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LokalgeschehenMittwoch, 10. März 2010

Glück gehabt: Pilot blieb unverletzt
Pilot Lutz Haferkorn bei einem früheren Fototermin mit der Torgauer Zeitung.
Foto: TZ/Archiv (Kraut)

von unserem Redakteur Nico Wendt



Falkenberg/E. (TZ). Er muss gleich mehrere Schutzengel gehabt haben. Lutz Haferkorn war auch gestern noch der Schock deutlich anzumerken. Der Pilot vom Flugdienst Torgau stürzte am Montag gegen 11.30 Uhr mit seiner Z-37 in der Nähe von Falkenberg/E. ab. Das Agrarflugzeug erlitt dabei einen Totalschaden.

Gegenüber TZ schildert Lutz Haferkorn noch einmal den genauen Ablauf: „Ich war seit 7 Uhr für eine Agrarfirma aus Saxdorf unterwegs. Die erste Stickstoffgabe bei Getreide stand an. Immer wieder mal traten Schneeschauer auf, ansonsten herrschte aber passables Wetter. Ich hatte bereits rund 20 Flüge hinter mir und auch schon einen Schneeschauer abgewartet. Als ich bei Bönitz wieder losflog, war die Sicht gut, die Sonne schien. Doch auf dem Feld verschlechterte sich die Witterung.“

Im dichten Schneetreiben hatte Lutz Haferkorn plötzlich eine Hochspannungsleitung vor sich. Zum Drüberfliegen war es zu spät. Er versuchte noch, unten durchzukommen, erwischte aber mit dem Leitwerk zwei Leitungsseile. Die Maschine geriet ins Trudeln, sackte aus rund acht Meter Höhe zu Boden. Eine klassische Bruchlandung, ein ziemlich harter Aufschlag – wie die Bilder, die die Lausitzer Rundschau gestern in ihrer Online-Ausgabe zeigte, beweisen. Der 52-Jährige kletterte selbst aus dem Wrack und verständigte die Polizei. Augenzeugen, die auf der unweit entfernten B 183 zwischen Torgau und Bad Liebenwerda unterwegs waren, eilten zu Hilfe. „Ich habe zum Glück nur leichte Verletzungen am Bein, alles halb so schlimm“, beteuerte Lutz Haferkorn gestern.

Wie es nun weitergehen soll? Der Inhaber des Flugdienstes Torgau weiß es noch nicht. Er hat erst einmal alle Vertragspartner auch in der Region Nordsachsen verständigt. In den nächsten Wochen fällt der Flugbetrieb komplett aus. Im Raum Torgau wollte der Agrarpilot eigentlich demnächst Aufträge im Raum Köllitsch, Dreiheide und Arzberg abarbeiten. Zahlreiche Feldflächen sind wie jedes Jahr im Frühling zu düngen. Der Einsatz von Agrarflugzeugen bietet sich vor allem bei jenen Äckern an, die mit Bodentechnik derzeit nur schlecht oder gar nicht befahrbar sind.

Lutz Haferkorn gilt als sehr erfahrener und besonnener Pilot, ist mit der „Hummel“ – wie sie landläufig genannt wird – schon seit 1980 ständig im Einsatz. Rund 12 000 Flugstunden kann er für sich verbuchen. Die jetzige tschechische Z-37 nutzte er seit sechs Jahren. Bis auf einen Triebwerksausfall in der Nähe von Nichtewitz/Arzberg, den er meistern konnte, hatte der 52-Jährige in der Vergangenheit nie dramatische Zwischenfälle. Dieser Unfall ist sein erster. „Das hätte auch anders enden können“, ist sich der gelernte Agraringenieur und Vater von zwei Töchtern bewusst.

Gut die Hälfte seiner 500 Kilogramm schweren Ladung hatte er auf dem Unglücksflug schon auf die Felder gestreut. Feuerwehr und Rettungsdienst mussten nach seiner Bruchlandung nicht anrücken. Lediglich die Polizei wurde gerufen. Allerdings nahmen Spezialisten des Bundesluftfahrtamtes die Untersuchungen zum Unfallhergang auf. Fachleute der enviaM waren bereits am Montag dabei, die Leitungen zu reparieren. Rund 14 500 Kunden in Bad Liebenwerda, Falkenberg/E., Prettin und Lauchhammer hatten für kurze Zeit keinen Strom.





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