Montag, 22. Januar 2018

 
Dienstag, 3. November 2015

LOKALGESCHEHEN

Lesermeinung: "Unsere Demokratie hat gelitten"

Daniel Wendt

Klitzschen/Mockrehna. Daniel Wendt aus Klitzschen hat sich in den vergangenen Wochen mit dem Thema Asyl auseinandergesetzt. Zu welchen Schlüssen er gekommen ist, schreibt er in einer Lesermeinung an die Torgauer Zeitung:

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Klitzschen/Mockrehna.
Daniel Wendt aus Klitzschen hat sich in den vergangenen Wochen mit dem Thema Asyl auseinandergesetzt. Zu welchen Schlüssen er gekommen ist, schreibt er in einer Lesermeinung an die Torgauer Zeitung:

Ich möchte mich für die so treffenden Ansichten von Herrn Sandro Oschkinat bedanken. Denn als ich jene vor einigen Wochen hier lesen konnte, fühlte ich mich oft in dem, was mich seit langer Zeit beschäftigt, in den Grundfesten bestärkt. Ich saß in Zugabteilen, dort kam nach langen Ruhephasen aus unbewegten Gesichtern schon bei der Erwähnung diesen oder ähnlichen brisanten Themen aus Angst oder Respekt vor den Folgen einer Meinungsäußerung ein leises „Komisch, keiner sagt was aber hab noch keinen getroffen der wirklich davon begeistert ist,- alle meckern“ und kurz darauf tuschelt es und lacht es in der Kabine gegenüber. Dann hat man sich gefunden und schimpft gemeinsam. In der Tat, unsere Demokratie hat dahingehend gelitten, dass sich Bürger, zugleich Wähler und Steuerzahler nicht mehr offen wagen, ihre wirkliche Meinung zu äußern. Unsere „Jawoll, jetzt reichts mir“-  und „Ich bin lieber ruhig. Kann mir ja keiner sagen, wo die Reise mal hingeht“-Mentalitäten haben unser Volk gespalten. Schlimm ist nur, wie die Demokratie in diesem Land mittlerweile gehandhabt wird. Als wäre selbst dem intellektuellen Bürger schon bei der einseitigen Darstellung der Flüchtlingsproblematik in Politik und Medien, eine wirklich objektive Erklärung der Verhältnisse eine Zumutung, welche dieser sowieso nicht bewältigen kann. 

„Sparen war immer die Devise“
Jahrelang haben wir einen Rückgang zu verzeichnen an Lehrerstellen und Uni-Dozenten. Sparen war immer die Devise. Wir haben dort ein schweres Defizit, was in Schülern mundet, die nur  noch vorwiegend an ihren Smartphones interessiert sind. Es werden kaum mehr Werte vermittelt, weil auch die Zielgruppen so verschieden und die Lehrer angesichts 25-30 Pubertierenden überfordert sind. Es kann nicht mehr auf die förderfähigen Aspekte des Individuums eingegangen werden. Qualitäten bleiben unentdeckt und ungefördert. Schon seit vielen Jahren. Dies fruchtet natürlich in einer Kultur, die nach der Schule nicht oder kaum noch in der Lage ist, den Anforderungen einer Ausbildung gewahr zu werden. Ergo haben wir einen Facharbeitermangel. Wer in der vierten oder fünften Klasse nicht den Absprung an das Gymnasium schafft, der bleibt meist auf der Strecke. Doch nun werden plötzlich Unmengen an Geldern frei, um „neue“ Schüler aus fremden Ländern einfach in das System zu integrieren. Strikt entgegen der eigentlich gewohnten strengen Leistungspolitik. Da frag ich mich doch, was ich als Einheimischer falsch gemacht habe, damit solch eine Ungerechtigkeit Fuß fassen kann? Asyl ist ja per Definition ein „temporärer Unterschlupf“, also eine Hilfe die sich auf einen bestimmten Zeitraum erstreckt.

„Durcheinander der Begrifflichkeiten“
Ich verstehe nicht, warum in diesem Zusammengang automatisch immer gleich die langfristige Integration der Hilfesuchenden oder jener, die sich dafür ausgeben, genannt wird. Das ist ein klares Durcheinander der Begrifflichkeiten! Wir müssen Flüchtlingen helfen damit sie in ihrem eigenen Land eine Zukunft haben. Nicht um sie massenhaft in immer neuen Ghettos zwanghaft zu  deutschen Staatsbürgern machen zu wollen. Einem wirklich Hilfesuchenden einen Unterschlupf zu gewähren ist unbestritten oberste Bürgerpflicht. Schauen wir nur auf unsere Geschichte zurück.
Allerdings ist die Zahl derer, die damals über Ungarn und Tschechien nach Westdeutschland geflüchtet sind verschwindend gering gegenüber denen, die geblieben sind, um aus dem Osten „blühenden Landschaften“ zu machen. Bilden wir doch heute die Menschen aus, damit sie später in sozialen Berufen, in Krankenhäusern, als Ingenieure und Bauarbeiter ihrem Land nach dem Krieg wieder dienen und ihm wieder neuen Geist einhauchen zu können. Nur leider ist das bisher weder unser noch deren Konzept. Lieber werden weiter planlos täglich tausende Menschen unter dem Deckmantel der Nächstenliebe in unser Land geholt. Als ob damit Probleme auf lange Sicht gelöst werden könnten.
Wenn ich mich als Flüchtling auf den beschwerlichen Weg mache, quer durch meine kriegerische Heimat, um nach Tagen, Wochen und Monaten unterwegs in einer friedlichen Region anzukommen. Wenn ich dann endlich für lau einen Schlafplatz, etwas zu Essen und Ruhe vor Waffengewalt finde. Warum prügle ich mich dann aus ethnischen Gründen mit meinem Bettnachbarn? Der aus den gleichen friedfertigen Gründen durch die Nationen gewandert ist? Wo soll das hinführen? Von Dankbarkeit möchte ich jetzt gar nicht philosophieren.

„Wer versteht die Kanzlerin?“
Vertriebene Christen oder gemäßigte Moslems, die in einer vorwiegend christlich geprägten Region plötzlich Moscheen finden. Oft die Herrschaftshäuser jener extremen Islamisten, vor denen sie einst geflüchtet sind. „Der Islam gehört zu Deutschland!“ und „dann ist das nicht mehr mein Land!“ Wer die wechselwirkenden Ideen der Kanzlerin versteht, möge sich bitte melden. Deutschland ist bei weitem nicht das „gelobte Land“, für das es sich gern vorstellt. Wir sind keine Weltmeister der Integration. Man mache eine Klassenfahrt durch das Ruhrgebiet, eine Schnitzeljagd quer durch Frankfurt, einen Ausflug nach Kreuzberg oder einfach nur eine Stippvisite nach Torgau Nordwest. Wenn mir dort jeder Zweite seit mehreren Jahren wohnhafte Bürger sagen könnte, dass die überstürzte Integration von fremden Menschen, am Ende doch eine gute Grundlage einer zukünftigen Gemeinschaftsidee sei, dann wäre dies der beste Eckpfeiler dieser Theorie. Doch in der Realität werden dort bislang nur die so gern totgeschwiegenen Parallelgesellschaften geboren. Wer dies für übertrieben hält, überdenke dies bitte noch einmal, bei seiner nächsten Fahrt durch die Leipziger Eisenbahnstraße.

„Allein mir fehlt der Glaube“
Unsere Heimat, unser Vaterland wird zeigen, ob die „Willkommenskultur“, ob der „neue bessere Wind“ der letztendlich das gleiche laue Lüftchen ist, das wir gewohnt sind,  und aus dem wir später gestärkt aus der Situation heraustreten.

Ich wünsche es uns, allein mir fehlt der Glaube. Wenn unsere Kanzlerin Millionen fremde Menschen unkontrolliert und leichtsinnig in unser Land einlädt, sich mit ihnen am Bahnhof fotografieren lässt um deren Angehörige und Freude zur Nachreise zu ermutigen, wer mit jenen NATO-Kriegsmächten paktiert, die für Krieg und Flucht auf der Welt hauptverantwortlich sind, wer permanent Waffen in Krisengebiete liefert und Länder wie Syrien mit unsinnigen Wirtschaftembargos noch zusätzlich schwächt,- braucht jedenfalls mir von angeblicher Humanität und korrekten Moralvorstellungen nicht mehr viel zu erzählen.

Siehe dazu auch den Kommentar in der heutigen Ausgabe der Torgauer Zeitung, erhältlich als ePaper oder gedruckte Variante.


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