Montag, 15. Oktober 2018

 
Donnerstag, 6. August 2015

LOKALGESCHEHEN

Bitteres Fazit einer Gesprächsrunde

Sandro Oschkinat (Mitte) bei seinem letzten Besuch in er Ukraine. Dort kam er auch mit Mitgliedern des rechten Sektors ins Gespräch.

Von unserem Redakteur

Der Mockrehnaer Gemeinderat Sandro Oschkinat hat es sich in den zurückliegenden Monaten immer wieder zur Aufgabe gemacht, das in den deutschen Medien aus seiner Sicht falsch gezeichnete Russland-Bild zurecht zu rücken. Der bereits mehrere Monate zurück liegenden Dialog an der Elbe, eine Diskussionsveranstaltung zum Elbe Day, gab im Anlass für eine weitere Wortmeldung.

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Mockrehna/Torgau. Der Mockrehnaer Gemeinderat Sandro Oschkinat hat es sich in den zurückliegenden Monaten immer wieder zur Aufgabe gemacht, das in den deutschen Medien aus seiner Sicht falsch gezeichnete Russland-Bild zurecht zu rücken. Der bereits mehrere Monate zurück liegenden Dialog an der Elbe, eine Diskussionsveranstaltung zum Elbe Day, gab im Anlass für eine weitere Wortmeldung. Möglicherweise hat dieser Meinungsbeitrag das Zeug dazu, eine Debatte zu entfachen.
Meinungen an aktuell@haus-der-presse.de


Der nun schon einige Monate vergangene Elbe Day in Torgau wurde gegenüber allen Teilnehmern würdig zelebriert, und hatte in den letzten 20 Jahren niemals mehr Bedeutung im Rahmen der aktuellen weltpolitischen Lage. Dies spürte man vor allem beim von der Jungen Union veranstalteten „Dialog an der Elbe“ deutlich. Denn dort wollte ein großer Teil der anwesenden Zuhörer die von den Referenten der Bundeswehr und des Bundestages zelebrierten offiziellen Sichtweisen des Weltgeschehens nicht mehr kritiklos hinnehmen. Die Sichtweise vom ausnahmslos guten Westen im Rahmen der NATO, welcher sich ständig gegen alle möglichen bösen Mächte in aller Welt wehren muss, die aktuell gerade Islamischer Staat und Russland heißen. Warum soll man Probleme auch hinterfragen, wenn man die Welt gleich in Gut und Böse aufteilen kann?

Keine Lust mehr


So hatten viele Gäste an diesem Abend des 24. April scheinbar keine Lust mehr, sich schweigend jenes einseitige Feindbild erklären zu lassen, was man schon aus Politik und Medien zu Genüge kennt. Die jederzeit spürbare Unruhe im Publikum bezeugte dies deutlich.
Wir alle gehören sicher zu Recht zum westlichen Wertesystem, aber sind wir damit auch automatisch immer die Guten? Wird man gleich zum „Putin-Versteher“ oder Verschwörungstheoretiker, wenn man die zahlreichen Verletzungen des Völker- und Menschenrechtes durch die westliche Staaten unter Führung der USA genauso gut darlegen kann, wie die der anderen Machtblöcke? Beim Elbe-Dialog wurden kritische Fragesteller leider immer wieder unterbrochen, ohne die Darlegung ihrer Fragen in Ruhe beenden zu können. Sogar der eingeladene französische Historiker Professor Edouard Husson und jene Vertreter sowie Historiker der russischen Botschaft, welche die Ursachen der Ukraine-Problematik auch in der Verantwortung der NATO sahen, wurde nur ein sehr begrenztes Zeitkontingent vorgegeben. Dagegen durften wiederum der Bundestagsabgeordnete Dr. Christoph Bergner sowie Brigadegeneral Hartmut Renk mit ihrer monoton-einseitigen Sichtweise der Weltlage gefühlt endlos reden.

Macht der Westen Fehler?


So bekam das reichlich erschienene Publikum auch keine befriedigende Antworten auf Fragen wie, ob der Westen nicht ebenfalls Fehler mache, warum Deutschland teilweise klare Anti-Russland Propaganda in den Medien betreibe, ob die Krim-Halbinsel nicht etwa annektiert wurde sondern völlig ohne Blutvergießen per Referendum selbst über ihr Schicksal entscheiden konnte, warum der amerikanische, brutale Überfall auf den Irak von demokratischen Politikern nicht annähernd so deutlich verurteilt wurde wie das neue selbstbewusste machtpolitische Auftreten Russlands oder ob nicht gar die IS-Terroristen ursprünglich als Kämpfer gegen den syrischen Präsidenten Assad von den USA selbst ausgebildet wurden. Letzteres wurde nur in gewohnter Manier als Verschwörungstheorie abgetan.
Sehen so Dialogbereitschaft und Meinungsfreiheit aus, wenn die artikulierten Sichtweisen den Regierungsvertretern gerade nicht genehm sind? Den russischen Gästen muss es, meines Empfindens nach, bei dieser Diskussion wie Hohn vorkommen sein, dass gerade deutsche Politiker mit dieser ausgezeichneten Doppelmoral,- die Wahrheit immer nur hören zu wollen, wenn sie ins eigene Weltbild passt,- derzeit gegenüber Russland bezüglich Demokratie und Meinungsfreiheit nur zu gern große Reden halten. Doch dafür sind wir nicht mehr kompetent genug. Wir haben uns angewöhnt in zweierlei Maß zu messen, wenn wir moralisch urteilen. Wir maßen uns an, anderen Ländern auf der Welt vorzuschreiben, sie müssten auch bei sich endlich ein demokratisches Wertesystem, westlicher Prägung einrichten.  Doch fordern wir dies komischerweise immer nur von jenen Ländern, welche die Wirtschaftsinteressen der kapitalistischer Weltkonzerne und Banken scheinbar noch nicht so unterstützen wollen, wie wir es gerne hätten.

Gespielte Empörung?


Wären beispielsweise stets argwöhnisch betrachtete Länder wie Syrien, Iran, Venezuela oder Russland für den Westen unter Führung der USA wirtschaftlich bezüglich Schürfrechten, Warenimporten und Waffenkäufen ähnlich nützlich wie Saudi Arabien, Katar oder China, wäre wohl auch die Berichterstattung über jene bisher „bösen Machthaber“ dort, weniger kritisch. Warum sonst, erfahren wir „naiven“ Nachrichtengucker herzlich wenig darüber, dass die Regierungen in den USA, China, Katar und Saudi Arabien Folter, Todesstrafe, Minderheiten-Diskriminierung und teilweise sogar die Verfolgung homosexueller Menschen nachweisbar ganz offiziell zulassen, während wir aber gebetsmühlenartig über angebliche und spekulative Menschenrechtsverletzungen in den sogenannten „Schurkenstaaten“ wie eben Russland, Syrien, Venezuela und Iran empört sein sollen?
Als ich selbst im vergangenen Jahr zweimal die Westukraine um Lviv und Ivano-Frankivsk besuchte, wurde mir im Zuge dieser Erkenntnisse endgültig klar, wie sehr die offizielle Sichtweise unserer Presseagenturen inzwischen von der Realität abweicht. Extremer Rechts-Nationalismus, Russenhass, gemischt mit teilweise offen gezeigten faschistischen Symbolen und offiziell geehrten Nazi-Kollaborateuren sind unübersehbar dominierend auf den ukrainischen Straßen und den lokalen Medien. In sehr freundlichen und aufschlussreichen Gesprächen mit Hilfe eines Übersetzers konnte ich mich letztendlich sogar persönlich zweifelsfrei von der fanatisch-russenfeindlichen, klar gewaltbejahenden und homophoben Einstellung einzelner Mitglieder der Swoboda und des rechtem Sektor überzeugen, die mir offen Rede und Antwort standen.
Warum die deutsche Regierung den aggressiven Nationalismus Kiews trotzdem politisch und finanziell unterstützt, sowie dessen mörderischen Kampf gegen die eigene russischsprachige Bevölkerung weiter kritiklos geschehen lässt, können wahrscheinlich wirklich nur Angehörige der großen Koalition oder Journalisten auf dem Niveau der Springerpresse erklären. Viel zu oft mit selbstgerechter Arroganz sowie Argumenten, die an Idiotie kaum noch zu überbieten sind.

Moralische Mitschuld


Denn wer Moskau scheinheilig die mögliche materielle Unterstützung ukrainischer Separatisten und Zivilisten vorwirft aber die mit amerikanischen Waffen und Geld ausgerüsteten Terroristen beziehungsweise gewaltbereiten Oppositionellen in aller Welt stets als Freiheitskämpfer bezeichnet,- sowie die aktuell andauernde grausame Bombardierung ostukrainischer Wohnviertel durch mit Nazisymbolen dekorierte westukrainische Freiwilligenbatallione bewusst toleriert,  liefert nicht nur ein weiteres Beispiel der genannten Doppelmoral, sondern trägt auch eine moralische Mitschuld auch an diesen Verbrechen.                                                                            Sandro Oschkinat


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