Dienstag, 25. Februar 2020
Dienstag, 4. Februar 2020

TORGAU

Den Gedanken einen Anker geben

Cornelia Hammans (links) bei der Eröffnung mit CSW-Geschäftsführer Peter Leuwer und Hospizleiterin Gabriele Krüger. Foto: TZ/J. Sachse

von unserer Redakteurin Julia Sachse

Torgau. Im Torgauer Hospiz St. Josef steht seit Anfang der Woche Kunst von Cornelia Hammans. Damit verliert der "Raum der Stille" an Leere. Aber, geht das denn – in einem Haus für Sterbende Kunst genießen?

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Torgau. Es steht stabil, mitten im durch die großzügigen Oberlichter erhellten „Raum der Stille“. Das „Naturstück“ – eine etwa 60 Zentimeter hohe Bronzeskulptur nimmt dem ganz in Weiß gehaltenen Zenrum des Torgauer Hospizes St. Josef seit Montagmittag die Leere.

 

Harmonie im Gegensätzlichen

 

Seine Schöpferin, die Tegernseer Bildhauerin Cornelia Hammans ist vom neuen Standort ihres Werkes begeistert: „Ich finde es faszinierend, dass direkt nebenan und durch ein kleines Fenster bestens sichtbar ein echter, lebendiger Olivenbaum steht.  Schließlich findet sich zwischen ihm und der Bronze die eine oder andere Ähnlichkeit in der Form. Das ist ein wunderbarer Kontrast, der sogar fast harmonisch anmutet.“, schwärmt sie. Und es passt auch zur Intention ihrer Arbeit. Schließlich hat sie ganz bewusst der lebendigen, unter anderem von gerade herunter geschnittenen und dem erneuten Austreiben entgegensehenden Weiden inspierierten Figur das kalte, leblose, aber ewige Material zugewiesen. Das 2017 gegossene Kunstwerk profitiert von beidem.

 

Andacht angesichts der Kunst

 

Das sieht auch Hospizleiterin Gabriele Krüger so. Schließlich sei ihr Haus ein Hort des Lebens, nicht nur des Sterbens, betont sie. Und die Hoffnung, die sich in der Natur jedes Frühjahr aufs Neue durch die frischen Triebe und sprießenden Knospen zeigt, ließe sich perfekt übertragen. Für einige der Bewohner, so Krüger, steckt im Gedanken an den Tod auch Erlösung – von langer Krankheit, tief empfundenen Ängsten, der Sehnsucht nach bereits verstorbenen Lieben. „Gleichzeitig gibt der Blick in die Natur, auf die Kunst auch eine Perspektive, dass es weitergeht, wenn ein Angehöriger verstirbt. Wer unseren Raum der Stille in solch schwerer Zeit aufsucht, der bringt viele Gedanken mit, für die diese wunderbare Skulptur nun ein Anker sein kann. Er wird zu einem Ort des Sich-Sammelns, des Kraftschöpfens.“

Ihre größte Freude in Bezug auf die Dauerleihgabe vom Christlichen Sozialwerk wäre, dass sie auch Besucher von außen ins Hospiz einladen möge. Einfach, um ihren Anblick zu genießen und die Gedanken darum kreisen zu lassen.

 

Bald kommt Farbe ins Spiel

 

Auch über den Köpfen der potenziellen Gäste hier im Raum wird sich bald etwas wesentliches verändern. Peter Leuwer, Geschäftsführer des CSW und in dieser Funktion Neueigentümer des „Naturstücks“, begibt sich in den nächsten Tagen nach Taunusstein in die Derix Glasstudios. Denn dort entstehen derzeit die Buntglasfenster, die bis zum Sommer ins Oberlicht eingesetzt werden sollen. Er freue sich persönlich sehr, nun die Probearbeiten zur Abnahme begutachten zu dürfen und sei sehr gespannt darauf, was der Künstler Max Uhlig aus den letzten Entwürfen habe fertigen lassen. Unter dem Titel „Himmelsbilder“ werden die Scheiben zukünftig den Raum in ganz besonderes Licht tauchen. Bereits beim Bau der Einrichtung war eine soclhe Installtion für den „Raum der STille“ vorgesehen worden. Beabsichtigt ist, nach dem Tod eines Bewohners durch die Beleuchtung des Raumes von innen auch nach außen hin sichtbar zu machen, dass Familie, Freunde und Begleiter sowie das Hospizpersonal gerade Abschied nehmen.

Wenn der Zeitplan durch Glaswerkstatt und Künstler eingehalten werden kann, sehen Gäste des Hauses spätestens am 10. Juli beim Sommerfest das Resultat.


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