Dienstag, 25. Februar 2020
Sonntag, 26. Januar 2020

GESPRÄCH AM SONNTAG

OBM Andreas Kretschmar: "Jetzt können wir's selber!"

Andreas Kretschmar: „Unsere neue Schule bauen wir mit tollen sächsischen Jungarchitekten!“Foto: Stadtverwaltung

Von unserer Redakteuerin Julia Sachse

Oberbürgermeister Andreas Kretschmar ist zwar privat ruhig ins Jahr 2020 gestartet, er und seine Amtsleiter sehen aber spannenden Projekten entgegen. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch gibt er Einblicke in die Planung neuer Bildungseinrichtungen und den Baufortschritt am Freizeitbad „Platsch!“

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Oschatz. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar ist zwar privat ruhig ins Jahr 2020 gestartet, er und seine Amtsleiter sehen aber spannenden Projekten entgegen. Im SonntagsWochenBlatt-Gespräch gibt er Einblicke in die Planung neuer Bildungseinrichtungen und den Baufortschritt am Freizeitbad „Platsch!“.

 

 
SWB: Was erwartet die Oschatzer Bürger 2020? Welche Projekte haben in diesem Jahr eine hohe Priorität?
Andreas Kretschmar:
Im Herbst 2019 haben wir das bereits im Vorfeld der Haushaltsverabschiedung für 2020 diskutiert, die dann im Dezember ja auch amtlich wurde. Unser größtes Projekt ist der Neubau einer zweizügigen Grundschule mit Schulhort am Standort Oschatz-West. Dafür fusionieren die Grundschulen Magister Hering und Collmblick. Eine Turnhalle gibt es schon. Am selben Standort stand schon mal eine Schule, im Volksmund „KLO-Schule“ genannt: Karl-Liebknecht-Oberschule. Der Förderantrag für die neue ist fristgerecht gestellt worden und wir erwarten im Sommer den entsprechenden Bescheid, sodass wir im Spätherbst loslegen können.

 


Warum nicht einfach Magister Hering sanieren?
Das ist zwar eine schöne Schule, aber auch eine ehemalige Kinder-Kombi aus Krippe und Kindergarten. Dort bekommen wir aufgrund des Alters zunehmend Probleme mit den geltenden Auflagen zu Fluchtwegen und Brandschutz, Größe der Räumlichkeiten et cetera. Darum haben wir uns gegen einen weiteren Umbau und für einen Neubau entschieden, den wir mit jungen Architekten aus Dresden in Angriff nehmen werden. Tolle junge Menschen, alles Sachsen, die in der Landeshauptstadt oder aber „nebenan“, in Weimar, studiert haben. Damit geben wir auch dieser jungen Generation eine Chance, dreißig Jahre nach der friedlichen Revolution zu zeigen: „Jetzt können wir's auch selber!“


Dieser Entscheidung, zwei Schulen zu einer größeren zu fusionieren, liegt doch sicher eine Bedarfsanalyse zugrunde. Heißt das, Sie rechnen damit, dass wieder mehr Kinder hier geboren und später eingeschult werden?
Wir folgen damit den Tendenzen, die unserem Stadtentwicklungs-
konzept zugrunde liegen. Das wird regelmäßig aktualisiert, ist auch vom Freistaat inzwischen so für Kindergärten, Schulen und so weiter vorgeschrieben. Dem sind wir seinerzeit zuvorgekommen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer Hochrechnung, die uns Richtgrößen für Einrichtungen diesen Charakters liefert. Uns bekannte gesetzliche Vorgaben dafür werden natürlich berücksichtigt.


Wie meinen Sie das?
Schulprofil, Unterrichtskonzepte und Klassengrößen kann man einfach nicht so weit voraussehen, das muss dann den realen Gegebenheiten angepasst werden.


Jüngst wurde ja veröffentlicht, dass Oschatz 2019 einen bemerkenswerten Einwohnerschwund hinnehmen musste. Wie dramatisch ist die Lage?
Auf die Frage, ob es ihn gibt, sage ich: Jein. Wir haben mehr Zuzüge als Wegzüge, das ist erfreulich. Es kommen viele ehemalige Oschatzer zurück. Vorwiegend ziehen allerdings ältere Menschen hierher, die dementsprechend auf der Suche nach altersgerechten Wohnungen und einer seniorenfreundlichen Umgebung sind. Mit der Kultur, der Apotheke, der Versorgung und dem Rathaus vor der Tür kann die Innenstadt das leisten. Vorrangig junge Leute, die wegen Ausbildung oder Studium die Region verlassen, sorgen für die Wegzugquote – ein ganz normales Phänomen, über das man nicht jammern muss. Unser Problem ist natürlich, dass mehr Menschen sterben als in derselben Zeit Babies hier geboren werden. Ich würde mir zwar noch mehr Kinder für die Stadt wünschen, aber das ist nun mal so.


Woran liegt es, Ihrer Meinung nach, dass die Differenz so hoch ausfällt?
Wir dürfen einfach nicht vergessen und können es angesichts dieser Zahlen auch nicht leugnen: Es sind nach der Wende ganze zwei Generationen von hier weggegangen. Das kann keine Stadt kompensieren und das eint viele ostdeutsche Kommunen auf weniger schöne Art und Weise.


So wie der Verfall zahlreicher Bahnhöfe – wie weit ist man hier in Oschatz eigentlich mit der Sanierung?
Wir liegen gut im Plan! Momentan wird das geamte Obergeschoss saniert, damit im Sommer der Zoll einziehen kann.


Aktuell laufen aber noch andere Baumaßnahmen, auf deren Ende sehnlichst gewartet wird: Wann wird das „Platsch!“ endlich eröffnet?
Wir denken, dass wir im Mai das Freibad und die Sauna öffnen können und im Sommer auch das Hallenbad in Betrieb genommen werden kann. Die wesentlichen Lose sind jetzt vergeben, die erste Woche im Januar war schon recht erfolgreich. Wir haben insbesondere für die Glasfassade Angebote bekommen und die Verträge, wie man so schön sagt, in Sack und Tüten gebracht. Jetzt stellt sich wieder die Frage: Wann, zu welchem Zeitpunkt wird welches Material geliefert und kann wel-ches Teilprojekt von den jeweiligen Firmen realisiert werden?


Werden wir Sie beim Anbaden erwischen?
Wenn die Temperaturen es zulassen, vielleicht. Aber eher gemütlich und als Teil eines entspannten Feierabends denn mit sportlichem Ehrgeiz. (lacht)

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