Samstag, 22. Februar 2020
Mittwoch, 11. Dezember 2019

NORDSACHSEN

Nordsachsen wird erneut Medienpädagogik-Vorreiter

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Nordsachsen. Das MPZ+ erforscht erstmals den Bedarf für Medienbildungsangebote in Sachsen. Für eine Studie werden noch Probanden gesucht, die sich auch auf eine Belohnung freuen können.

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 So etwas hat es im Freistaat noch nicht gegeben. Erstmals möchte man den Bedarf von medienpädagogischen Angeboten in Sachsen messen und startet dafür ab sofort mit der Erstellung einer Studie. Federführend ist dabei das Ende 2018 gegründete MPZ+, welches in Torgau ansässig ist und bereits einige medienpädagogische Projekte durchführte. Diese stießen bei der Bevölkerung auf gemischtes Interesse, weswegen man nun wissenschaftlich feststellen möchte, welche Angebote die Menschen in Sachsen tatsächlich wollen und brauchen.

Weg von der Gießkanne

„Bisher war es leider so, dass man in Sachsen beim Thema Medienbildung häufig Projekte sehr unsystematisch und nicht flächendeckend durchgeführt hat“, erklärt Dr. Benjamin Bigl. Der 40-jährige Leipziger ist der Leiter des MPZ+ und damit zuständig für die Medienpädagogik im Landkreis. Auch er hat im Laufe des Jahres immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Angebote nur sehr spärlich von der Bevölkerung angenommen wurden. „In unserem Metier wird oftmals die Philosophie vertreten, dass man Medienbildung nicht messen könne. Das sehe ich anders und dementsprechend führen wir nun diese Studie durch, die in Sachsen die erste ihrer Art ist. Wenn nur wenige Leute oder Jugendliche zu einer tollen Veranstaltung kommen, müssen wir uns doch fragen, warum kommen die anderen nicht?“

Ab jetzt geht es ganz schnell

Durchgeführt wird das Projekt, welches in einer engen Kooperation des Landkreises Nordsachsen, der Sächsischen Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (SLM) sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus (SMK) entsteht, natürlich nicht von Bigl allein. Zusammen mit der Conoscope GmbH aus Leipzig werden in den kommenden Wochen sogenannte Fokusgruppeninterviews mit Kindern und Jugendlichen sowie mit Erwachsenen durchgeführt, um die grobe Richtung der Studie zu bestimmen. In diesem ersten Schritt geht es vor allem darum, wie Menschen im Landkreis Medien nutzen, welchen Stellenwert Medien im Alltag der Menschen haben und welche Wünsche an die Medien gestellt werden.

Anschließend geht man in die Breite und führt sachsenweit repräsentative Bevölkerungsbefragungen durch. „Da wollen wir dann alles Mögliche über die Mediennutzung der Menschen im Freistaat erfahren. Welche Medien werden genutzt, wie geht man in der Familie damit um, welche Regeln gibt es und so weiter. Aber natürlich auch zum Thema der außerschulischen Bildung, die wir ja dann am Ende mit der Studie befördern wollen, werden Fragen gestellt. Unter anderem zum Beispiel, welche außerschulischen Bildungsmöglichkeiten überhaupt bekannt sind.“

Ende Januar möchte man beim MPZ+ mit den Befragungen und deren Auswertung fertig sein. Die Ergebnisse werden dann zusammengefasst und publiziert. „Das große Ziel ist es, eine konkrete Handlungsempfehlung zu erarbeiten, die sich im Landkreis und im gesamten Freistaat anwenden lässt“, erklärt Benjamin Bigl. „Da steht dann hoffentlich ganz genau drin, in welchen Gebieten, Altersgruppen und so weiter welche Angebote möglicherweise besser funktionieren und dem entsprechen, was die Menschen voranbringt. Die soll dann im Frühjahr 2020 vorliegen und die Medienpädagogik in Sachsen entscheidend verbessern.“

Politische Rückendeckung

Und nicht nur MPZ+-Leiter Benajmin Bigl ist von dem Projekt überzeugt, auch der Landkreis, die SLM und das SMK stehen dahinter. So sagt Nordsachsens Landrat Kai Emanuel, dass es gerade für den ländlichen Raum immens wichtig sei, „mit gezielten Angeboten den Menschen Antworten auf ihre Fragen und Ängste zur Digitalisierung geben zu können.“ Und Prof. Dr. Markus Heinker, Präsident des Medienrates der SLM, erhofft sich von der Befragung „nachhaltige Impulse für die anstehende grundsätzliche Evaluierung der Medienkompetenzförderung der SLM“.

Um die Studie zu einem erfolgreichen Ende führen zu können, werden aktuell noch für die Fokusgruppeninterview Probanden gesucht. Dazu werden in einer einstündigen Sitzung unter anderem Fragen zu den Erfahrungen mit digitalen Medien, zur Mediennutzung allgemein und zur Nutzung von Medienbildungsangeboten gestellt. Die Interviews werden in Torgau am 16. Dezember zwischen 14 und 17 Uhr, in Mittweida am 17. Dezember zwischen 13 und 16 Uhr, in Eilenburg am 18. Dezember von 10 bis 16 Uhr und in Delitzsch am 19. Dezember zwischen 10 und 16 Uhr in den jeweiligen Volkshochschulen durchgeführt.

Anmeldungen können per E-Mail an markus.schubert@conoscope.de oder telefonisch unter der Nummer 0174 4279580 erfolgen. Teilnehmen an den Interviews kann jeder, belohnt wird die Teilnahme mit einem 30-Euro-Amazon-Gutschein.

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