Samstag, 22. Februar 2020
Sonntag, 8. Dezember 2019

DREIHEIDE

Paul Weber hält sein Versprechen

Paul Weber in Aktion.Foto: TZ/Archiv ?

Von Norbert Töpfer

Süptitz. Nach langer Pause ist Paul Weber in dieser Saison zwischen die Pfosten zurückgekehrt und hütet das Süptitzer Tor. Der TZ verriet er die Gründe für seine Rückkehr.

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Das Comeback von Paul Weber verlief schlecht – zumindest am Anfang der Saison. Nach dreieinhalb Jahren Pause ging der Torwart mit den Nordsachsenliga-Fußballern des SV Süptitz unter Regie des neuen Trainers Markus Kessel die ersten beiden Saisonspiele unter. Zum Auftakt in Schildau (2:6) und zu Hause gegen Hartenfels Torgau (0:5) kassierte der Keeper satte elf Treffer. Nach dem fünften Spieltag lag die Mannschaft mit drei Punkten und 7:19 Toren in der Abstiegszone. Inzwischen hat sich die Lage geändert: Die Süptitzer sind nach den Abgängen von wichtigen Spielern und ihrem Trainer-Team in Richtung Hartenfels Torgau als Siebter im sicheren Mittelfeld der Tabelle platziert.  

TZ: Warum haben Sie nach dieser langen Zwangspause wieder angefangen? Sind Sie nicht ausgelastet?
Paul Weber:
Das kann ich nicht von mir behaupten. Aber ich habe einmal zu meinem langjährigen Freund Markus Kessel gesagt: Wenn Du mal in Süptitz Trainer werden solltest, fange ich wieder an. Und für mich gilt der Spruch: Ein Mann, ein Wort.

Nach Ihrer langen Pause muss Ihnen der Neuanfang doch schwergefallen sein?
Nein. Ich habe meine Schulterverletzung nach meiner Behandlung bei Dr. Frank Striegler (Anmerkung der Redaktion: einer der Ärzte von RB Leipzig), verbunden mit einer Operation, auskuriert. Ich bin fast schmerzfrei. Nur bei manchen Paraden im Spiel zuckt es ein wenig.

Wird ein Sportler nach solch einer langen Pause nicht steif und träge?
Nein. Ich habe in meiner Fußball-Pause, soweit wie es zumutbar war, im Torgauer Fitnessstudio Fit & Fun, regelmäßig trainiert. Das ziehe ich auch jetzt noch durch, wenn meine Arbeit es zulässt. Außerdem hatte ich ja meinen Hausbau zu organisieren. Dabei habe ich aufgrund meiner handwerklichen Fähigkeiten vieles allein erledigen können. Oft haben mir auch Freunde geholfen.

Sie werden auch jetzt noch zu Hause genug zu tun haben. Reicht die Zeit fürs Training noch?
Das ist dienstags so gut wie unmöglich, weil ich oft auf Montage bin. Freitags versuche ich es irgendwie möglich zu machen. Wenn es meine Zeit erlaubt, gehe ich sogar joggen.

Sie sind inzwischen Familienvater, haben Haus und Garten. Ist Ihre Frau sauer, dass sie wieder spielen?
Meine Frau knurrt schon manchmal. Aber sie treibt selbst gerne Sport und weiß, dass mir Fußball Spaß macht. Also unterstützt sie mich auch.

Fahren Sie auch mal zu Heimspielen von RB Leipzig?
Nein. Ich habe schließlich Familie und ein großes Grundstück.

Macht es Spaß, in Süptitz im Kasten zu stehen?
Ja. Nach den ersten fünf weniger erfolgreichen Spielen ging es bergauf. Es passt in der Mannschaft. Immerhin mussten wir mit den Trainern Nico Bachmann und seinem Co. Sebastian Ebeling gute Übungsleiter abgeben. Zudem verließen uns mit Rico Drabon, Martin Meißner und Marcel Dehnert Leistungsträger. Mit Bachmann habe ich in der Bezirksliga noch für Hartenfels zusammen gespielt und ihn auch als Trainer gehabt. Er hat eine klasse Arbeit geleistet. Ich bin ihm nicht böse, dass er zu Hartenfels Torgau gewechselt ist.

Süptitz hat jahrelang in der Spitze der Nordsachsenliga mitgemischt, stieg zweimal in die Landesklasse auf. Was ist mit der jetzigen Truppe möglich?
Wir mussten zuerst die Abgänge verkraften. Aber allmählich haben wir uns als Mannschaft gefunden. Positiv ist zu werten, dass unsere jungen Spieler, die zum Teil noch in der A-Jugend spielberechtigt sind, auch bei uns gut mithalten können.

Aber Sie haben nicht gesagt, was möglich ist mit der neuformierten Mannschaft.
Der Aufstieg in die Landesklasse ist kein Thema. Wir wollen erfolgreich sein und vor allem Spaß am Fußball haben. Und wir möchten die jungen Spieler integrieren. Sie müssen bei aller Veranlagung auch noch lernen, dahin zu gehen, wo es weh tut. Das werden sie schaffen. Es sind gute Jungs mit beachtlichem Potential.

Ist es nicht frustrierend, wie die Zuschauerzahlen nach unten gehen?
Das ist bis auf die oberen Spielklassen überall so. Wenn ich an die guten Zeiten bei Hartenfels Torgau in der Bezirksliga bzw. später in der gleichrangigen Landesklasse denke, wo wir bei Flutlichtspielen 400 bis 600 Zuschauer hatten, tut das schon weh. In Süptitz haben wir glücklicherweise unseren treuen Stamm von gut 50 Leuten, die immer zu uns halten.

Das waren offenbar Ihre besten Fußball-Zeiten.
Ja. Ob ich das Niveau wieder erreicht habe, müssen andere beurteilen. Aber es waren schöne Zeiten mit den Trainern Axel Frank und Christian Töpfer sowie Mitspielern wie Nico Bachmann, Olrik Schulze, um nur einige dieser Recken zu nennen. Diese Zeiten kommen nicht wieder. Leider.

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