Montag, 4. Juli 2011

LOKALGESCHEHEN

Edith Koch ist die erste Katharina-Botschafterin

Edith Koch wurde am vergangenen Sonnabend als erste Katharina-Botschafterin der Geschichte von Torgau geehrt.Foto: TZ/Jack

von unserer Redakteurin Eileen Jack

Torgau (TZ). So viel herzerfrischende geballte Frauenpower hat der Plenarsaal im Schloss Hartenfels nicht nur selten, sondern auch schon lange nicht mehr erlebt. Nach einer bezaubernden, mitreißenden und die Lachmuskeln strapazierenden Lesung aus ihrem Buch „Leise jedoch kann ich nicht“ ehrte Schauspielerin Manon Straché am Samstag die erste Katharina-Botschafterin in der Geschichte von Torgau.

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Torgau (TZ). So viel herzerfrischende geballte Frauenpower hat der Plenarsaal im Schloss Hartenfels nicht nur selten, sondern auch schon lange nicht mehr erlebt. Nach einer bezaubernden, mitreißenden und die Lachmuskeln strapazierenden Lesung aus ihrem Buch „Leise jedoch kann ich nicht“ ehrte Schauspielerin Manon Straché am Samstag die erste Katharina-Botschafterin in der Geschichte von Torgau. Die Wahl der neunköpfigen Jury fiel auf Edith Koch aus Dudenhofen. „Sie ist sehr mit der Tradition von Katharina von Bora verbunden“, erläuterte Pfarrerin Christiane Schmidt im Namen der Jury die Beweggründe für die Entscheidung. Edith Koch widmet sich in ihrem Engagement einer enormen Weite an Bedürftigen, angefangen von Kindern bis hin zu Sterbenden. Sie leistet eine Arbeit, die bisher nicht groß in der Öffentlichkeit stand, ist seit vielen Jahren im Stillen aktiv. Auch das sprach für die Dudenhofenerin als erste Katharina-Botschafterin.

Edith Koch selbst zeigte sich hocherfreut, ja sprachlos. Hatte sie sich doch noch nicht einmal selbst beworben. Das erledigten ihre Mitstreiterinnen der evangelischen Frauenhilfe. „Ich bin sehr bescheiden und eigentlich kein Mensch der großen Worte, sondern eher der Taten. Deshalb hat mich die Wahl auch vollkommen überwältigt“, erklärt Edith Koch und versucht, Tränen der Rührung zurückzuhalten. Die Ehrung sieht sie als Anerkennung für alle ihre Mitstreiter, die sich egal ob im Tante-Emma-Laden, bei der Nachmittagsbetreuung in der Grundschule oder für die Katharina von Bora-Stiftung engagieren. Die Idee der Torgauer, eine solche Auszeichnung überhaupt vorzunehmen, betrachtet Edith Koch als wunderbar. „Das Wirken von Katharina von Bora wird dadurch in ganz Deutschland, auch in den weniger protestantischen Regionen, bekannter gemacht und gewürdigt“, sagt sie. Die Summe von 3000 Euro, mit der der Titel Katharina-Botschafterin dotiert ist, fließt als Zustiftung in die Katharina-von-Bora-Stiftung. Hier kommt das Geld den großen, aber auch den zahlreichen kleinen Projekten der Evangelischen Frauenhilfe Dudenhofen zugute. Der würdevollen Ehrung gingen eineinhalb Stunden voller Erinnerungen voraus. Schauspielerin Manon Straché verstand es, mit ihrer erfrischenden Art, mit ihrer Spontanität und ihrem Witz über ihr Leben in der DDR und der BRD zu erzählen. Während sie aus ihrem Buch las, lauschten die zahlreichen Gäste des Abends zum Teil andächtig, tuschelten aber auch über die eine oder andere Erinnerung, die die Kabarettistin mit ihren Worten offenbar geweckt hatte.

Angekündigt wurde sie durch Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude, die zur Eröffnung des Abends an großartige Frauen der Geschichte erinnerte, wie etwa die, die mit ihren Erfindungen vieles im Leben leichter machten. So haben Frauen zum Beispiel die Streichhölzer erfunden, den Scheibenwischer, aber auch das Fallschirmpaket. Und auch die Kunst des Bierbrauens sei, so Andrea Staude, lange Zeit eine reine Frauendomäne gewesen. Die Oberbürgermeisterin betonte noch einmal, dass es am Samstagabend darum ging, an die Stärke vieler Frauen zu erinnern. „Denn hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“, zitierte Andrea Staude eine bekannte Redewendung und unterstrich, dass das auch bei Martin Luther nicht anders gewesen sei. Er selbst muss das genau gewusst haben, nicht umsonst nannte er seine Frau Katharina von Bora liebevoll „Herr Käthe“, laut Oberbürgermeisterin ein Zeugnis dafür, dass die von Bora zu Hause die sprichwörtlichen Hosen anhatte. Sie war nicht nur Frau und Mutter, sondern auch Managerin eines kleinen Familienunternehmens. „Aber sie engagierte sich auch aktiv für die Gemeinde, sie lebte soziales Engagement vor“, erklärte später auch Pfarrerin Christiane Schmidt. Eben dieses Engagement legen heute alle zehn Bewerberinnen, die für die Ehrung der Katharina Botschafterin in die engere Wahl gekommen sind, mit einem unheimlichen Enthusiasmus an den Tag. Und deshalb, so waren sich alle Anwesenden einig, hätten wohl alle zehn eine Ehrung verdient gehabt. „Die Wahl ist uns wirklich schwergefallen. Verdient hätten es alle“, fasste Pfarrerin Christiane Schmidt gegenüber der Torgauer Zeitung noch einmal zusammen.

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