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Mittwoch, 20. Juli 2011

LOKALGESCHEHEN

UNESCO-Prädikat für Elbaue Torgau?

Vor-Ort-Termin an der Elbe bei Dommitzsch:Foto: TZ/N. Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch (TZ). Er weiß, dass er mit seinem Vorstoß nicht gleich offene Türen einrennen wird. Und trotzdem wirbt er für die Idee, die der Torgauer Region – wie er sagt – viele Vorteile bringen und den Tourismus noch weiter beleben könnte.

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Dommitzsch (TZ). Er weiß, dass er mit seinem Vorstoß nicht gleich offene Türen einrennen wird. Und trotzdem wirbt er für die Idee, die der Torgauer Region – wie er sagt – viele Vorteile bringen und den Tourismus noch weiter beleben könnte. Es geht um die Erweiterung des Biosphärenreservates „Mittelelbe“ bis auf Sachsen. Der Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hatte dieser Tage zum Pressetermin nach Dommitzsch eingeladen und seinen Parteikollegen Dietmar Weihrich aus Sachsen-Anhalt gleich mitgebracht. „Nicht der Naturschutz steht im Vordergrund. Wir sehen in erster Linie die Menschen, die durch die Schutzzonen nicht ausgeschlossen, sondern integriert werden sollen“, versucht Lichdi, das Anliegen näherzubringen.

Biosphärenreservate seien von der UNESCO anerkannte Modellregionen, in der nachhaltige Entwicklung sowohl in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht erfolgt. „In der Praxis kann das so aussehen, dass man regionale Produkte gesondert vermarkten kann – wie beispielsweise den BioKarpfen im Oberlausitzer Heide- & Teichgebiet“, so der Landtagsabgeordnete. Biosphärenreservate hätten eine besondere Anziehungs- und Strahlkraft. „Mit diesem Prädikat erzielt man überregional, ja sogar international, eine ganz andere Wirkung und man gelangt in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel auf Bundesebene, leichter an Fördermittel“, bekräftigt Dietmar Weihrich. Fast durchgehend erstrecken sich Biosphärenreservate entlang der Elbe über Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen bis nach Schleswig-Holstein. Man könne in einer Arbeitsgemeinschaft länderübergreifend zusammenwirken, vom größeren Verbund profitieren.

Untersuchungen hätten gezeigt: Durch ein Biosphärenreservat entstehen Arbeitsplätze im Tourismusgewerbe. „Die Vermarktung ist der größte Vorteil. Sämtliche Befürchtungen, die anfangs immer auftreten, sind unbegründet. Mit dem Prädikat entstehen keinerlei Einschränkungen. Es geht um nachhaltiges Wirtschaften mit der Natur“, meint Lichdi. Der Aspekt der Fördermittel sei nicht zu unterschätzen. Meist verschenke man gute Möglichkeiten, weil es an den Grundlagen mangelt und man die Akteure nicht zusammenbekommt“, fasst der Abgeordnete zusammen. Dabei seien die Voraussetzungen hier, mit dem wertvollen Naturraum, den großen Aueflächen und den alten Gewässergebieten, durchaus vorhanden. Er habe sich schon 2007 an den damaligen Umweltminister Tillich gewandt, aber kein Gehör gefunden. „Man kann eine solche Sache ohnehin nicht von oben überstülpen. Es muss von den Menschen der Region gewollt sein, sie müssen es als Chance begreifen“, wartet der Landtagsabgeordnete nun gespannt auf Reaktionen. Und die fallen unterschiedlich aus. „Ich finde die Idee gut, weil die Region auf jeden Fall profitieren könnte“, so Bettina Klein, Sachbearbeiterin der Stadtverwaltung Torgau. „Aber wenn Herr Lichdi diese Idee vorträgt, sollte er die Menschen hier damit nicht allein lassen, sondern sich selbst vor den Karren spannen. Aufklärungsarbeit ist gefragt. Man muss die Betroffenen ins Boot holen – Landwirte, Flächennutzer – ihnen die Vorteile aufzeigen und den Skeptikern die Skepsis nehmen, dass es nicht um noch weitere Restriktionen geht“, lautet ihr Statement.


Gar nichts von dem Vorstoß hält man beim Umweltministerium in Dresden: „Wir haben das Ganze vor längerer Zeit – auch als das Thema Rohstoffabbau an der Elbe stand – durchdacht und keine Erfordernisse gesehen“, meint Sprecher Frank Meyer. Fehlentwicklungen seien durch die vorhandenen Schutzzonen ausgeschlossen und was Fördermittel betrifft, könne man die Ziele auch auf anderem Weg erreichen. Im Übrigen sei die Elbaue bei Torgau nicht vergleichbar mit Naturräumen in Sachsen-Anhalt oder Niedersachsen, hieß es auf TZ-Anfrage.

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