Samstag, 28. März 2020
Dienstag, 25. Februar 2020

TORGAU

Solche Spundwände kommen demnächst ins Erdreich. Die zwei Baustellen im Bereich Brückenkopf bzw. Nähe Bahnstrecke/Lünette Torgau betreut die Firma EZEL.Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Auch in diesem Jahr wird der Freistaat Sachsen erhebliche Summen investieren, um die Deiche entlang der Elbe im Altkreis Torgau weiter grundhaft zu sanieren. TZ gibt einen Überblick über einzelne Baustellen. 

 

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Torgau. In den vergangenen zwei Jahren gab es im Altkreis Torgau so viele Deichbaustellen wie nie zuvor nach der Wende. Teilweise wurde entlang der Elbe an zehn verschiedenen Punkten gearbeitet. Ein Großteil der Vorhaben ist im Dezember zum Ende gekommen. Die Zahl der aktuellen Baustellen ist zwar übersichtlicher, aber nicht weniger von Bedeutung. Der Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung Sachsen in Rötha, Axel Bobbe, gibt für die TZ einen Überblick: 

 

Deich am Brückenkopf/Torgau: Wohl die Baustelle, die aufgrund ihrer Nähe zur B 87 am meisten Beachtung findet bei der Bevölkerung. Bis zu elf Meter lange Spundwände wurden mithilfe eines speziellen Verfahrens erschütterungsfrei in den Boden „gedrückt“. „Wir haben alles versucht, die Linden-Allee zu erhalten und zuvor ganz vorsichtig einen Kronenschnitt durchgeführt, dass die Kräne durchkommen. Es ist sehr gut gelaufen“, schätzt Axel Bobbe ein. Man wolle dann noch einen Nachschnitt bei den Bäumen durchführen, dass die Statik stimmt. In den nächsten Wochen werde die Spundwand mit Dichtstoff versehen. Anschließend kommt das historische Straßen-Pflaster wieder hinein. Seit August laufen die Arbeiten. Bis Juli 2020 soll alles fertig sein. Der Abschnitt hat eine Länge von 1 Kilometer und kostet fast 3 Millionen Euro.  Sowohl diese als auch die Nachbarbaustelle wird von der Firma EZEL betreut. 

 

Lünette/Bahnlinie: Dieser Deichabschnitt, der rings um die Lünette herum führt bis nördlich der Bahnlinie, umfasst rund 600 Meter. Es werden bis zu sieben Meter lange Spundwände in den Boden gebracht. Die Arbeiten laufen seit September und sollen bis August 2020 abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. 

 

Elbdeich Ottersitz/Köllitsch: Die Arbeiten am Deich bei Ottersitz sind so gut wie beendet. Jetzt wird noch der Deichverteidigungsweg hergestellt. Rund 1,7 Kilometer beträgt dieser Abschnitt. 

 

Neuer Deich Köllitsch: Zwischen Köllitsch und Kathewitz wird auf rund zwei Kilometer Länge eine Deichrückverlegung vorgenommen – übrigens die erste im Altkreis Torgau im Bereich der Elbe. Acht Hektar Überflutungsfläche entstehen dabei zusätzlich. Vordergründig geht es aber darum, die Strömungsverhältnisse zu verbessern. Das Ganze läuft seit April 2019. Bis September/Oktober wolle man das Großprojekt zum Ende bringen. Sobald der neue Deich fertig ist, wird ein Teil des alten Dammes entfernt. Sowohl diese Baustelle als auch die bei Ottersitz werden vom Unternehmen EUROVIA realisiert. Kosten für beides zusammen: 11,5 Millionen Euro. 

 

Deich Zwethau/Siel: Die Landestalsperrenverwaltung bereitet gerade die Sanierung eines 1,5 Kilometer langen Deichabschnittes bei Zwethau vor. Auch hier sollen im Bereich der Lünette rund sieben Meter lange Spundwände ins Erdreich. Inbegriffen ist der Ausbau des Siels Zwethau I. „Wir stecken derzeit in einer Diskussion mit dem Denkmalschutz. Die Verantwortlichen sind der Meinung, dass Teile des Siels aufgrund ihrer historischen Bedeutung erhalten bleiben müssen. Wir möchten gerne im Herbst beginnen und im Sommer 2021 zum Abschluss kommen“, skizzierte Axel Bobbe dieses Vorhaben. 

 

Wissenswertes: 

Der Betriebschef der Landestalsperrenverwaltung konnte bilanzieren, dass die Deichlinie auf westelbischer Seite von Belgern bis Polbitz mittlerweile fast vollständig DIN-gerecht ausgebaut ist. Nur in Dommitzsch fehlen noch einige Bereiche, die sich im künftigen Polder (Überflutungsraum) befinden. Auf ostelbischer Seite ist man bis zur Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt  ebenfalls sehr weit, so Bobbe. Südlich der Straßenbrücke (B 87) fehlen noch zwei Abschnitte. Somit habe man in den vergangenen 15 Jahren fast 180 Millionen Euro im Altkreis Torgau verbaut (Siehe auch Kommentar). Als Nächstes konzentriere man sich auf den geplanten Polder Außig. Allein hier werden die Kosten auf rund 50 Millionen Euro geschätzt


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