Samstag, 28. März 2020
Freitag, 20. März 2020

TORGAU

Viele Kilometer, großer Aufwand, aber wenig Umsatz

Michael Donath, Juniorchef von Donath‘s Catering Service in Torgau, bei der Auslieferung von Speisen.Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Torgau. Vor großen Problemen stehen mit der Corona-Krise auch die Catering-Betriebe in der Region, die Einrichtungen mit Essen versorgen. Die Schulen haben geschlossen, die meisten Kinder aus den Tagesstätten sind zu Hause bei den Eltern.

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Torgau. Vor großen Problemen stehen mit der Corona-Krise auch die Catering-Betriebe in der Region, die Einrichtungen mit Essen versorgen. Die Schulen haben geschlossen, die meisten Kinder aus den Tagesstätten sind zu Hause bei den Eltern. Wie wird das gemeistert? 

 

Schwierige Lage 

Die Situation sei mehr als schwierig, bestätigt Elvira Schmidt, Bereichsleiterin der RWS Cateringservice GmbH in Torgau: „Es sind fast alle Kindereinrichtungen noch geöffnet. Doch wir fahren teilweise nur noch 1 Portion, manchmal auch 5, an anderen Orten vielleicht 7 oder 8 Portionen aus. Die Einrichtungen befinden sich in Belgern, Schildau, Dommitzsch, in der Gemeinde Mockrehna – also im ganzen Altkreis Torgau. Das bedeutet jede Menge Aufwand, viele Kilometer und fast keinen Umsatz“, so Elvira Schmidt. Dennoch wolle man die Einrichtungen in Zeiten der Krise nicht im Stich lassen und für die Kunden da sein. Selbst wenn es ein Minusgeschäft ist. „Von rund 1800 Speisen, die wir sonst täglich zubereiten, liefern wir jetzt nur noch circa 120 aus. Das sind weniger als zehn Prozent“, verdeutlicht die Bereichsleiterin. Man musste die Mitarbeiter bereits auf Kurzarbeit setzen. Trotzdem will man durchhalten. 

„Es gibt auch große Caterer, die den Betrieb längst eingestellt haben. Ich möchte diesbezüglich meine ganze Belegschaft loben, dass sie zur Stange hält. Wir kochen auch im Heim der Volkssolidarität und konnten – obwohl einige Mütter wegen ihrer Kinder zuhause bleiben müssen – die Personaldecke bisher abdecken. Ich bin stolz auf mein Team“, bekräftigt die Leiterin. Die jahrelange gute Zusammenarbeit mit den Kunden erleichtere jetzt die Organisation. 

 

Kantine bleibt offen 

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei Donath‘s Catering Service in der Solarstraße 33 in Torgau ab. „Auf die Belieferung der Kindereinrichtungen müssen wir verzichten. Von 340 Kinder sind vielleicht noch 10 da. Bei den übrigen Außer-Haus-Lieferungen erleben wir einen sehr starken Rückgang.  Statt 1400 produzieren wir jetzt nur noch etwa 400 Portionen täglich. Unsere Kantine, die vorläufig weiter von 11 bis 13 Uhr und für die Frühstücksversorgung von 8.30 bis 10 Uhr geöffnet ist, wird vielleicht von der Hälfte der sonstigen Stammkundschaft besucht“, schätzt Rita Donath ein. Neukunden habe man nicht. Vielleicht gibt es solche Zuwächse, wenn tatsächlich Ausgangssperren verhängt werden.  

 

Hygiene-Vorschriften 

„Ich freue mich, dass meine Mitarbeiter mitziehen. Wir haben Zettel mit den üblichen Hygiene-Vorschriften verteilt. Da steht auch, dass Kontakte mit den Kunden möglichst minimiert oder vermieden werden sollen. Jedes Auto hat Desinfektionsmittel dabei“, so die Chefin. Auch sie musste ihre Mitarbeiter auf Kurzarbeit setzen. Der Betrieb beliefert fast den ganzen Altkreis Torgau mit den Regionen Sitzenroda, Beckwitz, Schildau, Dommitzsch, Elsnig, Arzberg, Beilrode, Zwethau etc.  

 

Rückgang

Eine wichtige Mitteilung hat Manuela König, Inhaberin vom Landgasthof „Zur Elbaue“ Weßnig: „Liebe Kunden, wir liefern weiter Essen aus! Jeder, der Interesse hat, kann sich melden!“ Sie verspüre eine große Verunsicherung in der Bevölkerung und wollte das einfach nochmal betonen. 

Weil die Inhaberin einen starken Rückgang von Gästen verzeichnete, entschied sie sich, den Mittagstisch im Lokal komplett zu streichen und dafür noch verstärkt das Essen außer Haus zu liefern. Sie hofft, dass auch Neukunden – Familien, die jetzt zuhause sind – dieses Angebot nutzen. Geliefert wird vorwiegend nach Torgau, Beckwitz, Belgern, Liebersee, Sitzenroda, Staupitz. „Vielleicht kann ich damit etwas ausgleichen, was an Umsatz in der Gaststätte fehlt“, hofft Manuela König. Auch die Belieferung von Familienfeiern, die Ausgestaltung von Büfetts, fällt derzeit flach. Sämtliche Termine sind gestrichen. 

 

Tägliches Mittagessen 

Da der Landgasthof Weßnig fast nur private Kunden mit täglichem Mittagessen beliefert, halten sich hier die Abbestellungen glücklicherweise in Grenzen. Rund 120 Portionen bereitet das Küchen- Team täglich zu. „Wer neugierig geworden ist, kann gerne bei uns nachfragen“, rührt Manuela König die Werbetrommel.


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