Donnerstag, 14. November 2019
Freitag, 18. Oktober 2019

TORGAU

Torgaus Krankenhaus wird digital

Oberärztin Nancy Sachs von der Kinder- und Jugendabteilung bereitet Informationen für die Visite ihrer kleinen Patienten digital auf.Foto: Unternehmen

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau. Das Torgauer Kreiskrankenhaus „Johann Kentmann“ steckt mitten in der Digitalisierung. Welche Hürden dabei zu nehmen sind, erklären die Geschäftsführer des Unternehmens im Interview.

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Medizinischer und wirtschaftlicher Erfolg eines Krankenhauses bedingen sich. Platt gesagt ermöglichen gute Zahlen Investitionen in gute Ausstattung und Personal, was wiederum die medizinische Leistungsfähigkeit stärkt und dem Krankenhaus wirtschaftlichen Erfolg beschert.

Das Torgauer Kreiskrankenhaus „Johann Kentmann“ durchläuft diesen Kreislauf und arbeitet intensiv daran, auch im neuen Jahrzehnt doppelt erfolgreich zu sein. Welche Hürden dabei zu nehmen sein werden, erklären die Geschäftsführer des Unternehmens im Interview.

Deutschlandweit ein großes Thema sind aktuell die Lücken in der Pflege. Wird das auch für Torgau ein Problem?
Jens Laser:
Wir haben zum Glück unsere Pflegefachschule, die regelmäßig und in hoher Qualität ausbildet. Das bringt uns in eine komfortable Lage. Allerdings hält der Gesetzgeber immer wieder Überraschungen für uns bereit.

So wie die generalisierte Pflegeausbildung, die Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Altenpfleger in einen Ausbildungsgang wirft und im neuen Jahr startet?

Dr. Joachim Müller: Unsere Schule bereitet sich inhaltlich bereits intensiv auf den Wechsel vor. Absehbar ist, dass der Aufwand für die Krankenhaus-Verwaltung steigt. Vorgesehen ist, dass sich jeder Ausbildungsbetrieb für seine Azubis um Praktika in den unterschiedlichen Pflege-Bereichen kümmert. Das übernimmt unser Haus jedoch zentral, um die anderen Einrichtungen zu entlasten.

Digitalisierung gilt als ein Lösungsansatz, um die Pflegekräfte künftig von doppelten Dokumentationen zu entlasten und ihnen damit insgesamt mehr Zeit für die Arbeit am Patienten verschaffen. Wie digital ist das Torgauer Krankenhaus?
Jens Laser:
Digitalisierung ist ein großes Thema für uns. Im Vergleich zu anderen Häusern unserer Größe sind wir auf einem sehr guten Stand, weil wir früh begonnen haben zu investieren.

Wir orientieren uns an den Standards des BSI, dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, welche eigentlich nur für größere Kliniken vorgeschrieben sind. Gleichzeitig haben wir ein wirklich fittes Team in der IT, das vieles möglich macht. Fakt ist aber auch, dass wir mitten in einer Reihe von Digitalisierungsprozessen stecken.

Auf welchen Bereichen liegt aktuell der Digitalisierungsfokus?
Dr. Joachim Müller:
Seit vergangenem Jahr wird unsere komplette Pflege digital dokumentiert. Von der Einschätzung des Patienten bis zur Festlegung der pflegerischen Maßnahmen wird nichts mehr auf Papier erfasst. Derzeit arbeiten wir an der digitalen OP-Planung.

Da hier sehr viele verschiedene Abteilungen eingebunden sind und entsprechend viele Einzelprozesse analysiert und neu abgebildet werden müssen, ist das eine echte Herausforderung. Ein drittes Projekt in unserem Haus ist das digitale Archiv, in dem alle Informationen über die Behandlung unserer Patienten für erneute Behandlungen abgelegt werden sollen.

Jens Laser: Ab nächstem Jahr wird die Erfassung und Bearbeitung der Rechnungseingänge in unserer Finanzbuchhaltung ebenfalls nur noch digital erledigt.

Wie würden Sie die größte Herausforderung durch die Digitalisierung beschreiben?
Dr. Joachim Müller:
Viele Prozesse sind über Jahre gewachsen. Zuständigkeiten resultieren oftmals nicht aus direkter Zuständigkeit, sondern aus der Gewohnheit. Für eine erfolgreiche Digitalisierung müssen wir uns mit allen Aufgaben bis ins kleinste Detail beschäftigen und sie zum Teil neu zuweisen. Das ist für die Beteiligten oft eine harte Umstellung.

Jens Laser: Das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn die Umstellung alle an die Grenzen ihrer Kräfte bringt: Mehr Transparenz, Verfügbarkeit der Informationen an jedem Ort zu jeder Zeit, mehr Zeit für die Patienten und noch höhere Qualität in der Behandlung.

Wie nehmen Sie das Klinik-Personal mit auf diese Reise?
Dr. Joachim Müller:
Wir haben eine Digitalisierungsarbeitsgruppe eingesetzt. Dieses Gremium besteht aus Ärzten aus unterschiedlichen  Fachabteilungen, um möglichst viele Fragen schon im Prozess aufzuwerfen und gleichzeitig erklärend in die Klinik wirken zu können.

Mit dem „Digitalen Frühstück“ haben wir ein Instrument geschaffen, bei dem in den betreffenden Abteilungen über Abläufe gesprochen wird und die Ausführenden vor Ort ihre Vorschläge einbringen können. Wir sind damit im OP gestartet und mit vielen guten Ideen herausgegangen. Ein ständiger Projektbegleiter unterstützt uns dabei, kein Detail aus den Augen zu verlieren.

Jens Laser: Zudem haben wir das Thema direkt bei der Geschäftsleitung angebunden. Anna Sprenger treibt unsere Digitalisierungsbemühungen, unterstützt vom Projektbegleiter, freundlich aber mit klarem Ziel voran. Eine sehr wichtige Aufgabe für unser Haus, die sie voll fordert.


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