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WirtschaftMittwoch, 28. Juli 2010

Interpane Glasgesellschaft vermarktet derzeit neue Isoliergläser
Ein Blick in die Produktion der Interpane Glasgesellschaft in Liebersee.
Foto: TZ/Heide

von unserer Redakteurin Julia Heide



Liebersee (TZ). „Neben der Herstellung von Sonnen- und Wärmeschutz-Isoliergläsern wollen wir uns zusätzlich neue Vertriebswege erschließen und in neue Marktsegmente vorstoßen“, so Sebastian Schmidt, Assistent der Geschäftsleitung der Interpane Glasgesellschaft mbH in Liebersee.
Seit Anfang des Jahres wird an der Vermarktung von Isoliergläsern mit innenliegenden Beschattungssystemen gearbeitet. „Das Rollo befindet sich weder davor noch dahinter, sondern ist im Fenster integriert. Mit einem Knopfdruck kann der Mechanismus des Sonnenschutzes ausgelöst werden. Eine andere zusätzliche Variante wäre die automatische Abdunkelung der Fenster. Sobald Sonneneinstrahlung entsteht, kann das Glas ebenfalls per Knopfdruck oder selbstständig je nach Lichtintensität durch elektrochrome Schichten verdunkelt werden“, erläutert Schmidt weiter.

So war das Thema Energieeffizienz auch in diesem Jahr im April auf der fensterbau/frontale Messe in Nürnberg von besonderer Bedeutung. Interpane präsentierte unter anderem das neue Dreifach-Wärmedämmglas „iplus 3LS“. Hier konzentrierte sich der Hersteller auf die Verbesserung des g-Wertes (Gesamtenergiedurchlassgrad), der sich zusammensetzt aus der direkten Strahlungstransmission und der sekundären Wärmeabgabe nach innen. „So hat die entsprechende Wärmedämmung im derzeit üblichen Scheibenaufbau das physikalisch Machbare annähernd erreicht. Somit konnte durch eine optimierte Wärmefunktionsschicht die solare Energieausbeute erneut erhöht werden. Zudem erreicht das Wärmedämmglas eine noch höhere Farbneutralität“, fügt Schmidt hinzu.

Zur Messe zeigte Interpane zudem weitere Neuheiten aus den Werken Hildesheim und Plattling, wie zum Beispiel „ipachrome“, ein chrombasiertes Mehrfach-Schichtsystem, das wie ein konventioneller Silberspiegel reflektiert. Diese Technik ist ideal einsetzbar für die Gestaltung zum Beispiel von Raumteilern und Türen. Im keramischen Digitaldruck können somit Bilddaten mit bis zu 720 dpi auf großformatige Glasflächen gedruckt und anschließend lichtecht sowie kratzfest eingebrannt werden. Sogenannte Photolaminate verleihen den  Großbild-Dias und Folien hinter dem Glas noch besondere Brillanz und konservieren sie für die Ewigkeit.
Dekorativ und funktionell ist auch das schaltbare „LC Verbundglas“. „Auf Knopfdruck wird das Glas blickdicht: So kann es beispielsweise als Sichtschutz oder mittels einer Rückprojektion als Display eingesetzt werden“, so Schmidt weiter.

Interpane in Liebersee ist ein Tochterwerk der Interpane Glas Industrie AG, mit Hauptsitz in Lauenförde im Weserbergland (Niedersachsen) und zählt zu den bedeutenden Flachglasveredlern Europas. Dort befindet sich auch das Forschungs- und Entwicklungscenter der Gruppe. Seit 1971 besteht das Unternehmen und wurde von Georg F. Hesselbach gegründet. Heute ist es an insgesamt dreizehn Standorten europaweit vertreten. So hat sich auch das Tochterwerk in Liebersee im Laufe der Zeit weiterentwickelt. „Noch vor zwei Jahren haben wir ausschließlich regionale Fensterbauer beliefert. Jetzt sind wir zudem noch zu 50 Prozent im sogenannten Objektgeschäft tätig. Beispiele hierfür sind die Medienbrücke München, Ericusspitze Hamburg, Air Base in Spangdahlem oder das Imperial College in London“, erzählt Schmidt.

Insgesamt zählt Interpane Liebersee 64 Festangestellte und 25 Leiharbeiter. Derzeit werden sechs Lehrlinge in den Bereichen der administrativen Tätigkeit, also auf der Ebene der Verwaltung und im Gewerbe ausgebildet. „Junge Menschen zu fördern und beruflich voranzubringen, hat für uns oberste Priorität. Deshalb sind wir auch besonders stolz, das in diesem Jahr drei Azubis auslernen und wir sie anschließend in unser Team übernehmen können“, verkündet der Assistent der Geschäftsleitung.
So werden im August wieder drei neue Lehrlinge bei Interpane in Liebersee ihre Ausbildung beginnen können. Zwei Kandidaten stehen bereits fest. Die letzte Stelle steht jedoch noch offen. „Da die Ausbildung im August bereits beginnt, wird die Entscheidung noch in den nächsten Tagen gefällt werden. Außerdem wollen wir im Herbst Personalaufstockungen vornehmen. Dafür werden wir vorwiegend unsere Leiharbeiter in Betracht ziehen, da sie bereits mit unserer Produktion Erfahrung haben“, gibt Sebastian Schmidt gegenüber der TZ bekannt.
Weitere Informationen zum Unternehmen und dessen Produktion erfahren sie unter www.interpane.com.





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