Dienstag, 25. Februar 2020
Donnerstag, 30. Januar 2020

MOCKREHNA

Ein Ort, vier Probleme

Links der Jugendclub, rechts der Garagenkomplex mit einem maroden Schuppen.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Wildenhain. Ein Großteil des Mockrehnaer Gemeinderats war am Dienstag der Bitte des Wildenhainer Ortsvorstehers Falko Rohark (FWG) gefolgt, sich unter anderem von der Ratten-Problematik im maroden Garagenkomplex des Gutshauses ein Bild zu verschaffen.

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Bereits im November hatte sich rund um das Objekt eine emotional geführte Diskussion entsponnen.

Doch derart emotionsgeladen – mal von den ersten Reaktionen auf die fette, tote Ratte in einer der Garagen abgesehen – war jenes Treffen diesmal nicht, was auch daran gelegen haben mag, dass Bürgermeister Peter Klepel bemüht war, seine Bauamtschefin Simone Meßerschmidt mit konkreten Arbeitsaufträgen in den späten Feierabend zu entlassen.

Problem Nummer eins: Der Garagenkomplex mit seinen unliebsamen vierbeinigen Mitbewohnern. „Eindeutig Wanderratten“, erläuterte Bürgermeister Klepel. Eindeutig ist aber auch, dass bisherige Kammerjäger-Einsätze nur bedingt von Erfolg gekennzeichnet waren. Der lehmgestampfte Fußboden sei durch die Ratten regelrecht durchlöchert, sagte Klepel. Die Tiere – wohl auch angelockt durch eine angrenzende Tierhaltung – würden hier einen ruhigen Unterschlupf finden.

Mit dem Garagenkomplex direkt verwoben sorgt ein mit Asbestplatten gedeckter Schuppen für weiteren Ärger. Nicht nur, dass dessen Dach mit fußballgroßen  Löchern gespickt ist. Auch eine Wand droht, aufs Nachbargrundstück zu fallen. Vorschlag Bürgermeister: Problemschuppen wegreißen, Parkplätze drauf herrichten und neue Unterstellmöglichkeiten für die Mieter der Gutshauswohnungen schaffen. Mockrehnas Ortsvorsteher und Gemeinderat Bernhard Wagner (CDU) könnte mit diesem Vorschlag mitgehen. Nur ein Abriss komme für ihn in Frage. Womöglich könnten Fertigteilgaragen als Ersatz herhalten. Womöglich auch ein Carport, meinte der Wildenhainer Gemeinderat Robert Schübel (CDU). Oder auch ein langgezogenes Schleppdach, schätzte Claus Heinrichsen (FWG). Der Wildschützer stieß damit jedoch bei Marko Haupt (FWG) auf Ablehnung. „Bitte nicht so viel Holz. Das muss gepflegt werden“, mahnte der Audenhainer vor Folgekosten.

Problem Nummer zwei befindet sich vis-à-vis dem Schuppen: Der Jugendclub. Den will freilich niemand abreißen, sodass dringend eine Lösung fürs undichte Dach her muss. Mehrfach hat es hier schon durchgeregnet. „Trapezblech oder Schweißbahn?“ fragte Klepel in die Runde. „Eine Schweißbahn ist keine Hexerei“, urteilte der Langenreichenbacher Ortsvorsteher und Gemeinderat Detlef Bölke (FWG). Aber bitteschön von einer Fachfirma aufgebracht. Der Garantie wegen.

Thomas Schönert ist seit drei Jahren Chef im Wildenhainer Jugendclub. Er erläuterte den Räten die Nutzung des Hauses. Vielfach würden hier Darts-Turniere ausgetragen. Am Wochenende kämen sogar Jugendliche von Eilenburg bis Audenhain.

Problem Nummer drei drang bereits beim Betreten der Einraum-Wohnung im Erdgeschoss des Gutshauses (sie gehört der Kommune) unsanft in die Nasen. Das Wort Mief ist eher noch beschönigend. Nun aber schnell das Fenster aufgemacht. Feuchtigkeit kriecht deutlich sichtbar nach oben. „So können wir die Wohnung jedenfalls nicht vermieten“, sagte der Bürgermeister. Sperrschicht, Putz, Elektro, Heizung, Bad, Sanitär... alles in allem peilte Bauamtschefin Simone Meßerschmidt die Sanierungskosten mit 75000 Euro über den Daumen. „Glaube ich nicht“, befand Robert Schübel, ohne jedoch selbst eine Summe zu schätzen. Sein Appell an die Gemeinde: „Wer Wohnungen besitzt, muss nach 20 Jahren auch mal Geld in die Hand nehmen und was tun.“ „Aber dann bitte nicht für 75000 Euro“, mahnte der Wildenhainer Ortsvorsteher und Gemeinderat Jürgen Mangler (FWG) sinngemäß an. Wird’s dann wohl auch nicht, denn man einigte sich auf überschaubare Handwerkerarbeiten, die – im Falle der Putzarbeiten – auch vom Bauhof geleistet werden können. Allerdings nicht vor dem 21er Haushaltsjahr.

Um zum vierten und vorerst letzten Problem zu gelangen, musste lediglich die Straßenseite gewechselt werden. Hinüber zum roten Backsteinbau. In der alten Schule steht seit 2011 die untere von zwei Mietwohnungen leer. Von der Heizungsanlage längst abgeklemmt, drohen hier auch die Wasserleitungen zu versiffen. Vom Grundschnitt her wäre jene Wohnung mit angrenzendem Garten für eine Familie geeignet. Größtes Handicap ist das Mini-Bad, das von der jetzigen Badewanne fast komplett ausgefüllt wird und lediglich der letzten genügsamen Mieterin genügte. Hinzu kommen Sorgenkinder wie Heizung, Elektro, Fußboden oder auch die ungünstig platzierten Treppenstufen, die bis in den Eingangsbereich der Tür reichen. „Unter diesen Umständen würde ich in solch eine Wohnung nicht ziehen“, fand Jürgen Mangler. „Ich schlage aber vor, wir konzentrieren uns erst mal auf die Einraum-Wohnung im Gutshaus“, schlug der Audenhainer Ortsvorsteher und Gemeinderat Lothar Haupt (FWG) mit Blick auf drohende Investitionskosten vor. Dies würde sicherlich auch der in der alten Schule noch wohnenden Mieterin dienlich sein.

Dass nicht gänzlich über einen Verkauf des ortsprägenden Objekts nachgedacht wird, liegt an dem Versammlungsraum, der von der Dorfgemeinschaft genutzt wird. Ebenso würden, wie Robert Schübel betonte, zu Dorffesten die Sanitäranlagen im Hause benötigt. Die Wildschützerin Heidi Hallek (FWG) warnte, dass man als Gemeinde nicht alles versilbern dürfe. „Wenn wir vernünftige Wohnungen anbieten können, kommen auch die Mieter“, ist sie sich sicher.


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