Donnerstag, 14. November 2019
Freitag, 18. Oktober 2019

TORGAU

K&S Torgau mittendrin im Megatrend

Qalitätsmanagerin und stellvertretende Pflegedienstleiterin Katja Stark erklärt ihren Kollegen die Funktionsweise der Bereichsüberwachung. Foto: TZ/Stöber

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Die Altenpflege liegt im Trend. Genauer in einem der Megatrends unserer Zeit: der Demografie. Wie sich die Branche entwickelt, lesen Sie am Beispiel der K&S Seniorenresidenz Torgau.

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Die Altenpflege liegt im Trend. Genauer in einem der Megatrends unserer Zeit: der Demografie. Die Gesellschaft altert. Auf immer mehr ältere kommen immer weniger junge Menschen. „Wir stecken bereits mitten im Wandel“, sagt Jacqueline Ulbrich, die Leiterin der K&S-Seniorenresidenz in Torgau.

Ihr Befund:  Die Nachfrage nach Pflegeplätzen steigt, die Suche nach gutem Personal wird schwieriger. Die Beseitigung dieses offenkundigen Widerspruchs zugunsten der alternden Bevölkerung ist für sie der Schlüssel, um das Thema Pflege auch im kommenden Jahrzehnt im Griff zu behalten.

Doch aktuell ist es ein anderer Widerspruch, der Jacqueline Ulbrich zu denken gibt. Dabei geht es um das Image der Altenpflege. Darin spiegelt sich nicht wieder, welch große gesellschaftliche Verantwortung schon jetzt, aber mehr noch in den kommenden Jahren auf diesem Berufszweig liegt.

Denn nur im Angesicht einer hochwertigen Betreuung ihrer Angehörigen werden die Berufstätigen Werte schaffen können.  Stattdessen richte sich der Blick in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals nur dann auf die Branche, wenn etwas Negatives vorgefallen sei, so die Residenzleiterin.

„Dabei haben wir neben unserem internen Qualitätsmanagement auch eine sehr hohe externe Prüfdichte, werden vom Gesundheitsamt und der Heimaufsicht kontrolliert und einmal im Jahr steht unangemeldet eine zweitägige Qualitätsprüfung ins Haus. Dazu gibt es eine Fachkraftquote von 50 Prozent, die wir erfüllen“, beschreibt sie den Rahmen ihrer Arbeit.

Um junge Menschen für den Beruf und das Unternehmen zu begeistern, wartet K&S jedoch nicht auf Schützenhilfe beispielsweise aus der Politik. Stattdessen sind die Mitarbeiter die besten Botschafter ihrer Firma. Sie treten in Schulen auf und erklären Neugierigen bei Berufsmessen, wie ihre Arbeit funktioniert.

Wichtige Erkenntnis aus dem gut zahlenden Hause K&S: Wer sich für eine Ausbildung in der Altenpflege entscheidet, sucht sich sein Unternehmen nicht nach Bezahlung aus. „In der Regel kommen die jungen Leute über ein Praktikum mit dem Unternehmen in Kontakt. Wenn es dort passt, ist die Bezahlung zweitrangig“, berichtet Jacqueline Ulbrich. Die Praxisanleiter im Torgauer Haus sind deshalb zusätzlich geschult, um die Auszubildenden/ Praktikanten in der Praxis intensiv zu begleiten.

Gespannt schaut sie auch auf die jungen  Menschen, die in den zurückliegenden Jahren nach Deutschland zugewandert sind. Es sei aktuell überhaupt nicht absehbar, wie sich die Anwesenheit dieser Gruppe auf die Entwicklung der Arbeitswelt auswirken werde.

Eine andere Entwicklung, die das Unternehmen fest im Blick und bereits mit Maßnahmen unterlegt hat, ist die gestiegene Lebensarbeitszeit der aktuellen Mitarbeiter. Für viele gilt der Renteneintritt mit 67. Die interne Gesundheitsvorsorge gewinnt deshalb an Stellenwert.

„Jedes Jahr veranstalten wir Gesundheitstage, unter anderem gemeinsam mit der AOK. In diesem Jahr geht es um die Themen Herz-Kreislauf und Stressmessung. Dazu gibt es an diesem Tag noch einen gesunden Snack und ein kleines Präsent mit dem Hintergrund Gesundheitsförderung“, berichtet Jacqueline Ulbrich.

Besonders gut komme zudem das monatliche gesunde Mitarbeiterfrühstück an. Ganz neu ist „Vivere“, ein Programm, das die gesamte K&S-Gruppe umsetzt. „Wir haben eine Kollegin ausbilden lassen, um der Belegschaft Rückenkurse nach Dr. Brügger anbieten zu können. Natürlich stünden diese Angebote allen Mitarbeitern offen, unabhängig vom Alter, so die Residenzleiterin.

Klar, das Personal ist die Grundlage, „in den kommenden Jahren werden wir aber neue Strukturen schaffen, um auch künftig hohe Qualität in der Pflege anbieten zu können“, spricht Jacqueline Ulbrich unter anderem von zunehmender technischer Unterstützung für das Personal.

Schon heute kommen moderne Geräte wie Transferhilfen zum Einsatz. Sie unterstützen die Altenpfleger bei körperlich schweren Tätigkeiten – sind sozusagen technische Erweiterungen der Arbeitskraft. Die Chefin der Torgauer Residenz denkt aber noch weiter: „Nicht in der Pflege, aber im Servicebereich halte ich den Einsatz von Robotern in naher Zukunft für absolut denkbar.“

Ein mögliches Szenario sei die Versorgung der Bewohner mit Flüssigkeit. Ein Roboter könnte die Bewohner direkt ansteuern, zum Trinken animieren und gleich noch die Ausgabe dokumentieren. Hightech und Altenpflege: ganz sicher kein Widerspruch.         
 

 


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