magazin.gif

      Torgau Druck

LokalgeschehenFreitag, 30. Juli 2010

Kurzporträt: Von alten Dokumenten verzaubert
Angelika Gräber
Foto: TZ/Lehmann

von unserem stellv. Chefredakteur Frank Lehmann



Torgau (TZ/fl). Vor wenigen Tagen beging sie ihren 60. Geburtstag. Doch deshalb die Arbeit an den Nagel zu hängen, das kommt für Angelika Gräber nicht in Frage. „So lange mir die Arbeit im Archiv Spaß macht, würde ich gern bleiben“, bekennt die Torgauerin offen. Am 1. August dieses Jahres übrigens leitet sie 20 Jahre die Geschickte des Torgauer Stadtarchivs.

Geboren in Torgau, wuchs sie in der Stadt auf, besuchte die ehemalige 2. Oberschule und schloss diese erfolgreich mit der 10. Klasse ab. Es folgte eine Lehre zur Spezialglasfacharbeiterin im einstigen Flachglaskombinat in Torgau. Im Werk arbeitete Angelika Gräber bis 1973. Dann wechselte sie als Telefonistin und Fernschreiberin zur Hydrogeologie. Von 1976 bis 1984 betreute sie das Archiv der Fernwasserversorgung.  „Die entsprechende Qualifikation holte ich mir im Rahmen eines Fernstudiums zum Archiv-Assistenten in Leipzig“, erzählte Angelika Gräber. 1987 kam sie dann zum Stadt- und Kreisarchiv, das damals als Einheit, jedoch an zwei Stellen existierte. Angelika Gräber war für den Bereich der Stadt zuständig. Ab dem 1. August 1990 erfolgte schließlich die Anstellung bei der Stadtverwaltung Torgau. Sie und ihre Mitarbeiterinnen erlebten nach der Wende einene regelrechten Ansturm auf die historischen Dokumente und Akten. Die älteste Urkunde stammt übrigens aus dem Jahr 1305, die ältesten Akten aus dem 15. Jahrhundert. Gegenwärtig sind es vor allem Schüler, die mit den historischen Materialien arbeiten und Privatpersonen, die Ahnen- oder Familienforschung betreiben.

„Dabei bin ich gern behilflich. Es ist immer erstaunlich, was sich da so für Geschichten entwickeln und was früher so alles geschah. Die Menschen gingen wahrlich nicht zimperlich miteinander um“, weiß Angelika Gräber. Doch Genaueres behält sie für sich, schließlich sind das ganz private Dinge, die da aus den alten Dokumenten hervorgehen.
Um die Arbeit im Umgang mit den geschichtsträchtigen Materialien zu erleichtern, wurde im Torgauer Stadtarchiv mit der Verfilmung der Dokumente begonnen. Die Ratsprotokolle und Kirchenkasten-Rechnungen sind schon verfilmt. Gegenwärtig werden Zeitungen auf diese Weise für die Nachwelt gespeichert. Ein entsprechendes Lesegerät für die Archivnutzer wurde im vergangenen Jahr angeschafft. 
Teile ihrer Freizeit verbringt Angelika Gräber gern am Computer. Das ist zu ihrer heimlichen Leidenschaft geworden. Mit Freunden und  Bekannten wird auch öfter Skat gespielt. An Turnieren nimmt sie nicht teil. Darüber hinaus bringt  der Kleingarten in Sitzenroda für sie und ihren Mann Erholung und Entspannung. Die Gartenarbeit macht ihr Freude  Drei Söhne hat die Familie Gräber, die ihnen bisher vier Enkel beschert haben. Zwei der Enkel  leben in der Nähe, zwei etwas weiter entfernt. „Wir freuen uns immer sehr, wenn wir mit den Kinden zusammen sind “, bekannte Angelika Gräber offen.





Ihre Meinung zu diesem Beitrag
Diesen Artikel drucken

 
TZ-Nachrichten-Feed abonnieren
  TZ-online auf facebook
  TZ-online auf twitter folgen
  TZ-TV auf YouTube
TORGAU-WETTER
FOTOGALERIEN
PEP-Familienfest 2010
>> Ansehen

TZ-LOGIN 

ARCHIVSUCHE
UMFRAGE

Die aktuelle Umfrage greift die sowohl öffentlich als auch im Privaten heftigst geführte Diskussion um das Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin auf. Während die einen dem Noch-Bundesbankvorstand Polemik gegen Muslime und Juden vorwerfen, sehen sich andere in den Thesen des einstigen Berliner Finanzsenators bestätigt. Allerdings wollen wir nicht wissen, welcher Meinungsfraktion sie, liebe Leser, angehören. Schließlich wird es nur wenige geben, die das Buch bereits gelesen haben können.Wir fragen vielmehr: Glauben Sie, dass gerade durch den Medienrummel um die Thesen Sarrazins dessen Buch zu einem Verkaufsschlager wird?




>> Abstimmen >> Ergebnisse


QUICKLINK