Mittwoch, 20. November 2019
Mittwoch, 6. November 2019

TORGAU

Ab jetzt startet das Quartiersmanagment durch

Stefanie Kasubke in ihrem neuen Büro im Stadtteiltreff in Nordwest. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Quartiersmanagerin Stefanie Kasubke im TZ-Interview über ihre neuen Herausforderungen und Pläne in Torgau Nordwest.

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Einen Monat ist Stefanie Kasubke nun bereits Quartiersmanagerin in Torgau Nordwest. War sie im Oktober noch für nur zehn Stunden pro Woche im Stadtteil tätig, wurden diese mit Beginn des neuen Monats verdoppelt. Und auch Sprechstunden für Bürger werden ab kommender Woche angeboten. Die Torgauer Zeitung traf sich mit der neuen Quartiersmanagerin zum Interview, in dem sie unter anderem über ihre Pläne für den Stadtteil sprach.

TZ: Was sind die ersten Schritte, die sie bereits unternommen haben?
S. Kasubke:
In meinen ersten Wochen als neue Quartiersmanagerin arbeite ich vorrangig an der Einrichtung der Anlaufstelle im Stadtteil selbst. Außerdem suche ich den Kontakt zu anderen Städten, die sich mit einer ähnlichen Herausforderung konfrontiert sehen wie wir. Die Arbeit gestaltet sich aktuell jedoch noch nicht so einfach, da ich neben der Tätigkeit als Quartiersmanagerin pro Woche auch noch die Gemeinschaftsunterkunft am Stadtpark leite, außerdem erarbeiten wir gerade ein Konzept für den Stadtteiltreff. Diese Aufgabe ist nur machbar, da ich mit der Stadt Torgau und auch mit dem Kulturellen Aktionsprojekt Torgau zwei starke Partner an meiner Seite habe.

Ab sofort sind Sie für 20 Stunden in der Woche in Nordwest anzutreffen ein. Was ist jetzt Ihre Haupttätigkeit sein?
Ich möchte in erster Linie ein Netzwerk aller Beratungsangebote schaffen, die in Nordwest stattfinden können. Das könnte unter anderem aus dem Jugendmigrationsdienst, der Migrationsberatung, dem Kommunalen Integrationskoordinatoren, dem Streetworker, falls es irgendwann wieder einen gibt, sowie einem Flüchtlingssozialarbeiter bestehen. Und natürlich werde ich selbst als Ansprechpartner für die Einwohner in Nordwest fungieren und mich ihren Problemen und Sorgen gerne annehmen. Hierfür werden wir eine Sprechzeit installieren. Ab nächster Woche werden diese dienstags im Zeitraum von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr in den Räumlichkeiten des Stadtteiltreffs im Finkenweg 3 stattfinden.

In Ihrer Aufzählung waren jetzt sehr viele Angebote für Migranten aller Art aufgeführt und auch uns als Zeitung erreicht oft das Feedback, dass mit dem Quartiersmanagement nun doch wieder nur ein Angebot für Ausländer geschaffen wird.  Ist diese Kritik berechtigt?
Nein, ganz im Gegenteil. Meine Arbeit richtet sich an alle Bewohner Torgau Nordwests, egal ob Ausländer oder nicht. Ich möchte den Stadtteil öffnen und wieder mehr in Torgau als Ganzes integrieren. Und das funktioniert nur, wenn man die Unterstützung der Einheimischen hat und sich deren Sorgen und Ängste annimmt.
Die Entwicklung von Verantwortung für das eigene Stadtquartier sollte langfristig gestärkt und selbsttragende Bewohnerorganisationen geschaffen werden.

Gibt es dafür schon konkrete Pläne?
Ja, durchaus. Eine meiner ersten Aufgaben war und ist es, den Belegungsplan des Stadtteiltreffs zu optimieren. Dieser ist im Moment sehr einseitig gestaltet und bietet wenig Gelegenheit für neue Vereine oder Gruppen, die Räumlichkeiten zu nutzen. Damit will ich nicht nur die Vereine, die sowieso schon im Stadtteil aktiv sind, ansprechen, sondern vor allem auch die Vereine außerhalb von Nordwests dafür begeistern.

Zum Beispiel?
Der Verein Zusammenkommen e.V. Belgern veranstaltete beispielsweise bereits einen Gesprächsnachmittag in Nord-West. Definitiv der Schritt in die richtige Richtung.
Wichtig ist es, die Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger abzufragen und daraus je nach Anliegen weiter Projekte entwickeln. Ich bin da völlig offen und stehe gerne allen Vereinen Rede und Antwort.

Ein großes Problem in Torgau Nordwest sind nicht nur fehlende Angebote, sondern auch eine sehr hohe Kriminalitätsrate. Werden Sie auch in solchen Belangen als Ansprechpartner dienen?
Natürlich. Zwar bin ich als Quartiersmanagerin nicht in der direkten Position, irgendetwas dagegen zu tun, aber trotzdem werde ich mich so gut es geht mit Polizei und Ordnungsamt vernetzen. Die Aufgabe ist es, Akteure aus verschiedensten Bereichen zusammenzuführen.

Von 2010 bis 2015 waren sie bereits als Quartiersmanagerin in Torgau Nordwest tätig. Können Sie an die Arbeit von damals anknüpfen oder starten Sie wieder bei Null?
Das lässt sich so einfach nicht beantworten, denn die Situation ist zum Einen eine ganz andere wie zwischen 2010 und 2015. Und da habe ich großen Respekt vor. Die ersten Flüchtlinge kamen in Torgau an, damals haben uns hauptsächlich mit den Spätaussiedlern beschäftigt, zum Anderen ist jetzt die Stimmung auch eine ganz andere.

Im positiven oder negativen Sinne?
Leider im negativen. Auf beruflicher Ebene hatte ich beispielsweise weiterhin Kontakt zu den Schulsozialarbeitern. Bei Gesprächen mit den Akteuren im Stadtteil muss man nur zuhören und bekommt schon ein ziemlich klares Bild des Stadtteillebens gezeichnet.  Die Bewohner Nord-Wests  sind deutlich unzufriedener und da müssen wir etwas dagegen tun.

Denken Sie, dass Sie dies bis Ende des Jahres, wenn Ihre Stelle dann ausläuft, hinbekommen?
Ich bin auf jeden Fall optimistisch, dass wir den Grundstein dafür legen können. Ich bin natürlich auf ein starkes Netzwerk und Unterstützung von außen angewiesen. Natürlich werden dadurch nicht alle Probleme im Stadtteil gelöst, aber es ist ein Anfang.
 


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