Samstag, 28. März 2020
Dienstag, 17. März 2020

TORGAU

Eine Notgruppe in jeder Einrichtung

Am Montagabend hatte Oberbürgermeisterin Romina Barth die Leiterinnen sämtlicher Torgauer Kindereinrichtungen ins Rathaus eingeladen, um über die Verfahrensweise bezüglich der Allgemeinverfügung zur Schließung der Tagesstätten zu beraten. Foto: SVT/ E. Jack

Pressemitteilung

Torgau. Oberbürgermeisterin Romina Barth beriet mit den Torgauer Kita-Leitern im Rathaus über die Allgemeinverfügung des Freistaates zur Schließung der Einrichtungen.

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Ungewöhnlich ruhig hatte die Woche in vielen Kindereinrichtungen in Torgau begonnen. Viele Eltern hatten bereits auf die Schließungsankündigung im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung bezüglich des Corona-Virus reagiert und ihre Kinder zu Hause betreut. Und die Eltern, die eben diese Möglichkeit zu Beginn der Woche noch nicht hatten, äußerten gegenüber den Mitarbeitern der Einrichtungen Verständnis für die Situation. Nur wenige kündigten an, den Antrag auf Notbetreuung bei der Stadtverwaltung Torgau stellen zu wollen und auch zu müssen. All das schilderten die Leiter und Leiterinnen der Einrichtungen am Montagabend im Rahmen eines Informationsgespräches mit der Oberbürgermeisterin im Rathaus. 

Zu diesem hatte das Stadtoberhaupt geladen, um über die Allgemeinverfügung des Freistaates zur Schließung der Einrichtungen aufzuklären und mit den Einrichtungsleitern über die weitere Vorgehensweise und eventuell offene Fragen zu sprechen. Und Romina Barth startete mit einem dicken Dankeschön an die Kita-Leiterinnen mit der Bitte, dieses an ihre Mitarbeiterinnen weiterzuleiten. „Wir sind froh über ihre Unterstützung in dieser schweren Zeit. Vielen Dank dafür“, erklärte die Oberbürgermeisterin.  Froh und dankbar zeigte sich das Stadtoberhaupt aber auch über die ruhige und besonnene Reaktion der Eltern und deren Bemühungen, die Kinder im häuslichen Umfeld zu betreuen.

Die Allgemeinverfügung zur Schließung der Kindereinrichtungen gilt vorerst bis zum 17. April. Bis dahin ist es strikt – und gegen Androhung von harten Strafen - verboten, Kinder in den Einrichtungen zu betreuen, deren Eltern keinen der zur Gruppe der „kritischen Infrastruktur“ (Kritis) gehörigen Berufen ausüben. „Uns sind da vollkommen die Hände gebunden. Wir haben auch keinen Spielraum in Sachen Kulanz, müssen jeden Antrag absolut objektiv betrachten und darüber entsprechend entscheiden“, betonte die Oberbürgermeisterin im Gespräch mit den Leiterinnen der Kindereinrichtungen. Die Entscheidungen bezüglich der Notbetreuung einzelner Kinder will die Verwaltung schnellstmöglich treffen. Eltern und auch die Kindereinrichtungen werden umgehend informiert. Des Weiteren sagte Romina Barth den Vertretern der Einrichtungen zu, dass es in jeder Tagesstätte eine Notgruppe geben wird. Kein Kind muss in eine andere Einrichtung. Zu diesem Zeitpunkt geplante Neuaufnahmen von Kindern müssen natürlich erst einmal ausgesetzt werden. Sollte es sich dabei allerdings um besagte „Kritis“-Kinder handeln und die Eltern keine Möglichkeit haben, die Kinder zu Hause zu betreuen, dann müssen auch sie den besagten Antrag bei der Stadt Torgau stellen.

Das Personal der städtischen Kindereinrichtungen wird erst einmal nicht zu Hause bleiben. „Wer Mehrstunden hat, kann diese abbauen. Es besteht auch die Möglichkeit, kurzfristig Urlaub zu beantragen“, sagt Romina Barth. In den Einrichtungen selbst sollen die Mitarbeiter sich um Liegengeliebenes kümmern und die komplette Ausstattung inklusive des Spielzeuges einer intensiven Reinigung inklusive einer Desinfektion unterziehen. Sind diese Arbeiten erledigt, werden die Mitarbeiter für die Belebung des in dieser Woche von der Stadtverwaltung auf die Beine gestellten Helfernetzwerkes heran gezogen. Hier gilt es, Personen, die das Haus aus unterschiedlichen Gründen nicht verlassen können oder dürfen, zum Beispiel bei lebenswichtigen Besorgungen unter die Arme zu greifen. Diese Regelung gilt sowohl für die Erzieher als auch das technische Personal der Einrichtungen. Zudem wird eine Einteilung des Personals in zwei Gruppen und zwischen diesen ein wöchentlicher Wechsel erfolgen. So kann die Verwaltung jederzeit – auch im Falle einer möglichen Infektion eines Mitarbeiters – eine Notbesetzung der Einrichtungen gewährleisten.

Bezüglich der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung, die aktuell ja nicht stattfindet, konnte und wollte die Oberbürgermeisterin am Montag noch keine endgültige Auskunft geben. Rein rechtlich bestünde keine Verpflichtung der Stadt, die Beiträge an die Eltern zurück zu zahlen. „Wir wollen aber eine Lösung finden, möglichst in Zusammenarbeit mit allen anderen Kommunen“, so Romina Barth gegenüber den Kita-Leiterinnen. 

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