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Montag, 2. Februar 2009

LOKALGESCHEHEN

Entgiftung für Tontagebau

Von unserem Redakteur

Belgern (TZ). Die Deponie Weinbergfeld in Belgern wird in diesem Jahr saniert. Wie die dafür zuständige Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten mbH (GESA) in Berlin mitteilte, soll im Oktober mit der Maßnahme begonnen werden.

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Belgern (TZ/cw). Die Deponie Weinbergfeld in Belgern wird in diesem Jahr saniert. Wie die dafür zuständige Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten mbH (GESA) in Berlin mitteilte, soll im Oktober mit der Maßnahme begonnen werden. Die hierfür notwendige Sanierungsplanung sei abgeschlossen, bestätigte GESA-Sprecherin Gudrun Finger Ende vergangener Woche gegenüber der Torgauer Zeitung. Spätestens bis Ende 2010 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Über konkrete Kosten konnte die GESA allerdings noch keine Angaben machen.

Auf dem Gelände ist in den 50er und 60er Jahren Ton abgebaut worden. Hierzu wurden zuerst das Erkennungsgebiet Nordfeld, unmittelbar an der B 182 in Richtung Riesa, anschließend das Westfeld I und schließlich das Westfeld II betrieben. Nachdem die Tongruben erschöpft waren, wurden sie mit verschiedenen Abfällen verfüllt. Die Deponie umfasst eine Gesamtfläche von etwa 77 000 Quadratmeter. Dabei gilt das Westfeld II mit einer Größe von 45 000 Quadratmeter als eigentliches Gefährdungspotenzial. Es wurde zwischen 1970 und 1990 mit phenol- und teerhaltigen Rückständen aus der Herstellung von Generatorgas sowie Hausmüll, Bauschutt und industriellen Schadstoffen verfüllt. Die Inbetriebnahme als geordnete Deponie sei nach Angabe der GESA Anfang der 80er Jahre erfolgt. „Zwischen 1986 und 1989 sind zusätzlich etwa 1800 Tonnen toxische Schadstoffe entsorgt worden“, erklärte Gudrun Finger. Dabei habe es sich beispielsweise um Farbschlämme und Farbrückstände, Pflanzenschutzmittel und Aschen gehandelt.

Im vergangenen Jahr wurde an drei Stellen der Deponie das Grundwasser beprobt. Nur an einer Messstelle seien nach Auskunft der GESA die Geringfügigkeitsschwellwerte (GFS) eingehalten worden. An den beiden anderen wurde der GFS-Wert für den Phenol-Index, LHKW und PAK überschritten. Allerdings seien die Konzentrationen zum Teil wesentlich geringer als bei den letzten Messungen im Jahr 1999. Schon im Jahre 1970, nachdem die Tongruben erschöpft waren, wurde mit dem Verfüllen begonnen. Bis zur Schließung am 4. Mai 1992 waren etwa 50 Prozent der Tontagebaurestlöcher verfüllt. Das entspricht in etwa 210 000 Kubikmeter Abfall.
Wie es nach der Sanierung der Deponie mit dem Gelände weitergehen soll, ist noch nicht abschließend geklärt.

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