Samstag, 28. März 2020
Donnerstag, 27. Februar 2020

TORGAU

Ein sicherer Radweg oder lieber mehr Parkplätze?

Was würde der Bahnhofstraße besser zu Gesicht stehen? Mehr Parkplätze oder ein Fahrradweg? Foto: TZ/Keil

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Der Torgauer Stadtrat diskutierte am Mittwoch über die Zukunft der Bahnhofstraße. Dabei wurde sich am Ende auch für eine Variante entschieden.

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Fahrradweg oder Parkplätze? Vor diese Entscheidung wurden die Torgauer Stadträte in ihrer vergangenen Sitzung am Mittwoch, 26. Februar, gestellt. Konkret ging es dabei um die Bahnhofstraße, die in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrfach Teil der Diskussionen in dem Gremium waren. Nun wurde das Thema nicht nur neu ausgerollt und lang und breit diskutiert, sondern auch eine nicht einstimmige Entscheidung gefällt.

Parkplätze bevorzugt

Wie Bauamtsleiter Andreas Lobert den Stadträten am vergangenen Mittwoch erklärte, sei jüngst von der Stadt, der Straßenverkehrsbehörde sowie der Polizei geprüft worden, inwiefern es möglich sei, entweder die Parkplatzsituation in der Bahnhofstraße durch das Schaffen neuer Abstellflächen zu entspannen oder aber sichere Radwege zu schaffen.

Schon bevor das Thema für die Diskussion innerhalb des Stadtrats freigegeben wurde, merkte Lobert an, dass die zweite Variante, also das Schaffen von Radfahrschutzstreifen, nicht zielführend und auch nicht von Polizei und Straßenverkehrsbehörde präferiert werde. Man suggeriere damit eine sichere Radwegeführung in die Innenstadt, könne  jedoch aufgrund der Breite nur einen Radweg aus dieser heraus anbringen. Es sei denn, man wolle sämtliche Parkplätze in der Bahnhofstraße entfernen.

Gespaltene Meinungen

„Ich arbeite in der Bahnhofstraße und ich finde die ewige Diskussion rund um die Parkplätze einfach nur noch nervig“, brachte FWG-Stadträtin Corinne Heise als ersten Wortbeitrag dazu an. „Ich finde dort immer einen Parkplatz und wenn nicht, dann bin ich auch bereit mal ein paar Meter zu laufen. Ich halte die Parkplätze dort für überflüssig.“ Damit erntete sie aus den Reihen der CDU-Fraktion, genauer gesagt von Frank Scherzer, sowie von AfD-Rätin Lilianna Glimpel Zustimmung. Letztere argumentierte damit, dass es gut für Gesundheit und Umwelt sei, ein paar Meter zu Fuß zurückzulegen und Scherzer brachte an, dass er zumindest auf zwei Parkplätze vor der Kita verzichten könne. „Wir brauchen doch nicht jeden Parkplatz“, sagte er und widersprach damit eindeutig der Meinung einiger seiner Fraktionskollegen.

Denn sowohl Edwin Bendrin als auch Konrad Theobald (beide CDU) outeten sich als Parkplatz-Befürworter und brachten an, dass  Radfahrer doch auch locker einen kleinen Umweg über den Bahnhofsweg und die Bahnhofsbrücke fahren könnten und man dann ohne Probleme die Parkflächen auf der Straße schaffen könne. Theobald griff außerdem die Aussage Loberts auf, dass die Umsetzung des Vorhabens erst im Jahr 2024 erfolgen könne und bewertete diese positiv. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir 2022 (aufgrund der Landesgartenschau; Anm. d. Red.) nur noch drei Durchlässe durch das Glacis haben. Die Wolffersdorffstraße fällt komplett weg und daher sollten wir nicht auch noch in der Bahnhofstraße eine Verengung schaffen.“

Edwin Bendrin (r.) und Konrad Theobald (l.) äußerten sich im Stadtrat für die neuen Parkplätze in der Bahnhofstraße.

Temporärer Kreisverkehr?

Linke-Stadtrat Michael Bagusat-Sehrt brachte abseits der ganzen Parkplatz-Diskussion in diesem Zusammenhang noch ein weiteres Thema aufs Tableau. Und zwar fragte er bei Andreas Lobert nach, ob nicht ein temporärer Kreisel an der Ecke Nordring/Bahnhofstraße mehr Sicherheit in den dortigen Verkehr bringen könne. Der Bauamtsleiter erklärte, dass man dies bereits untersucht habe und zu dem Ergebnis gekommen sei, dass damit nicht nur die Sicherheitssituation für Radfahrer und Fußgänger verschlimmert würde, sondern damit auch das Wegfallen sämtlicher Parkplätze in dem Bereich einherginge. „Außerdem ist so etwas echt teuer. Und dafür, dass wir 2024 die Kreuzung (wie auch die Kreuzung Dr-Külz-Ufer/Bahnhofstraße; Anm. d. Red.) mit Kreisverkehren versehen, wäre das Geld wirklich zu schade.“

Am Ende der Diskussion stand die Entscheidung des Stadtrats. Und die fiel alles andere als eindeutig aus. Lediglich neun der insgesamt 12 zur Abstimmung anwesenden Stadträte stimmten dafür, in der Bahnhofstraße zwölf weitere Parkplätze einzurichten, drei votierten dagegen. Umgesetzt werden soll das ganze, so die Aussage von Bauamtsleiter Andreas Lobert, frühestens im Haushaltsjahr 2024 .

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