Sonntag, 5. April 2020
Donnerstag, 12. März 2020

TORGAU

Milde Witterung: Bauern sitzen schon in den Startlöchern

Agrarpilot Lutz Haferkorn mit seiner Z-37 Hummel letzte Woche bei einem Landeanflug. Unter anderem führt der Torgauer auch die erste Stickstoffgabe für die Agrar-GmbH Heideland Großwig durch.Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Der Kalender zeigt fast Mitte März und viele Landwirte sitzen bereits in den Startlöchern, um die Frühjahrsbestellung durchzuführen. Bislang waren die Feldarbeiten aber nur im geringen Umfang möglich. 

 

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Torgau. Der Kalender zeigt es: Wir haben fast Mitte März. Die Landwirte sitzen schon in den Startlöchern und scharren förmlich mit den Hufen. Aber so richtig ist die Frühjahrsbestellung im Torgau noch nicht in Gang gekommen – wie ein Blick in das Umland zeigt.

 

Geduld gefragt 

 „Es ist einfach zu feucht. Wir brauchen schon noch ein paar Tage Sonne mehr und die Temperaturen müssten auch noch ein bisschen höher gehen“, erklärt Marcus Schwarzer, Chef der Agrargenossenschaft Arzberg, das Problem. Die üblichen Feldarbeiten dürften sich wohl bis in den April hinein ziehen. Zu bestellen sind beispielsweise Hafer, Sommer-Getreide und Futterrüben. Auf den Anbau von Zuckerrüben wird das Arzberger Unternehmen gänzlich verzichten, was auch mit der Schließung des Südzucker-Werkes in Brottewitz bei Mühlberg zu tun hat. Jetzt im Frühjahr muss auch Dünger auf die Felder. „Aber die Gefahr ist groß, dass wir bei dieser Nässe mit unserer Technik zu tief in den Boden hinein geraten“, sagt  Marcus Schwarzer. Die meisten Saaten habe man ohnehin im Herbst ausgebracht. 

Um die Ackerflächen zu schonen, setzen einige Betriebe auf den Einsatz „von ganz oben“. Pilot Lutz Haferkorn vom Flugdienst Torgau hat bereits in der vergangenen Woche die ersten Flüge für die Agrar-GmbH Heideland Großwig absolviert. Mit der Z-37 – im Volksmund auch Hummel genannt – konnte die erste Stickstoffgabe ohne Schwierigkeiten erfolgen. Rund 200 Hektar Getreide wurde auf diese Art und Weise gedüngt. Lutz Haferkorn, der seine Maschine auf dem Flugplatz Beilrode stationiert hat, wird bis Anfang Mai auch im Elbe-Elster-Kreis und im Raum Delitzsch Aufträge abarbeiten. Natürlich mit zeitlichen Unterbrechungen. Die Agrar-Fliegerei sei nur eines seiner Geschäftsfelder. Doch rund 4000 Hektar an Feldfläche dürfte es insgesamt sein, die aus der Luft gedüngt wird. 

 

Reichlich Regen 

Zufrieden mit der aktuellen Situation zeigt sich Torsten Kinne von der Elbeland AG Neiden. „Das Frühjahr lässt sich gut an, besser als im vergangenen Jahr“, lautet seine Einschätzung. Die wichtigsten Kulturen habe man schon im Herbst ausgebracht. Raps, Weizen und die anderen Getreide-Arten seien gut über den Winter gekommen. Selbst der Raps habe sich bestens  entwickelt, obwohl es anfangs ziemlich trocken war. 

„Wir müssen jetzt lediglich noch den Mais ausbringen. Aber das wird erst in vier Wochen soweit sein“, so Torsten Kinne. Zuckerrüben baut die Elbeland AG nicht an. Auch kein Sommer-Getreide. Mit der Ausbringung von Dünger und mit Pflanzenschutz-Arbeiten habe man teilweise begonnen.

 „Der Regen in den vergangenen Wochen war gut. Er hat die Wasservorräte im Boden verbessert“, freut sich der Betriebs-Chef. Ob das Niederschlagsdefizit gänzlich ausgeglichen ist, sei aber fraglich. Die entscheidende Phase kommt ohnehin erst im Mai und im Juni. In der sogenannten Phase der Kornfüllung braucht es reichlich Regen, um beste Erträge zu erzielen. Leider hätten die Fachleute für 2020 eine erneute Trockenheit prophezeit. Die Elbeland AG baut 90 Hektar Mais, 220 Hektar Winter-Getreide, 180 Hektar Gerste und 180 Hektar Raps an. 

 

Keine Frostschäden 

Cornelia Miersch vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Förder- und Fachbildungszentrum Wurzen, teilt die positive Einschätzung. „Es gibt keine Frostschäden auf den Äckern. Überwiegend haben sich die Bestände mit Wintergetreide gut entwickelt. Nur an einigen Standorten gibt es Probleme mit Schädlingen, so dass teilweise Kulturen wieder umgebrochen werden mussten“, lautet ihr Statement. Im vergangenen Jahr waren im Landkreis Nordsachsen folgende Anbauflächen registriert: Winterweizen 30 800 Hektar, Wintergerste 16 700 Hektar, Winterroggen  6 700 Hektar, Silo- und Körnermais 18 200 Hektar, Zuckerrüben 4 700 Hektar. 

 

Wieder mehr Raps 

Ähnlich wird es auch in diesem Jahr sein. Winterraps war 2019 nur auf 9600 Hektar zu finden, was 50 Prozent der Anbaufläche der Vorjahre entspricht. Das hatte mit der Dürre zu tun. Dieses Jahre dürfte wieder mehr Raps auf den Feldern in Nordsachsen wachsen. Auch hier haben sich die Bestände gut entwickelt. Zuckerrüben werden wohl im Landkreis wegen der Schließung der Zuckerfabrik weniger angebaut. „Aufgrund der häufigen Schauer verbunden  mit Wind waren Pflanzenschutzarbeiten bisher nur in geringem Umfang möglich“, teilte Cornelia Miersch mit. 

Bei den Niederschlägen wurden von Januar bis jetzt im Schnitt 120 bis 150 Millimeter je Quadratmeter gemessen. Das sind 50 Millimeter mehr als im Durchschnitt der Jahre. „Das Defizit aus den vergangenen zwei Trockenjahren liegt immer noch bei rund 300 Millimeter. Die Bodenwasservorräte sind nur im Oberboden aufgefüllt“, bedauerte die Fachberaterin. 


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