Dienstag, 25. Februar 2020
Freitag, 17. Januar 2020

TORGAU

Bald volle Konzentration auf Rennerfolge in Graditz

Frisch herausgeputzt und mit dem alten Graditzer Brandzeichen geschmückt präsentiert sich das Haus der Gestütsverwaltung für die Vollblutzucht. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Graditz. Matthias Tandler züchtet in Graditz die kommenden Pferdestärken für die Formel 1 des Pferdesports. Dazu gibt er der Heimatzeitung ein paar Einblicke in die Historie und den aktuellen Stand seines Vollblut-Gestüts mit den Zuchthengsten Lucky Lion und Langtang.

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Stolz zeigt Matthias Tandler den elbseitigen Langen Stall des Schlosses Graditz. Gleich vorn, an der nach Torgau gerichteten Stirnseite, stehen die Deckhengste Langtang und Lucky Lion in ihren Boxen. Dahinter folgen die Boxen mit den Stuten, die meisten davon sind Pensionspferde. Dies ist das Herzstück seines Gestüts. Als Pächter des Vollblutgestüts teilt er sich die Gebäude und Wiesen in Graditz mit der sächsischen Gestütsverwaltung. Diese betreibt die Zucht von Reitpferden. Im Gegensatz dazu hat sich Matthias Tandler mit seinen Vollblütern der Zucht von Rennpferden verschrieben. Beide Gestüte sind wirtschaftlich nicht miteinander verquickt.

Blick in den Langen Stall

Wechselvolle Geschichte
Für ihn geht momentan der Ausbau des Verwaltungsgebäudes in die Endphase über. Ehemals residierte in diesem Haus der Rossarzt, bevor später die Verwaltung des Sächsischen Hauptgestütes das Gebäude übernahm. Auch jetzt dient das kleine Reihenhaus wieder als Verwaltungsgebäude. Diesmal für das Gestüt Graditz. Das Gebäude wurde 1871 erbaut. Es entstand als Teil des Gestütsdorfes im Zuge des Ausbaus des Gestüts unter Oberlandstallmeister Georg Graf von Lehndorff. So erlebte es in den vergangenen 150 Jahren die ganze wechselvolle Geschichte der Pferdezucht in Graditz mit: Von den ganz großen Erfolgen um die Jahrhundertwende mit zwölf deutschen Derbysiegern, über den totalen Verlust der Zuchtherde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und den folgenden Wiederaufbau als führendes Vollblutgestüt der DDR, bis hin zur Privatisierung der Vollblutzucht im Jahr 1990.
 

Renovierung
Nach Jahren des Dornröchenschlafes erfährt das Gebäude mit der Hausnummer 65 seit rund anderthalb Jahren eine Generalüberholung. Die Finanzierung wird dabei durch das LEADER-Projekt unterstützt. Mittlerweile ist der Wohnbereich fertig. Auch das Büro funktioniert. Was fehlt,  ist noch ein Besprechungsraum, der im Obergeschoss entstehen soll. Wenn der Innenraum soweit hergerichtet ist, sollen noch die Außenanlagen gestaltet werden. „Als ich das Gebäude übernahm, stand es komplett leer“, sagte Tandler. Alles war grau, dunkel und die Inneneinrichtung kaputt und so nicht nutzbar. Dennoch war es war Liebe auf den ersten Blick. „Es brauchte aber viel Phantasie, um da das schöne Haus zu sehen“, sagte Tandler. Also begann er, das Gebäude grundhaft instand zu setzen. Dabei wurde der ursprüngliche Charakter des Hauses nicht verändert, Dielen und Wände blieben drin. Zusätzliche Wände wurden nicht eingezogen. „Ich finde es schön, dass das Haus jetzt mit dem Büro wieder in seiner alten Funktion genutzt werden kann“, freut sich Tandler sichtlich über das abzusehende Ende der Renovierung.

Die Fassade im Jahr 2017

Motivation
Für den Ausbau der Nr. 65 war für ihn die Nähe zum Langen Stall entscheidend. Gerade im Frühjahr, wenn die Stuten ihre Fohlen gebären, ist der kurze Weg von Vorteil. „Da müssen wir zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb von Minuten vor Ort sein, um bei Problemen eingreifen zu können“, macht Tandler die Dringlichkeit deutlich. „Im Hauptgestüt hat man sogar eine Stallwache“, führt der Pferdefan weiter aus. Matthias Tandler begann mit 14 zu reiten und war seitdem immer eng mit Pferden verbunden. Folgrichtig studierte er Landwirtschaft und spezialisierte sich auf Pferdezucht. Dennoch arbeitete er erstmal 15 Jahre in leitender Funktion in der IT-Branche, bevor er 2014 sein Hobby zum Beruf machte und das Vollblutgestüt Graditz pachtete. Seitdem arbeitet er mit seiner Familie und seinem Team daran, zukünftig wieder Erfolge auf den Rennbahnen zu erzielen.


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