Mittwoch, 13. November 2019
Freitag, 30. August 2019

MAGAZIN

Bereit für die erste eigene Bude

von unserer Redakteurin Elisa Perz

Das solltet Ihr beim Umzug in die eigenen vier Wände beachten.

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Tschüss Hotel Mama und hallo erste eigene Bude! Diesen Zeitpunkt erreicht jeder junge Mensch irgendwann. Dann wird der Wunsch nach Unabhängigkeit größer, das Zuhause der Eltern erscheint zu eng und die erste eigene Wohnung muss her. Aber allein mit dem Finden einer geeigneten Bleibe ist es nicht getan. Im Gegenteil: Bei einem Umzug müsst Ihr einige Punkte beachten. Wir geben Euch einen Überblick über die wichtigsten Schritte, die Ihr nicht vergessen solltet.

 

1. Finanzierung

Ganz klar: Die eigenen vier Wände müsst Ihr Euch erst mal leisten können. Schließlich bringt das Leben in einer eigenen Wohnung viele Kosten mit sich. Als Eerstes wären da die Lebenserhaltungskosten sowie die Umzugskosten. Sicher müsst Ihr neue Möbel und andere Einrichtungsgegenstände kaufen. Dafür legt Ihr Euch vorab am besten eine Checkliste an, um genau zu schauen, welche Dinge Ihr wirklich neu braucht und welche Ihr Euch anderweitig besorgen könnt. Bestimmt können Euch Familienmitglieder, Bekannte und Freunde mit Sachen, die sie selbst nicht mehr brauchen und die trotzdem noch funktionstüchtig sind, aushelfen. 

Darüber hinaus solltet Ihr Euch noch vor dem Umzug Gedanken machen, wie Ihr später monatlich die Miete für Eure Wohnung bezahlt. Diese beinhaltet die Kaltmiete und die Nebenkosten. Zu Letzterem gehören unter anderem die Ausgaben für Heizung, Wasser, Hausreinigung und Müllabfuhr. Zusätzlich müsst Ihr mit einer einmal zu zahlenden Kaution rechnen, die Euer Vermieter verlangen kann. Im Regelfall beläuft sich die Summe auf die Höhe von drei Nettokaltmieten. Wahrscheinlich legt Euch Euer Vermieter im Vorfeld auch einen Fragebogen zu Euren Arbeits- und Einkommensverhältnissen vor. Damit möchte er auf Nummer sicher gehen, dass Ihr die Miete in Zukunft immer pünktlich begleichen könnt. Reicht Euer eigenes Einkommen nicht aus, können Euch Eure Eltern mit einer Mietbürgschaft unter die Arme greifen. 

Außerdem könnt Ihr als Zuschuss zur Miete Wohngeld bei Eurer zuständigen Wohngeldbehörde beantragen. Die Höhe ist abhängig vom Gesamteinkommen, der Anzahl der Haushaltsmitglieder und der Gesamtmiete. Allerdings bekommt Ihr den Zuschuss nur zugesprochen, wenn Ihr keinen Anspruch auf andere Leistungen habt. Zu jenen Leistungen zählen abgesehen vom Kindergeld, das Ihr bis zum Alter von 25 Jahren während einer Ausbildung erhaltet, ebenfalls BaföG für Studierende und Auszubildende sowie die  Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Bei beiden Leistungen müsst Ihr bestimmte Bedingungen erfüllen, um sie zu erhalten. Ob das bei Euch der Fall ist, könnt Ihr unter https://www.bafög.de. beziehungsweise unter http://www.babrechner.arbeitsagentur.de nachlesen. 

 

2. Versicherungen

Eine Haftpflicht- und eine Hausratsversicherung abzuschließen, ist zwar kein Muss. Aber ratsam. Denn sie schützen Euch vor hohen Kosten, die im Ernstfall wie einem Wohnungsbrand auf Euch zukommen können. Die Haftpflichtversicherung greift, wenn Ihr Schäden an Dritten verursacht. Wenn durch Euch also Schäden an der Wohnung selbst oder dem fest eingebauten Inventar, wie zum Beispiel Böden, Einbauküchen oder Waschbecken und WC, entstehen, bedeutet das einen Schaden für Euren Vermieter. 

Die Hausratsversicherung sichert für Euch im Gegensatz dazu neben Möbeln und Kleidung unter anderem auch Elektrogeräte und Fahrräder ab. Vorher solltet Ihr aber prüfen, ob Euer Hausrat nicht bereits über Eure Eltern mitversichert ist.

 

3. Wohnsitz ummelden

Die Ummeldung des Wohnsitzes ist einer der ersten Punkte, um den Ihr Euch nach einem Wohnortswechsel kümmern müsst. Denn im Normalfall bleiben Euch dafür nur zwei Wochen Zeit, sonst droht Euch ein Bußgeld. Die Ummeldung könnt Ihr beim Einwohnermeldeamt der neuen Stadt vornehmen. Dazu benötigt Ihr ein gültiges Ausweisdokument und eine Wohnungsgeberbestätigung, die Ihr online finden könnt.

4. Behörden informieren

Abgesehen vom Einwohnermeldeamt gibt es weitere wichtige Behörden, die Ihr über Euren Umzug informieren müsst. Als Allererstes zu nennen ist die Post. Dafür müsst Ihr einen Nachsendeantrag stellen. Das geht ganz einfach im Internet unter www.nachsendeauftrag.net/Beantragen. Zudem solltet Ihr Arbeitsamt, Familienkasse, Sozialkasse, Finanzamt, Bafög-Amt, Krankenkasse sowie gegebenenfalls Bildungseinrichtungen wie Universitäten oder Schulen nicht außer Acht lassen. Gleiches gilt für Euren Arbeitgeber, Zeitungen und sonstige Abonnements, Kundenkarten sowie Vereine.

 

5. Beantragungen

Der Umzug ist durch und Ihr wollt Euch in der eigenen Bude endlich gemütlich auf die Couch legen und Fernsehen schauen? Das geht. Jedoch nur, wenn Ihr bei einem Anbieter den Kabelanschluss und den gesetzlichen Rundfunk beantragt habt. Und ja, auch fürs Surfen im Internet und das Telefonieren müsst Ihr vorher geeignete Anbieter finden. Wasser, Gas und Strom laufen hingegen häufig über eine zentrale Grundversorgung. Doch dieser Tarif ist nicht unbedingt der Günstigste. Ihr solltet Euch daher zeitnah über einen möglichen Wechsel informieren.

 

6. Bei Nachbarn vorstellen, Kühlschrank füllen und Füße hochlegen!

Sind diese ganzen Schritte erledigt, kann sich das Gefühl von Freiheit und der Wohlfühlfaktor in den eigenen vier Wänden endlich ausbreiten. Wenn Ihr Nachbarn habt, solltet Ihr trotzdem nicht vergessen, Euch bei denjenigen vorzustellen. Nichts ist peinlicher, als jahrelang Tür an Tür zu leben und nicht zu wissen, neben wem. 

Und keine Sorge: Auch wenn Euch die ungewohnte Situation am Anfang überfordern mag, pendelt sich das schnell ein. Also genießt Euer neues und selbstständiges Leben einfach!


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