Sonntag, 5. April 2020
Mittwoch, 11. März 2020

TORGAU

Einsätze für Torgauer Kameraden gingen zurück

Wehrleiter Thomas Bein (r.) hielt vor versammelter Mannschaft den Rechenschaftsbericht. Foto: FFW Torgau

von unserem Redakteur Nick Leukhardt

Torgau. Gleich mehrere positive Bilanzen zogen die Torgauer Kameraden bei ihrer Jahreshauptversammlung. Dabei stimmte nicht nur der Blick zurück, sondern auch der nach vorn äußerst optimistisch.

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Es war ein verhältnismäßig ruhiges Jahr 2019 für die Freiwillige Feuerwehr Torgau. Diese Bilanz geht aus dem Rechenschaftsbericht des Wehrleiters Thomas Bein hervor, den er zur Jahreshauptversammlung der Kameraden vergangene Woche ablegte. Zu 319 Einsätzen, also 45 weniger als im Vorjahr, musste die Torgauer Feuerwehr ausrücken. Dabei gingen sowohl die Brandeinsätze von 81 im Jahr 2018 auf 78 zurück und auch technische Hilfeleistung musste weniger geleistet werden (2018: 217; 2019: 197).

Weniger Unwetter 2019

„Wir hatten 2019 eben einfach keine wirklich schweren Unwetter“, erklärt sich Wehrleiter Bein den leichten Rückgang der Einsätze. Lediglich ein Starkregen Ende Juli habe die Torgauer Kameraden vermehrt auf den Plan gerufen und auch der erneut extrem trockene Sommer rief weniger Einsätze hervor als noch im Vorjahr. „Natürlich mussten wir trotzdem ein paar Wald- und Feldbrände löschen, 2018 war jedoch deutlich schlimmer.“

Gefährliche Trends

Ein für Thomas Bein erschreckender Trend, der vor allem die Feuerwehren im Umkreis und nicht direkt die Torgauer betraf, war das vermehrte Abbrennen von großen Holzstapeln. „Wir hatten davon zum Glück nur einen Einsatz, aber gerade die umliegenden Wehren hatten damit oft zu kämpfen. Wir hoffen, dass das kein Trend bleibt, es macht eine riesige Arbeit, da man zum Löschen extrem viel Wasser benötigt.“

Ebenfalls fast schon von einem Trend konnte man in der ersten Jahreshälfte 2019 sprechen, als innerhalb weniger Wochen ganze 15 Gartenlauben im Stadtgebiet dem Feuer zum Opfer fielen. Die Polizei ermittelte in Sachen Brandstiftung und nahm auch von 40 Torgauer Feuerwehrleuten DNA-Proben. „Ohne positives Ergebnis, zum Glück“, kommentiert Wehrleiter Bein.  Nachdem das 15. Gartenhäuschen in Flammen aufgegangen war hörte die Brandserie einfach auf, eine Erklärung dafür hat man bei der Torgauer Feuerwehr nicht.

2019 ist die Torgauer Feuerwehr außerdem mächtig auf den Hund gekommen. Insgesamt 25 Mal rückten die Kameraden zu einer sogenannten „Tierrettung“ aus. „Davon war ein Großteil das Einfangen und Betreuen von entlaufenen Hunden“, präzisiert Thomas Bein und erklärt, dass die Kameraden die Tiere entweder direkt ins Eilenburger Tierheim brachten oder sie zuerst 24 Stunden in einem Käfig in der Feuerwache behielten. „Dort wurden sie dann meistens auch von ihren Besitzern abgeholt.“

Auch wenn die gesamte Zahl der Einsätze 2019 im Gegensatz zum Vorjahr leicht gesunken ist, gab es dennoch einige Situationen, an die sich die Kameraden auch heute noch erinnern. Ein schwerer Verkehrsunfall Ende Mai mit insgesamt vier schwerverletzten Personen, der Brand im Torgauer Klärwerk am 26. Juni sowie das Auto, dass Mitte Juli auf der B 87 am Abzweig Melpitz einfach aus der Kurve geschleudert wurde, sind nur einige davon. Der letzte wirklich große Einsatz der Torgauer im Jahr 2019 war dann am 9. Dezember, als sie nach Mockrehna gerufen wurden und  in einem Lebensmittelbetrieb über 200 Mitarbeiter evakuieren mussten. Hier war Kohlenstoffmonoxid ausgetreten, was ein schnelles Handeln unabdinglich machte. „Bis heute ist die Ursache für den Einsatz und den zu bestimmenden Stoff nicht bekannt.“

Neue Fahrzeuge

Das Jahr 2020 steht für die Freiwillige Feuerwehr Torgau vor allem im Zeichen der Anschaffung neuer Fahrzeuge. Das begann bereits am 3. März mit der Übergabe eines gebrauchten Gefahrgut-Gerätewagens und wird sich im Herbst fortsetzen. Dann soll nicht  nur ein brandneues Hilfeleistungslöschfahrzeug in die Elbestadt geliefert werden, die Kameraden kommen dann auch in den Genuss eines neuen Drehleiter-Fahrzeugs. Außerdem ist bereits jetzt ein neuer Mannschaftstransportwagen für die Bennewitzer Feuerwehr bestellt, der ebenfalls im Herbst geliefert werden soll.

Dieser Gefahrengut-Gerätewagen wurde bisher von der Oschatzer Feuerwehr gefahren, die ihn zukünftig jedoch nicht mehr besetzen kann. Somit übergab ihn der Landkreis den Torgauer Kameraden.
Foto: TZ/Leukhardt

Zwei Jubiläen

Doch nicht nur die Einweihung der neuen Fahrzeuge wird bei den Torgauer Kameraden im Jahr 2020 ordentlich gefeiert, auch zwei Jubiläen stehen auf dem Plan. So wird nicht nur die Jugendfeuerwehr 25 Jahre alt, auch die Partner- und Freundschaft mit der Sindelfinger Feuerwehr feiert einen runden Geburtstag. Sage und schreibe 30 Jahre sind die beiden Wehren nun schon partnerschaftlich verbunden, was vom 18. bis 21. September im Rahmen eines großen Festes in der Elbestadt gefeiert werden soll. Dazu wird ein gutes Dutzend Kameraden zu Besuch aus dem Schwabenland nach Torgau kommen.

Personalsituation positiv

Auch wenn die Zahl der Kameraden ingesamt im Gegensatz zum Vorjahr leicht zurückging und aktuell bei 126 (davon 77 aktive) liegt,  befinde man sich damit nach wie vor in einem mehr als akzeptablem Bereich. Das merkte der 2. Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, Jens Kabisch, in seiner Rede an. Diese Zahl sei „einwandfrei in der heutigen Zeit“. Und auch was die Jugendfeuerwehr angeht, stimmen die Zahlen, zumindest aktuell, durchaus positiv. 25 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren sind Teil der Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Torgau,  was auch bei Wehrleiter Thomas Bein für gute Stimmung sorgt. Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht das jedoch schon wieder ganz anders aus. „Wir müssten eigentlich jetzt wirklich handeln und dafür sorgen, dass viele unserer jungen Kameraden aktiv werden“, erklärt er. Schließlich rechne man in den nächsten fünf Jahren mit einer hohen Zahl an Altersweggängen.

„Wir haben viele Kameraden, die um die 60 sind und dementsprechend auch nicht mehr lange aktiv bei uns mitwirken. Da brauchen wir dringend Nachwuchs.“
Doch im Moment sieht es bei der Torgauer Feuerwehr noch gut aus und wenn im Herbst dann zusätzlich noch die neuen Einsatzfahrzeuge ankommen und in Betrieb genommen werden, kann sich die Elbestadt im Gefahrenfall auf eine gut besetzte und gut ausgestattete Wehr verlassen, die auch in Sachen Knowhow optimal aufgestellt ist und sich stets weiterbildet.

 

Wissenswert:

Die Torgauer Feuerwehr rückte 2019 zu 319 Einsätzen mit insgesamt 4923 Einsatzstunden aus. Durchschnittlich waren dabei 14 Kameraden pro Einsatz aktiv. Davon lagen 86 Einsätze samstags und sonntags. Rechnet man die Einsätze bei Nacht und an Feiertagen hinzu, steigt die Zahl um 43. Wie auch schon 2018 musste in die Torgauer Kameraden zu 47 überörtlichen Einsätzen ausrücken.

Die 319 Einsätze lassen sich in 78 Brandeinsätze, 197 technische Hilfeleistungen und ABC-Einsätze, 32 Türöffnungen, 25 Tierrettungen, 11 Unterstützungen des Rettungsdienstes, 44 Brandmeldeanlagen- sowie 3 sonstige Einsätze unterteilen.
Aktuell hat die Torgauer Feuerwehr 126 Mitglieder, davon 77 aktive. Der Ausbildungs- und Dienstplan 2019 umfasste 5512 Stunden, an diesen Ausbildungen und Diensten nahmen 71 Einsatzkräfte teil.

 

Folgende Kameraden wurden ausgezeichnet:

  • Das Ehrenzeichen des Freistaates Sachsen in Bronze an Sophie Appelt, Susann Haupt-Froese, Phillip Haupt, Martin Kurmann, Ronny Eisele und Maximilian Borisch (10 Jahre aktiver Feuerwehrdienst)
  • Das Ehrenzeichen in Silber an Sven Barth und Ray Richter (25 Jahre aktiver Feuerwehrdienst)
  • Das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen in Gold an Klaus-Dieter Richter (40 Jahre treue Dienste)
  • Das Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Silber für hervorragende Leistungen an Peter Krause
  • Das Ehrenkreuz für 50 Jahre treue Dienste an Annerose Barth
  • Das Ehrenkreuz für 60 Jahre treue Dienstjahre an Wilfried Müller und Werner Springer
  • Das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes in Bronze an Florian Borisch und Michael Richter
  • Folgende Kameraden wurden befördert: Sachscha Garn, Marcel Katze, Marcus Thiele (Feuerwehrmänner), Stephan hellriegel (Löschmeister), Matthias Richter (Hauptlöschmeister), Klaus-Dieter Richter (Brandmeister)

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