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LokalgeschehenMontag, 9. November 2009

"Weidmanns Heil" am Torfhaus
Interessiert wurde die Strecke aus Rotwild. Rehwild. Schwarzwild und drei Füchsen begutachtet. 
Foto: TZ/Lehmann

von unserem stellv. Chefredakteur Frank Lehmann



Nordsachsen/Torfhaus (TZ). Circa 100 Weidmänner aus ganz Nordsachsen, dem Freistaat Sachsen und verschiedenen Bundesländern waren am Samstag der Einladung zur traditionellen Hubertusjagd in den Forstbezirk Taura des Staatsbetriebes Sachsenforst in den Staatswald rund um Torfhaus gefolgt. Damit erfolgte der Auftakt zur Saison der Bewegungsjagden des Forstbezirkes Taura in der Dübener und Dahlener Heide. Zehn weitere sind in den kommenden Wochen geplant.

Bereits am Freitagabend wurde in der Katholischen Kirche Sankt Franziskus Xaverius in Eilenburg die traditionelle Hubertusmesse gefeiert. Pfarrer Ulrich Schade bat dabei um den Segen und den Schutz des Schutzpatrons der Weidmänner, den Heiligen Hubertus. Die musikalische Umrahmung übernahm die Jagd- und Parforcehorngruppe Taucha. Bejagt wurden am Samstag in den Wäldern rund um Torfhaus in erster Linie Schwarzwild, Rotwild und Rehwild. Als Leiter der Jagd agierte der Leiter des Forstbezirkes Taura, Jan Glock.

Gegen 9 Uhr wurde mit dem entsprechenden Signal durch die Jagdhornbläser aus Wöllnau und Battaune der Jagdauftakt vollzogen. Nach der zuvor durch Jan Glock erfolgten Einweisung bezogen die Schützen ihre Positionen. Die circa 30 Treiber und mehrere Hunde begannen mit der Arbeit. „Es wurde sehr verantwortungsvoll gejagd. Wir hatten kaum Nachsuchen“, stellte Jagdleiter Glock zufrieden fest. Erfreut zeigte er sich auch über die große öffentliche Resonanz, die die Jagd fand. „Dies ist für uns ein Beweis, dass Jagd und Jäger in ihrer Funktion akzeptiert werden. Wir setzen auch deshalb auf Öffentlichkeit“, merkte Jan Glock an. Besonders interessiert waren die zahlreichen Besucher an der Jagdausbeute, der sogenannten Strecke. Gegen 14.30 Uhr wurde sie nach jagdlichem Brauch in einem Rahmen aus Kiefernzweigen, versehen mit einem Tor, gelegt. Die Strecke bestand aus acht Stücken Rotwild, sieben Schweinen, sechs Rehen und drei Füchsen. „Wir haben eine sauber und disziplinierte Jagd bei herrlichem Herbstwetter erlebt“, fasste Jagdleiter Jan Glock zusammen. Er überreichte den erfolgreichen Weidmännern traditionsgemäß dann den Bruch (Kiefernzweig), den die Weidmänner als äußeres Zeichen ihres Jagderfolges an ihren Hut steckten.

Mit dem großen Halali, vorgetragen durch die Wöllnau-Battauner Jagdhornbläser endete die Zeremonie. Ein Großteil des erlegten Wildes wurde noch vor Ort verkauft.

Hintergrund:
Hubertus von Lüttich (* um 655 in Toulouse; † 30. Mai 727 in Tervuren, Hubertus lebte als Pfalzgraf am Hof Theoderichs III. in Paris, später in Metz am Hofe Pippins des Mittleren, mit dem er wohl verwandt war. Als er verwitwete, ging Hubertus als Einsiedler in die Wälder der Ardennen, wo er apostolisch tätig war. 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Er ließ dort eine Kathedrale bauen, galt aber auch als fürsorglicher Wohltäter. 

Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde, deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd angesehen. Außerdem ist er Patron der Natur und Umwelt, der Schützen und Schützenbruderschaften, der Kürschner, Metzger, der Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker und Hersteller von mathematischen Geräten. Am Hubertustag, dem 3. November finden alljährlich große Hubertusjagden, oft mit dem Feiern von Hubertusmessen, statt.






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