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      Torgauer Bären

LokalgeschehenFreitag, 30. Juli 2010

Großreinemachen mit Gärtner Kreiß
Rudolf Kreiß (rechts) und Lutz John schauen sich im Schulgarten um und schmieden schon die ersten Pläne für eine Neugestaltung. Zuerst muss aber das ganze Unkraut weg.
Foto: TZ/Kraut

von unserem Volontär Denise Kraut



Gn. Schildau (TZ/dk). „Oh ja, hier ist einiges zu tun“, sagte Rudolf Kreiß. Noch bevor er diesen Satz ganz ausgesprochen hatte, begann der ehemalige Gärtner bereits mit dem Unkraut zupfen. Der Garten der Schildauer Grundschule wurde in den letzten Jahren ein wenig vernachlässigt und das sieht man ihm auch an.
„Früher war der Unterricht im Schulgarten noch fest im Lehrplan verankert. Seit einigen Jahren ist das jedoch leider nicht mehr so und deswegen ist meist nicht viel Zeit um sich darum zu kümmern“, begründet Rosmarie Fischer, die Leiterin der Grundschule. Rudolf Kreiß möchte das nun ändern.

Am vergangenen Wochenende wurde in Schildau die alljährliche „Wir wetten was“-Show veranstaltet. Kreiß war einer der Wettpaten. „Natürlich musste es auch einen Wetteinsatz geben. Meine Familie und ich hatten uns daraufhin überlegt, dass der Schulgarten genau das Richtige sei und nötig hat er es allemal“, erzählt der Schildauer. Dabei spielte es jedoch keine Rolle, ob er die Wette gewonnen oder verloren hätte, wie er selbst sagte.
Bevor Rudolf Kreiß mit den Kindern im Garten arbeiten kann, musste sich der Rentner mal genau ansehen, was ihn erwarten würde. Schon von Weitem erkannte er, dass es mit ein paar einfachen Pflanzungen nicht getan sein wird. Gemeinsam mit dem Hausmeister der Schule, Lutz John, wurden schon die ersten Pläne geschmiedet, wie begonnen werden soll. Losgehen soll es gleich nachdem der Unterricht wieder begonnen hat.

„Lutz John, ich und ein paar kräftige Jungs werden zuerst das ganze Unkraut entfernen“, plant Kreiß. Mäharbeiten sowie das Beschneiden der Hecke und des Weidentunnels wird John schon zuvor durchführen. Die Kinder könnten beim Unkraut zupfen ruhig helfen, denn es sei wichtig, dass sie alle Seiten der Gartenarbeit kennenlernen, auch die nicht so angenehmen, ergänzt der Schildauer. Ist das erst einmal geschafft, kann es an die Pflanzungen gehen. „Ich werde dafür ein paar Blumen und ein wenig Gemüse zur Verfügung stellen, das habe ich schon mit meiner Tochter besprochen“, sagt Kreiß. Sein Garten- und Blumengeschäft in Schildau hat nun seine Tochter übernommen.
Rosmarie Fischer liegt besonders die Gesundheit ihrer Schützlinge am Herzen. Deswegen würde sie sich freuen, wenn der Schulgarten zukünftig viele Obst- und Gemüsesorten beherbergen würde. „Gesunde Ernährung ist sehr wichtig und durch den Schulgarten könnten wir den Schülern genau dieses Wissen in praktischer, interessanter Arbeit vermitteln“, so die Schulleiterin.

Bisher besteht der Schulgarten der Grundschule aus einem kleinen Weidentunnel, einer Teichanlage mit Fischen, Fröschen und vielen anderen Wassertieren, einem Insektenhotel und einem sogenanntem Nutz- und Kräutergarten. „Den Kräutergarten hat damals Brigitte Bussenius, eine bekannte Schildauerin, die früher noch in der Forst-Baumschule arbeitete, für uns gepflanzt. In Form eines Alpinums“, sagt Rosmarie Fischer. Ein Alpinum ist eine Art Steingarten, der sich besonders auf die Gewächse der Alpen spezialisiert.
Früher habe die Grundschule außerdem jedes Jahr an einem Schulgartenwettbewerb teilgenommen, da es dabei hin und wieder Prämien in Form von Pflanzen zu gewinnen gab. Doch derzeit kann man mit dem Garten nicht mal einen Blumentopf gewinnen.
Schon zum letzten Schulfest rief die Leiterin nach helfenden Händen für den Schulgarten auf. „Und nicht nur dafür. Es gibt so viele kleine Dinge, für die die Schule immer einen Helfer gebrauchen kann“, ergänzt Rosmarie Fischer. Mit dem Schildauer Faschingsclub und Rudolf Kreiß haben sie nun Kooperationspartner gefunden, die die Einrichtung tatkräftig unterstützen. Über die eine oder andere weitere helfende Hand würden sich Schüler und Lehrer jedoch auch weiterhin freuen, so die Leiterin.
Wie oft und wie lang sich Rudolf Kreiß im Schulgarten mit den Kindern beschäftigen werde, weiß der Schildauer noch nicht. Für ihn sei die Hauptsache, mit den Kindern praktische Arbeiten rund um das Grün durchzuführen und ihnen dabei so viel Wissen wie möglich zu vermitteln. Zuversichtlich ist der Rentner allemal. „Wir werden schon wieder etwas schönes aus dem Schulgarten machen“, zeigt er sich optimistisch.





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