Dienstag, 22. Oktober 2019
Montag, 25. Juli 2011

LOKALGESCHEHEN

Hilfe gegen miese Tricks

von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber

Torgau (TZ). Die Verbraucherzentrale Torgau hat Bilanz gezogen. Mehr als 2400 Menschen haben dort im vergangenen Jahr Rat und Hilfe gesucht. Dazu kommen weitere 2600, die die Verbraucherzentrale auf anderen Wegen erreicht hat. Sei es über Vorträge, Aktionen oder Besuche von Schulklassen.

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Torgau (TZ). Die Verbraucherzentrale Torgau hat Bilanz gezogen. Mehr als 2400 Menschen haben dort im vergangenen Jahr Rat und Hilfe gesucht. Dazu kommen weitere 2600, die die Verbraucherzentrale auf anderen Wegen erreicht hat. Sei es über Vorträge, Aktionen oder Besuche von Schulklassen. In ihrem Jahresrückblick geht die Zentrale detailliert auf die Beratungsschwerpunkte für das Jahr 2010 ein. Im Folgenden können nur einige ausgewählte Punkte vorgestellt werden.

Hier sorgten die sogenannten Internet-Abo-Fallen mit 258 Verbrauchern für den größten Beratungsbedarf, was auch eine Steigerung gegenüber 2009 bedeutet. Die Vorgehensweise der Anbieter ist immer noch die gleiche: Internetnutzer landen bei der Suche im Internet nach Routenplanern, Hausaufgabenhilfen, Lehrstellen, Rezepten, Gruß- und Glückwunschkarten, Software und so weiter nicht selten auf kostenpflichtigen Internetseiten. Durch die Registrierung auf diesen Internetseiten, deren Kostenpflicht nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, soll nach Meinung der Betreiber ein Vertrag zustande gekommen sein. In der Regel handelt es sich um eigentlich kostenlose Leistungen, die bei diesen Betreibern kostenpflichtig verpackt wurden. Zumeist handelte es sich um „alte Bekannte“,  Internetseiten wie www.opendownload.de, www.outlets.de und www.streamloads.de und die 2010 hinzugekommenen www.online-downloaden.de, www.top-of-software.de und  www.winloads.net.

Bei den Beratungen zu den Haustürgeschäften und Fernabsatzverträgen im Bereich Telekommunikation ging es überwiegend um den unseriösen Vertrieb von Verträgen zum  Wechsel des Telefontarifs sowie des Telefon- und/oder Internetanbieters. Vor allem ältere Verbraucher wurden zum Wechsel ihres Telefonanbieters überredet. Auch wenn eine Kostenersparnis möglich war, wurden seitens der Vertriebsleute die technischen Voraussetzungen für eine Umstellung auf den neuen Anbieter verschwiegen, was im Nachhinein für Probleme sorgte. Besonders negativ aufgefallen sind hier Vertriebsfirmen, die für die Firmen VR Com, Vodafone u.a. tätig waren.

Zu der Rubrik „Fernabsatzverträge“ zählen die angeblich mit den Firmen Vision Bill, Pepper United oder Czech Media am Telefon geschlossenen Verträgen über erotische Dienstleistungen. Das Besondere an deren Geschäftsmodell ist, dass hierzu keine 0900-Mehrwertdiensterufnummern eingesetzt werden, sondern normale Festnetznummern oder auch 0180iger Rufnummern. Das Entgelt für die angeblich in Anspruch genommene erotische Dienstleistung wird anschließend per gesonderter Rechnung eingefordert. Die Verbraucher haben regelmäßig das Zustandekommen der Verträge bestritten.

Bei den Beratungen zu Problemen aus Telefonverträgen (Festnetz und Mobilfunk) ging es überwiegend um Abrechnungen sowie um gewollte oder ungewollte Vertragsänderungen. Beispielsweise sollte ein junger Verbraucher für die zweimalige Nutzung des mobilen Internetzuganges mit seinem Notebook in der Schweiz  1066,01 Euro bezahlen. Es stellte sich heraus, dass entsprechend der genutzten Datenmenge ein wesentlich zu hohes Entgelt gefordert wurde. Nach Einspruch erstattete der Mobilfunkbetreiber 805,07 Euro.

Mehr Verbraucher als 2009 wurden auch zu Forderungen von Inkassofirmen, die in der Regel nicht nachvollzogen werden konnten, beraten. Besonders aufgefallen waren in diesem Zusammenhang die bereits 2009 genannte Firma Proinkasso und die Firma FOCUS Gesellschaft für Forderungsmanagement. Seit der Einführung der Spezialberatung zum Urheberrecht im Juli 2009 nimmt deren Bedeutung zu. So haben 76 Verbraucher dieses Beratungsangebot in Torgau genutzt. Dabei ging es hauptsächlich um den Vorwurf, entweder einen oder mehrere Songs oder Filme durch Nutzung illegaler Tauschbörsen zum Download angeboten zu haben. Die Forderungen der Abmahnkanzleien, die zahlenmäßig angestiegen sind und dieses Geschäft „industriell“ betreiben, sind juristisch fundiert zu prüfen, da nicht selten zu hohe oder gar unberechtigte Forderungen gestellt werden.

Einen besonders krassen Beratungsfall gab es in der Rubrik „Unseriöse Kreditvermittlung“. Ein Verbraucher, welcher zum Kauf neuer Fenster einen Kredit benötigte, geriet an eine Kreditvermittlungsfirma. Diese schloss zwar mit ihm einen Darlehensbeschaffungsauftrag ab, gleichzeitig aber auch noch vier weitere Verträge, darunter eine Unfallversicherung und zwei Beteiligungen, welche eine erhebliche monatliche Belastung über mehrere Jahre bedeuteten. Durch Widerruf aller Verträge konnte dies abgewendet werden.

Im Beratungsgebiet Wohnen/Energie haben sich insgesamt 451 Verbraucher beraten lassen. Beispielsweise hatte eine Familie von ihrem Stromanbieter eine Rechnung über einen Verbrauch von 19 181 kWh erhalten. In den Vorjahren hatte der Verbrauch bei durchschnittlich 2500 kWh gelegen. Da aber die Befundprüfung des Stromzählers keine Beanstandungen ergab, konnte die Verbraucherzentrale nur Unterstützung bei der Vereinbarung einer moderaten Ratenzahlung geben.
Bei den Heizkostenabrechnungen waren die seit 2009 in Kraft getretene neue Heizkostenverordnung und deren Folgen für die Abrechnung sowie der doch etwas kältere Winter gegenüber 2008 Gegenstand der Beratungen. So sollte ein Mieter für eine 47,30 Quadratmeter große Wohnung zwischen 1. Januar und 30. November 2009 Heizkosten in Höhe von 2845,93 Euro zahlen. Die Verbraucherzentrale half und statt 2425,61 Euro musste er nur noch 60 Euro nachzahlen.
Nicht zufrieden ist die Verbraucherzentrale mit der Stationären Energieberatung. Die wurde zwar etwas besser als im Jahr 2009 angenommen – vor dem Hintergrund steigender Energiepreise aus Sicht der Zentrale aber immer noch zu wenig.

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