Dienstag, 11. Dezember 2018

 
Freitag, 27. Juli 2012

FREIZEIT

Erdbeben gehören zum Leben in Japan

Ulrike und Rudi Schlack vor dem Goldenen Tempel in Kyoto.Foto: privat

Von Ulrike Schlack

Stuttgart/Klitzschen/Tochigi (TZ). Die gebürtige Torgauerin Ulrike Schlack, geborene Ermel, verbrachte ihre Jugend in Klitzschen. Nachdem sie ihr Abitur in Torgau abgelegt hatte, …

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Stuttgart/Klitzschen/Tochigi (TZ). Die gebürtige Torgauerin Ulrike Schlack, geborene Ermel, verbrachte ihre Jugend in Klitzschen. Nachdem sie ihr Abitur in Torgau abgelegt hatte, studierte sie Japanologie (Nebenfächer BWL und Anglistik) an der Universität Leipzig. Nach ihrem Studium arbeitete und lebte sie insgesamt sechs Jahre im Land des Lächelns – in Japan. Seit drei Jahren ist die 34-Jährige wieder in Deutschland. Mit „Key to Japan“ ist sie als Dolmetscherin/Übersetzerin für Japanisch und als Interkulturelle Trainerin der Schlüssel zu Japan. Siehe auch: www.key-to-japan.com

Im Mai dieses Jahres besuchte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihre 2. Heimat, die durch den 11. März 2011 ein anderes Gesicht bekommen hat, so meint man. Die 34-Jährige schildert in einem dreiteiligen Reisebericht ihre Eindrücke:
Wir hatten vier Nächte in Kyoto geplant und es war zunächst schwierig, einen so langen Aufenthalt über das Internet zu buchen. Denn in Japan macht man ja nicht so lange Urlaub. Einen einzigen Anbieter habe ich gefunden, der Zug und Hotel für einen „solch langen“ Aufenthalt angeboten hat. Bei allen anderen war maximal eine Auswahl bis zu drei Nächten möglich. Zeit hat in Japan eben eine andere Bedeutung!

Daran erinnerten wir uns in vielen Momenten und auch an viele andere Gewohnheiten, die man mittlerweile wieder abgelegt hat.
Aber es war auch dieses Mal gar nicht schwer, sie wieder anzunehmen und „mitzuspielen“, denn nur so kann Japan richtig Spaß machen. Das ist sicher nicht nur in Japan so, denke ich. Es gehört immer eine große Portion Toleranz, Motivation, Disziplin und nicht zuletzt Wissen dazu, andere Kulturen zu erleben, zu erfahren, sich darauf einzulassen.
Und wie die heißen Quellen, die nicht  nur Japaner unheimlich lieben, gehören auch die Erdbeben zu Japan. Sicher liebt diese keiner, doch „diese beiden Dinge gibt es nur im Set“ hat ein Freund zu mir gesagt. Und damit lebt man, tagtäglich. Japan ist ein Land, welches fast alle Produkte, die es zum Leben braucht, importieren muss. Nur drei Dinge hat/te das Land in Hülle und Fülle: Reis, Wasser und Energie. Atomenergie. Letzteres wird zurzeit durch andere Energiequellen ersetzt, denn kein einziges AKW in Japan ist mehr am Netz, vorübergehend. (Mittlerweile hat man einen Teil eines AKWs wieder hochgefahren.)

Anfang Mai, an dem das letzte AKW abgeschaltet wurde, strömten Mails in meinen Posteingang von Deutschen, die in Japan leben: Glückwunsch, der Beginn einer neuen Ära. Die Japaner haben davon wenig Notiz genommen. Man ist zum Alltag zurückgekehrt, wie sonst sollte man auch mit dieser Problematik umgehen, versetzt man sich in die entsprechende Lage. Und genau aus diesem Grund haben wir während unseres Besuches das Thema größtenteils vermieden. In Japan war man noch nie politisch, noch nie diskussionsfreudig, Demos gibt es nicht. Es ist wie es ist.
Die Veränderungen, die ich mir im Stillen erhofft hatte, gab es eben leider nicht, alles war wie immer: warme Toilettenbrillen (im Winter nicht wegzudenken), in Supermärkten standen Kühlschränke- und truhen offen, Pkw-Motoren wurden vorm Kiosk nicht abgestellt – wie immer; schicke Einkaufsviertel und der Tokyo-Tower beleuchtet – wie immer, Leuchtreklamen noch und nöcher, Getränkeautomaten mit heißen und gekühlten Getränken an jeder Ecke – alles wie immer: Alles ohne auch nur ein einziges AKW! Mmmh...
Aber auch wir nahmen uns diesem Rhythmus an, in der zweiten Woche wunderten wir uns nicht mehr, alles wie immer! Gut!
Dennoch, 3–4 kleine Hinweise habe ich im Alltag bemerkt: an zwei Lokalen in Tochigi machte man die Gäste darauf aufmerksam, dass die Beleuchtung minimiert wurde, um Strom zu sparen. Die Belegschaft einer Zuggesellschaft im Norden Japans machte auf einem Poster Werbung für ihre Region und man sprach Solidarität für die betroffene Belegschaft im Norden aus. An shintoistischen Schreinen waren Spendenboxen aufgestellt, für die Menschen im Norden. Für die noch nicht alles wie immer ist.

Meine 2. Heimat Shimotsuke ist circa 200 Kilometer vom AKW in Fukushima entfernt, Toyko 300 und Kyoto 700 Kilometer.
Damit möchte ich schließen und mit Japan und seinen Bewohnern hoffen und beten, dass es einen guten Weg in die Zukunft gibt. Wir haben das Land und seine Bewohner so lieb gewonnen, es ist mehr als eine zweite Heimat und der nächste Besuch wird keine 3 Jahre auf sich warten lassen. Ende

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