Dienstag, 25. Februar 2020
Donnerstag, 9. Januar 2020

TORGAU

Den letzten Gang des geliebten Haustieres planen

Nadien Fischer und ihr Dundee waren ein Herz und eine Seele.Foto: Kristin Engel

Von Kristin Engel

Torgau. Die Torgauerin Nadine Fischer wurde vom Tod ihres Hundes überrollt. Doch jeder Haustierbesitzer kann für die Bestattung seines treuen Begleiters vorsorgen.

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Von Verlust, Tod und Sterben möchte man am liebsten nichts hören. Alles scheint so weit weg. Und mit diesem Thema möchte man sich eigentlich gar nicht befassen. Doch wenn der Tag dann doch gekommen ist, steht man vor tausend Fragen. Bei Menschen ist es schwer. Und auch beim geliebten Haustier kann man durch die Trauer oft gar keinen klaren Gedanken fassen. Doch mittlerweile gibt es sogar Sterbevorsorge für Haustiere, sodass der letzte Gang des treuen Begleiters schon im Vorfeld geplant werden kann. Für einen würdevollen Abschied ohne finanzielle Probleme.

Auch die Torgauerin Nadine Fischer wollte sich mit dem Gedanken nicht auseinandersetzen. Heute rät die Hundefriseurin ihren Kunden, sich mit dem Thema zu befassen. Denn sie musste am eigenen Leib erfahren, wie es ist, plötzlich eine Entscheidung fällen zu müssen.

Zahlreiche Klinikaufenthalte und Tränen

So viele Klinikaufenthalte, so viele Sorgen, bereits zwei seltene Krankheiten, unzählige Tränen. Nadine Fischer hat um das Leben ihres geliebten Dackels gekämpft. Und das eine Ewigkeit. Immer wieder gab es kurze Hoffnungsschimmer. Immer wieder waren diese nur Schall und Rauch. Der Anruf kam nicht überraschend, doch war er für die 34-Jährige ein Stich mitten ins Herz. Der Zeitpunkt war gekommen, Dundee gehen zu lassen. Er hatte den Kampf verloren.

„Ich wurde ins kalte Wasser geschmissen. Nie hatte ich mir darüber Gedanken gemacht, was ich mir vorstellen könnte, wie mein Hund zur letzten Ruhe gebettet werden soll. Der Zeitpunkt war einfach viel zu früh. Ich hatte nie die Möglichkeit, mir zu überlegen, was vielleicht sogar ihm gefallen könnte. Ich hatte Dundee verloren. Von jetzt auf gleich. Und musste eine Entscheidung treffen.“  
„Anubis“

Sie war mit ihrer Trauer beschäftigt. Als man ihr kurz vor Dundees Tod sagte, dass es nichts mehr gäbe, mit dem man ihm helfen könnte, musste sich die Torgauerin trotz zerbrochenen Herzens mit dem Thema befassen. Sie rief verschiedene Tierbestattungen im Umkreis an und landete schließlich bei „Anubis“.

„Die Mitarbeiter von ,Anubis‘ waren die Einzigen, die meinen Hund beim Namen nannten und über ihn nicht als ,Kadaver‘ sprachen. Sie haben sehr beruhigend mit mir gesprochen und meinten ,Wir kümmern uns um ihren Dundee‘ und nicht wie andere, die etwas von Plastiksack und Gefriertruhe gesagt haben. Auch wenn das so ist, möchte man so etwas in einem solchen Moment wirklich nicht hören. Der Mitarbeiter von ,Anubis‘ war herzlich, mitfühlend und passte seine Stimme an meine an.“

Schöne Erinnerungen bewahren

Nadine Fischer hatte in diesen schweren Stunden ihre Mutter an ihrer Seite. Sie informierte auch die Tierbestattung, dass es nun soweit war. Der Mitarbeiter machte sich sofort auf den Weg und traf wenige Minuten später ein. Dundee war in eine Decke gewickelt. Nadine Fischer durfte sich so viel Zeit nehmen, wie sie brauchte, um sich von ihrem geliebten tierischen Partner zu verabschieden. „Ich durfte ihn nochmal streicheln, als er im Auto lag. Ich deckte ihn zu und legte ihm sein Tuch um den Hals mit der Aufschrift ,Ich war tapfer‘. Der Mitarbeiter sagte zu mir, dass er mich anrufen würde, wenn Dundees Asche da ist und konnte mir schon das Datum sagen. Genau zwei Wochen dauerte es.“

Die Tierbestatter bieten viele Möglichkeiten an. Je nachdem für welche man sich entscheidet gibt es die verschiedensten Angebote für eine schöne Erinnerung an das Haustier. Im Fall von Dundee entschied sich die Torgauerin gegen eine Urne. Bei einem privaten Hersteller lässt sie eine Figur des Dackels fertigen, in diese die Asche von Dundee kommen soll. „So lebt er in seinem Körper weiter“.
Von „Anubis“ gab es zudem eine Tüte mit Vergiss-Mein-Nicht-Samen, die sie im nächsten Frühjahr aussähen möchte. Einen Teil auf ihrem Balkon, einen anderen im Glacis, wo der kleine Mann immer so gerne spazieren war. „Ich war bei ,Anubis‘ sehr gut aufgehoben. Im Nachhinein gesehen empfehle ich jedem, sich vorher Gedanken zu machen, um dann nicht überrascht zu werden.“

Sterbevorsorge

Die Tierbestattungsunternehmen bieten hier verschiedene Angebote. So gibt es auch bei „Anubis“ gute Vorschläge: „Haustiere sind heute Familienmitglieder. Der Abschied fällt deshalb besonders schwer und viele Tierfreunde sind mit der Situation überfordert. Mit einer Sterbevorsorge können die Details einer Einzeleinäscherung schon im Vorfeld in Ruhe überlegt und die Kosten dafür angespart werden. Ab einer sehr geringen monatlichen Rate von drei Euro, je nach Größe des Tieres, ist ein würdevoller Abschied so auch finanziell abgesichert. Die Vereinbarungen zur Bestattung sind im Vertrag hinterlegt und können von den Erben eingesehen werden, falls der Tierbesitzer vor dem Tier stirbt.“

Auch wenn es schwer fällt, sollte jeder Tierbesitzer einmal in sich gehen und sich Gedanken darüber machen, was man sich für sein Tier wünscht. Denn wie auch bei den Menschen kommt einmal der Tag, an dem man diese schwere Entscheidung treffen muss. Und es ist wichtig, dass man dann für sich die richtige Lösung findet.  


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