Dienstag, 25. Februar 2020
Dienstag, 28. Januar 2020

TORGAU

Die erste Hälfte ist geschafft

Dr. Benjamin Bigl in der Ausstellung „Aufbruch ins Abenteuer“. Foto: TZ/Leukhardt

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Dr. Benjamin Bigl sprach mit der TZ über die Relevanz von Medienbildung im ländlichen Raum, wichtige Projekte im Jahr 2020 und das erstes Fazit für das Pilotprojekt MPZ+.

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Ein gutes Jahr ist das Medienpädagogische Zentrum Plus nun alt und feiert aktuell mit „Aufbruch ins Abenteuer“ seinen bislang größten Erfolg. Knapp 1000 Menschen haben die Computerspiel-Ausstellung auf Schloss Hartenfels bereits besucht, darunter auch mehrere Schulklassen. Andere Projekte, wie etwa die in der Vergangenheit eher spärlich besuchten Schlossvorlesungen, kränkeln jedoch etwas. Wie man dem Abhilfe schaffen und an den Erfolg der Ausstellung anknüpfen möchte, welche Projekte in nächster Zeit anstehen und wie es nach dem vorläufigen Abschluss des Projektes Ende des Jahres 2020 weitergeht, erfuhr die TZ vom Leiter des MPZ+, Dr. Benjamin Bigl.

TZ: Hallo Herr Bigl, die erste Hälfte des auf zwei Jahre ausgelegten Pilotprojekts „MPZ+“ ist vorbei. Wie ist Ihr Fazit des ersten Jahres?
B. Bigl:
Summa summarum kann man nach 2019 auf jeden Fall sagen, dass das Projekt eine echte Herausforderung ist. Allein schon die Tatsache, es zwischen drei Behörden (Landkreis Nordsachsen, Sächsische Landesmedienanstalt und Sächsisches Kultusministerium; Anm. d. Red.) zu koordinieren und umzusetzen, macht es nicht gerade leicht, aber auch reizvoll. Denn dass sich diese drei Behörden gefunden haben, um sich gemeinsam für die Medienbildung starkzumachen, ist ein sehr positiver Aspekt.

Was waren für Sie die größten Erfolge 2019?
Der am deutlichsten sichtbare und publikumswirksamste Erfolg ist definitiv unsere Ausstellung „Aufbruch ins Abenteuer“, die wir jetzt seit einem guten Monat hier auf Schloss Hartenfels zeigen. Der nachhaltigste Erfolg ist unsere Bedarfserhebung, in der wir gerade mittendrin stecken und mit der wir den Bedarf an Angeboten zur Medienbildung ermitteln. Die Ergebnisse davon werden auch über die Laufzeit des Projektes hinaus Relevanz haben. Aber auch einige Kurse, zum Beispiel zum sicheren Umgang mit Spiele-Apps oder Online-Shopping, wurden gut angenommen.

Auf der anderen Seite mussten aber auch einige der von Ihnen angebotetenen Kurse, zum Beispiel zur Social-Media-Weiterbildung, abgesagt werden. Nehmen Sie daraus etwas für das Jahr 2020 mit?
Na ja, das ist schwierig. Man weiß ja nicht genau, warum die Kurse nicht so gut angenommen wurden. Hatten die Leute keine Zeit, sagte ihnen das Thema nicht zu, war es am falschen Ort, hat ihnen der Dozent nicht gefallen und und und. Die Liste möglicher Gründe ist lang und dementsprechend will ich auch nicht einfach irgendwie spekulieren. Aber genau dafür führen wir im Moment unsere Bedarfserhebung durch, sodass wir zukünftig unsere Angebote besser den Zielgruppen anpassen können.

Die Erhebung ist ein gutes Stichwort. Wie ist denn dort der aktuelle Stand?
Wir befinden uns aktuell noch mitten in den Interviews, mit deren Hilfe wir unter anderem Informationen zur Mediennutzung sammeln. Damit wollen wir im Lauf der nächsten zwei Wochen fertig sein, sodass wir dann an unserem Zeitplan (der ein Ende der Studie Ende März vorsieht; Anm. d. Red.) festhalten können.

Konnten Sie trotzdem jetzt schon Erkenntnisse gewinnen, die in die Schaffung neuer Angebote geflossen ist?
Ja, tatsächlich. Und zwar bei der Schaffung der beiden sehr niedrigschwelligen Angebote mit René Meyer (Journalist, Sammler und Inhaber des Haus der Computerspiele in Leipzig; Anm. d. Red.). Am Montag, 17. Februar, wird sich dieser mit den Teilnehmern mit der Geschichte der Computerspiele auseinandersetzen und dabei nicht nur dozieren, sondern auch zum Selberspielen anleiten. Etwas spezieller wird es dann am Donnerstag, 20. Februar, wenn es um das Thema „Computerspiele(n) in der DDR“ geht. Auch hier steht natürlich das eigene Erleben im Vordergrund, was uns in der Bedarfserhebung so auch kommuniziert wurde.

Gibt es weitere Erkenntnisse aus der Bedarfserhebung, die man bereits jetzt schon mitteilen kann?
Ja, das ist der unbedingte Wunsch von Jugendlichen nach dem Fach Medienkunde in der Schule. Das hören wir an so vielen Stellen und verstehen nicht, wie das so vernachlässigt werden kann. Denn auch wenn ich bislang ein positives Fazit aus dem ersten Jahr MPZ+ ziehe, wäre das Projekt mit einem flächendeckenden Medienunterricht so viel effektiver. Dann würde man nämlich nicht einfach ins Blaue herein Angebote schaffen, die dann angenommen werden oder auch nicht, sondern man könnte sich am Lehrplan orientieren. Und dementsprechend dann die Projekte begleitend dazu gestalten.

Haben Sie denn bereits konkrete Pläne, was man im Jahr 2020 vom MPZ+ erwarten kann?
Da wären zunächst einmal unsere Projekte in den Winterferien, die jetzt kurz bevorstehen. Am 11. Februar widmen wir uns den Grundlagen für eine Karriere als YouTube-Video-Produzent. Hier lernen Jugendliche ab 13 Jahren zum Beispiel, wie sie eine vernünftige Ausleuchtung erreichen, wie man guten Ton bekommt und so weiter. Nach der „Geschichte der Videospiele“ am 17. Februar werden dann einen Tag später, am 18., den Teilnehmern zehn kreative Dinge gezeigt, die man mit dem Computer machen kann. Dazu gehört unter anderem die Erstellung von Spielen oder das Bearbeiten von Bildern. Am 20. Februar folgt dann die Lehrstunde zum Computerspielen in der DDR, ehe wir uns dann am 21. Februar „vernetzen“. Hier steht das Thema LAN-Party im Vordergrund, generell soll es dabei jedoch gehen, wie man Netzwerke aus mehreren Computern zustande bringt und am Laufen hält. Den Abschluss des Winterferienprogramms bildet dann unser Kurs zum Datenschutz im Internet am 25. Februar, welchen wir in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Sachsen anbieten.

Aber natürlich haben wir in diesem Jahr noch mehr auf der Agenda. So möchte ich die Ergebnisse unserer Bedarfserhebung gerne in einem größeren Rahmen vorstellen. Dafür wird es einen medienpädagogischen Fachtag  hier auf Schloss Hartenfels geben, in den auch mehrere Workshops eingeschlossen sind. Und am 24. März richten wir hier die Finissage unserer Computerspiel-Ausstellung aus.
Aber auch was schulische Weiterbildung anbelangt, haben wir in diesem Jahr noch etwas auf der Agenda. So soll demnächst eine Lehrer-Weiterbildungsmaßnahme für das Internet-ABC (ein zertifizierter Ratgeber für den sicheren Umgang im Netz; Anm. d. Red.) durchgeführt werden. Hier hatten wir am Anfang noch mit einigen Abstimmungs-Schwierigkeiten zu kämpfen, nun hat es aber zum Glück doch geklappt.

Ende des Jahres läuft das Pilotprojekt „MPZ+“ aus. Können Sie einen Ausblick über 2020 hinaus geben? Wie geht es danach mit dem Projekt weiter?
Dazu kann ich im Moment leider noch gar nichts sagen. Demnächst gibt es ein Treffen aller zuständigen Akteure, bei dem festgelegt wird, wie wir das Ganze am Ende evaluieren und in seine politischen Bahnen lenken werden. Wie es danach allerdings weitergeht, das steht noch in den Sternen.

Wie ist Ihr bisheriges Fazit? Sollte es weitergehen?
Definitiv. Ich bin der Überzeugung, dass gerade außerschulische Medienbildung enorm wichtig ist.  Aber hier sind Eltern, aber vor allem auch Pädagogen sowie die Verwaltung gefordert, eines der vielen (Weiterbildung-) Angebote zu Themen der Digitalisierung wahrzunehmen, die es mittlerweile gibt. Die Koordinierungsstelle Medienbildung des Kultusministeriums bietet da einen guten Überblick. Die Digitalisierung macht keine Pause. Daher ist es mittlerweile wirklich an der Zeit, grundlegende Änderungen in den Lehrplänen sowie Verwaltungsvorschriften anzugehen. Ich bin überzeugt, dass das Projekt auch 2021 weitergeht. Die Frage ist nur, in welchem Rahmen.

 

Die nächsten Kurse im Überblick:

11.2. – 13.2. von jeweils 11 bis 15 Uhr: „Ich möchte YouTuber werden!“ – Grundlagen für die Karriere als Webvideo-Produzent für Jugendliche ab 13 Jahren

17.2. ab 13 Uhr: Die Geschichte der Videospiele

18.2. ab 13 Uhr: 10 kreative Dinge, die man mit dem Computer machen kann

20.2. ab 13 Uhr: Computerspiele(n) in der DDR

21.2. ab 10 Uhr: LAN-Party! Aber wo stecke ich das vermaledeite Kabel rein ...?

25.2. ab 17 Uhr: Datenschutz im Web

Nähere Infos zu den einzelnen Kursen gibt es hier.

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