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WirtschaftMittwoch, 30. Juni 2010

Gelungene Werbung für grüne Berufe
Zu ersten Mal bot man in Köllitsch ein Ausbildungsforum für grüne Berufe an. Etwa 50 Gäste nahmen das Angebot an. 
Foto: LVG

von unserem Redakteur Christian Wendt



Köllitsch (TZ/cw). Das Köllitscher Lehr-und Versuchsgut wartete unlängst zum Tag der offenen Tür mit einem ganz speziellen Ausbildungsforum auf. TZ sprach mit LVG-Leiter Ondrej Kunze über jene Premiere.
TZ: Es war das erste Mal, dass das Lehr- und Versuchsgut solch ein Forum im Zuge des Tags der offenen Tür anbot. Was war der Grund hierfür?
Ondrej Kunze:
Der Grund ist ganz einfach: Zum Tag der offenen Tür kommen immer viele Besucher nach Köllitsch. Denen wollten wir gezielt Informationen zur Ausbildung in der Landwirtschaft anbieten.

Waren Sie mit der Resonanz auf das Forum zufrieden?
Die Räumlichkeiten hätten sicherlich noch den ein oder anderen mehr fassen können. Allerdings kann man mit den 50 Gästen durchaus zufrieden sein.
Ursprünglich hatte das Forum den Zusatz „überbetrieblich“. Zum Tag der offenen Tür war von dem „überbetrieblich“ nichts mehr zu lesen. Warum?
Bei der Vorbereitung haben wir gemerkt, dass wir unser Augenmerk nicht nur auf diesen speziellen Ausbildungsteil fokussieren sollten. Das hätte womöglich nicht alle Besucher interessiert, zumal wir an diesem Tag auch Werbung für die gesamte Palette der Grünen Berufe machen wollten.

Wodurch zeichnete sich die Veranstaltung am Ende aus?
Ich glaube, es ist uns gelungen, einen kompakten Überblick über die künftigen Anforderungen in der Landwirtschaft zu geben. Plastisch wurde dies durch die Vorträge aus Sicht der Auszubildenden, der Ausbildungsbetriebe und aus Sicht der Ausbildungsberaterin des Landkreises Nordsachsen.
Eine große Herausforderung dürfte in der Landwirtschaft das Werben um guten Berufsnachwuchs sein. Wie wirkt sich die Tatsache, dass es immer schwieriger wird, geeignetes Personal  zu bekommen, auf das Lehr- und Versuchsgut aus?
Was die eigene Lehrausbildungsschiene betrifft, haben wir derzeit noch keine Probleme. Für das kommende Ausbildungsjahr haben wir unsere Wahl unter 25 Bewerbern bereits treffen können. Insgesamt standen drei Lehrstellen zur Verfügung, davon zwei Tierwirte und ein Pflanzenwirt.

Woran liegt es, dass sich in Köllitsch derart viele bewerben, andere Ausbildungsbetriebe jedoch Schwierigkeiten haben, überhaupt jemand zu finden?
Köllitsch profitiert natürlich deutschlandweit von seinem guten Ruf, den wir uns in der Ausbildung in den letzten Jahren erarbeitet haben. Dazu bieten wir die ganze Breite in der Tier- und Pflanzenproduktion für die Lehrausbildung an. Zusätzlich kommt noch die enge Verbindung zur angewandten Forschung, die wir natürlich auch in unsere Lehrinhalte einfließen lassen.
Ist in der überbetrieblichen Ausbildung auch der demografische Faktor zu spüren?
Bis jetzt erst eingeschränkt. Wir zehren von einer großen Bugwelle, die wir jahrelang vor uns her schieben mussten. Zusätzlich bietet sich jetzt aber die Möglichkeit, die jeweiligen Lehrgangsgruppen von teilweise zehn bis zwölf Personen auf pädagogisch optimal angepasste Gruppengrößen zu verringern. Dadurch kann die Vermittlung des Lernstoffes intensiviert werden und es bleibt mehr Zeit für praktische Übungen.

Wie viel ist den pädagogisch optimal?
Etwa acht. Die tatsächliche Zahl ist unter  anderem abhängig von der Resonanz der Betriebe. Eine Änderung der Förderrichtlinie für derartige Lehrgänge vor zwei Jahren begünstigte ein spürbar höheres Interesse an solchen Kursen. Dieser Anstieg wirkt dann wiederum in gewisser Weise dem demografischen Faktor entgegen.
Das Ausbildungsforum diente gleichzeitig als willkommener Anlass, drei Landwirtschaftsbetriebe des Landkreises Nordsachsen auszuzeichnen. Wer wurde geehrt?
Aus der Region Torgau war dies die Arzberger Agrargenossenschaft. Hinzu kommen die Agrargenossenschaft Hohenprießnitz aus der Region Eilenburg und aus dem Oschatzer Bereich die Erzeuger- und Absatzgemeinschaft Borna.





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