Dienstag, 21. Januar 2020
Freitag, 10. Januar 2020

TORGAU

"Ich möchte den Kontakt zum Bürger!"

Henry Goldammer: „Das Ziel nicht aus den Augen verlieren!“

H. Landschreiber

Henry Goldammer über Zeit, Kaffeeklatsch und eine gekündigte Freundschaft

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Torgau  Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch erklärt Henry Goldammer, Inhaber des Lady Gym – Fitness für Frauen und Torgauer Stadtrat, warum 2020 in vielerlei Hinsicht die Weichen gestellt werden müssen.

SWB: Welche guten Vorsätze für das neue Jahr haben Sie sich persönlich gesetzt, Herr Goldammer?
Henry Goldammer:
Mehr auf meine Gesundheit zu achten und bewusster zu leben.  
Was heißt das genau?
Ich versuche, stressfreier zu leben, indem ich die mir zur Verfügung stehende Zeit besser einteile und auslaste, gekoppelt mit gesunder Ernährung und aktiver Bewegung.
Und das funktioniert?
Ich probiere es! Wer mich kennt, weiß, dass ich in mehreren Funktionen unterwegs und auf ein  straffes Zeitmanagement angewiesen bin. Gerade wenn ich auf das zurückliegende Jahr blicke.
Warum?
Für mich persönlich war 2019 ein unheimlich schnelles und aufregendes Jahr. Aufgrund der Fülle der Aufgaben habe ich gemerkt, was noch wichtig für mich ist. Dass Familie, Freizeit,  Freundschaften pflegen und Sport zu treiben einfach zu meinem Leben gehört. Klar, mein Beruf ist auch meine Berufung. Im Alltag bin ich bewusst für meine Kundinnen da. Danach sollte ich häufiger auch mal an mich denken.
Wie kann man die Motivation hochhalten?
Indem man sich realistische Ziele setzt und sich eingesteht, dass nicht alles von jetzt auf gleich  zu hundert Prozent umgesetzt werden kann. Man muss auch akzeptieren, dass es Rückschläge geben kann, die das Ergebnis aber letztendlich nicht beeinflussen sollten. Das große Ziel darf man nie aus den Augen verlieren. Fakt ist, dass das Leben nicht immer geradlinig verläuft.
Spüren Sie aufgrund der zum Jahreswechsel gesetzten guten Vorsätze eine höhere Resonanz im Lady Gym – Fitness für Frauen?
Die meisten Menschen sind noch in der Startphase. Sicherlich, wer mit dem Rauchen aufhören wollte, hat dies ab dem 1.1. versucht. Im Fitnessstudio geht es erst ab der zweiten, dritten Woche im neuen Jahr so richtig los.
Mit welchen Anliegen oder Fragen kommen Neueinsteigerinnen zu Ihnen?
Schon bestehende Teilnehmerinnen streben an, wieder regelmäßiger zum Training kommen zu wollen. Neue Kundinnen haben den Vorsatz, sich fit und gesund  zu halten, wozu auch die Gewichtsregulierung gehört. Und ältere Frauen versuchen, mit dem Training selbstständiger zu bleiben. 70 ist eben das neue 50. Aber es benötigt nicht den Silvesterabend, um gute Vorsätze zu fassen.
Sondern?
Einen Zeitpunkt, einen Anlass, um etwas zu ändern, gibt es jederzeit. Vielleicht findet man zum Beispiel neue Freunde, die einen bei der sportlichen Betätigung einfach mitziehen.
Mit welchen Komponenten kann das Lady Gym – Fitness für Frauen punkten?
Da hier ausschließlich Frauen trainieren, unterscheide ich mich schon von herkömmlichen Fitness-Studios. Zu den normalen Fitness-Studioangeboten punkten wir mit frauenspezifischen Angeboten wie Beweglichkeit, Entspannung, Gruppenkursen, Sauna und der sozialen Komponente. Zu einem guten Training  gehören ein gutes Gespräch genau so dazu wie ein Kaffeeklatsch in unseren attraktiven Räumlichkeiten
Was ist für 2020 anvisiert?
Um das Gesundheitstraining weiter zu forcieren, haben wir zwei Galileo-Vibrationsgeräte angeschafft. Damit werden zum Beispiel wunderbar die Rückenmuskulatur und der Beckenboden trainiert. Ansonsten stehen nach wie vor Rückenschulkurse, Faszien- und funktionelles Training hoch im Kurs.
Im laufenden Jahr müssen auch in Sachen Stadtentwicklung die Weichen gestellt werden.
In der Tat. Da gibt es große Themen. Unsere Stadt sollte so attraktiv aufgestellt sein, dass die Leute hierbleiben und gern hier leben. Die Kommune stellt die Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Infrastruktur, aber die hier lebenden Menschen müssen die Stadt lebenswert gestalten. Diesbezüglich vermisse ich von vielen Bürgern Eigeninitiative und Beteiligung. Es ist immer leicht zu sagen „Man könnte …“ Besser ist es zu hinterfragen: Wer ist „man“, und was kann ich tun? Um etwas zu verändern, müssen alle tätig werden. Jede helfende Hand ist wichtig. Neben der  Landesgartenschau 2022 gibt es im Stadt-Alltag weitere große Aufgaben, die verwirklicht werden sollen.
Wie geht es mit dem Proviantmagazin, sprich der Markthalle weiter?
Das wird kein leichtes Unterfangen! Hauptziel war und ist, den Standort für das Lady Gym – Fitness für Frauen und die anderen Mietbereiche zu sichern. Ich habe die Entwicklung und Bedeutung des Gebäudes in den letzten 20 Jahren hautnah verfolgt. Als Eigentümer leiste ich nun einen aktiven Beitrag, um das Gebäude zu erhalten, zu entwickeln und zu beleben. Es ist ein zentraler Punkt in unserer schönen Stadt. Vieles braucht seine Zeit, aber auch hier verliere ich das Ziel nicht aus den Augen. Sicherlich wird bei der Umsetzung auch hier nicht alles geradlinig verlaufen. Ich benötige eine breite Unterstützung.
Haben Sie als Stadtrat aufgrund der Fülle an Aufgaben noch den Durchblick?
Wir Stadträte versuchen, das Ohr immer an der Masse zu haben, Ideen aufzugreifen, Sorgen und Nöte in den Stadtrat zu tragen. Wer nicht persönlich zu den Händlerstammtischen oder den Stadtratssitzungen kommen kann, kann mich persönlich aufsuchen oder anrufen. Ich möchte den Kontakt zum Bürger aktiv pflegen.
Was tun Sie, wenn die Gedanken „wild im Kopf umhertanzen”?
Da mein Arbeitstag selten weniger als 14 Stunden beträgt, freue ich mich auf die ruhigen Momente. Ich habe gelernt, nach meiner Arbeit abzuschalten. Um bei der Arbeit im Stadtrat zu bleiben: Hier suche und finde ich stets Hilfe in der eigenen Fraktion und auch Stadtratskollegen. Und dann freut man sich gemeinsam, wenn ein Projekt für das Allgemeinwohl beendet wurde. Wie die Jugendherberge, die bald eröffnet wird.
Noch ein Blick in den Rückspiegel. Ist zur beendeten Städtepartnerschaft alles gesagt? Könnte man zu diesem Thema nicht auch einen guten Vorsatz fassen?
Zu diesem Thema ist ausreichend gesagt und geschrieben worden. Wenn sich ein Freund privat so verhalten hätte, hätte ich ihm die Freundschaft ebenfalls gekündigt. Ich stehe nach wie vor zu meinem im Stadtrat gefassten Beschluss und finde es schade, dass das Thema von Einzelnen instrumentalisiert wird. Um es nochmals klarzustellen: Es wurde eine Verbindung auf kommunaler Verwaltungsebene beendet. Das schließt weder persönliche noch bestehende Vereinsfreundschaften ein.  Man kann sich weiterhin gegenseitig besuchen. Die Stadtverwaltung wird dabei hilfreich sein.


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