Sonntag, 5. April 2020
Dienstag, 18. Februar 2020

MOCKREHNA

Kollege "Automat"

So und ähnlich sehen die Produktionsanlagen beim MBKK seit neustem aus: Ein Mitarbeiter gibt die Daten für die individuelle Fertigung ins System ein und prüft die Prozesse. Den Rest macht die Maschine „allein“. Foto: PR

PR

Mockrehna. Schicht, ade! Technologisierung mit sozialem Antlitz steht bei Maschinenbau Kötz & Kötz ab 19 Uhr im Programm.

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So ruhig war es hier abends lange Zeit nicht. Beim Maschinenbaubetrieb Kötz & Kötz sind allerdings nicht etwa Betriebsferien zugunsten der Mitarbeiterfamilien ausgerufen worden – nein, vielmehr hat

der technische Fortschritt eine große Veränderung mit sich gebracht. Statt, wie bisher, in zwei Schichten zum Dienst anzutreten, kommen die Kollegen nun morgens und gehen nachmittags. Was dann noch im  Produktionsprozess zu passieren hat, erledigen die Maschinen von selbst. „Die Automatisierung unserer Abläufe

war schon lange ein Thema, bedurfte aber sorgfältiger Vorplanungen“, erläutert Geschäftsführerin Monique Kötz.

Aber wie viel menschlichen Einsatz „ersetzt“ denn die neue Technik konkret? Tatsächlich werden die genauen

Fertigungsdaten für die individuell konstruierbaren Maschinenteile über eine sogenannte CAM-Software jetzt direkt an die Produktionsstrecke übertragen, das µ-genaue Einstellen der Anlagen und die ständige Kontrolle von Abständen und Passmaßen an den zu fertigenden Gehäusen, Lagern und Formen muss nicht mehr - und vor allem nicht mehr außerhalb „normaler“ Arbeitszeiten – von den Kollegen aus Fleisch und Blut vorgenommen

werden.

Der hohe Grad der Technologisierung stellt ganz neue Anforderungen an die einzelnen Berufe. Der Zerspanungsmechaniker  fertigt Teile  aus verschiedenen Materialien an Fräs- oder  Drehmaschinen, bei Kötz & Kötz im Speziellen aus Metallen wie Aluminium und Edelstahl. Anhand einer technischen Zeichnung plant 

er die Frässtrategie, wählt das passende Werkzeug aus und erstellt das NC-Programm.  Was er sonst aufwändig an der Maschine  umsetzte, kann er nun bequem per Mausklick  an einem PC durchführen. Er speichert seine 

Idee virtuell ab und nutzt diese später  bei einem ähnlichen Teil. 

Die verschiedenen Materialien reagieren verschieden auf die jeweilige Bearbeitung. Deshalb muss der Zerspaner viele Punkte im gesamten Prozess beachten, damit am Ende auch das gewünschte Präzisionsfrästeil aus der Maschine kommt.

So bearbeitet die Maschine, die selbstständig die Arbeit aufnimmt, Palette für Palette ab. Kann ein Teil nicht zu Ende gefertigt werden, schleust die Maschine die Palette aus und bearbeitet die nächste. Das ist ein Punkt, an dem der Mitarbeiter in Ruhe klären kann, wo der Fehler liegt. Früher war dann die Maschine blockiert, bis alles geklärt war. Für die Kunden hat es den Vorteil, dass die Maschine nahezu immer Arbeiten kann und somit keine   Leerlaufzeiten entstehen.

Während die Anlagen laufen, werden parallel Programme, beispielsweise für neue Aufträge, die anschließend produziert werden sollen, eingepflegt. Diese Möglichkeit des Vorarbeitens erleichtert auch die Vorbereitung von Urlaubsvertretungen oder die Übergaben bei Krankheitsfällen in der Belegschaft.

Die Maschine fordert die „echten“ Kollegen auf, am nächsten Morgen neue Paletten für sie zu beladen, bevor auch sie selbstständig um 8 Uhr abends „Feierabend“ macht.


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