffer einplanen. Eventuell taucht die Frage auf, ob es einem möglich ist, noch ein paar Minuten länger zu bleiben. Wer dazu „ja“ sagt, hinterlässt einen engagierten und motivierenden Eindruck.

 

Vorteil:

Der Bewerber kann sich einen guten Eindruck von seinem potenziellen neuen Arbeitsplatz verschaffen. So kann derjenige schauen, ob der Inhalt der Arbeit seinen Vorstellungen entspricht und er in das Team passen würde. 

Nachteil:

Probearbeit können Firmen auch dazu nutzen, die Bewerber auszunutzen und sich für ein paar Tage kostenloses Personal zu sichern. Ein Indiz dafür kann zum Beispiel sein, wenn die Dauer der Probearbeit mehr als fünf Tage beträgt. 

 

Kriterien für Unternehmen:

Die K&S Seniorenresidenz in Torgau hat seit 2006 bisher nur in einem Jahr eine Probearbeit im eigentlichen Sinne mit der Dauer von drei Tagen durchgeführt. Vielmehr legt das Unternehmen Wert darauf, dass die künftigen Lehrlinge im Vorfeld des Ausbildungsbeginns ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder ein Praktikum in der Einrichtung absolvieren. „Nicht nur der Schüler erhält dadurch einen guten Einblick in die Arbeit und die Abläufe. Auch wir können uns auf diese Weise ein Bild von dem Bewerber machen“, erklärt Pflegedienstleiterin Inka König den Vorteil. Ein besonderes Augenmerk legen sie und ihr Team bei der Beurteilung auf die soziale Kompetenz der Jugendlichen: „Wir schauen, ob derjenige teamfähig ist und ob er respektvoll mit den Bewohnern und auch mit den Kollegen umgeht. Außerdem spielen die Pünktlichkeit und der gezeigte Einsatz eine Rolle. Uns ist es wichtig, dass unsere Auszubildenden auch von alleine danach Ausschau halten, wer gerade ihre Hilfe braucht, ohne dass wir sie darauf aufmerksam machen müssen.“


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