Freitag, 15. November 2019
Freitag, 25. November 2011

LOKALGESCHEHEN

"Kameradschaft ist die Seele der Feuerwehr"

Ray Richter ist seit 17 Jahren Feuerwehrmann. Morgen stellt er sich zur Wahl des Torgauer Ortswehrleiters. Foto: TZ/Tiedke

von unserem Themen-Redakteur Gerd Tiedke

Torgau (TZ). Morgen um 10 Uhr schreiten die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt zur Wahl: Der Leiter der Torgauer freiwilligen Feuerwehr wird neu gewählt (TZ informierte). Auch Ray Richter (35) wird sich der Wahl stellen. TZ kam mit ihm ins Gespräch.

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Torgau (TZ). Morgen um 10 Uhr schreiten die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt zur Wahl: Der Leiter der Torgauer freiwilligen Feuerwehr wird neu gewählt (TZ informierte). Auch Ray Richter (35) wird sich der Wahl stellen. TZ kam mit ihm ins Gespräch.

TZ: Wie kam bei Ihnen einst der Entschluss zustande, bei der Feuerwehr mitzuwirken?
Ray Richter:
Die Feuerwehr wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Sowohl mein Urgroßvater als auch mein Großvater waren bei der Feuerwehr, mein Vater ist es auch. Ich bin damit groß geworden. Jetzt bin ich bereits seit 17 Jahren dabei und zurzeit Zugführer.

Wie begründen Sie Ihre Entscheidung, für die Wahl zum Wehrleiter zu kandidieren?
Das Wort Wahl setzt voraus, dass man die Möglichkeit hat, sich zu entscheiden. Es gibt in der Feuerwehr immer unterschiedliche Charaktere mit verschiedener Motivation. Man sollte den Kameraden immer eine Alternative bieten. Der jetzige Wehrleiter, Kamerad Reiner Reimann, ist zugleich ja auch Stadtwehrleiter. Es ist günstig, wenn die Ortswehr Torgau von jemandem geleitet wird, der sich auch ausschließlich auf die Ortswehr konzentrieren kann. Eine Ortswehr sollte nicht gleichzeitig vom Stadtwehrleiter geführt werden, hier sollte man die Aufgaben schon trennen.

Was bedeuten Ihnen Kameradschaft und Traditionspflege in der Feuerwehr?
Ohne Kameradschaft kann keine Feuerwehr existieren. Kameradschaft bedeutet, dass man unabhängig von persönlichen Beziehungen bereit ist, füreinander einzustehen. Man muss sich blind auf die Kameraden verlassen können. Kameradschaft ist die Seele der Feuerwehr. Und Traditionspflege hat auch etwas mit Kameradschaft zu tun. Durch die Pflege von Traditionen wird zum Beispiel das Andenken an die ehemaligen Kameraden erhalten. Hinzu kommt, dass eine Feuerwehr immer auch ein beträchtliches Stück Stadt- beziehungsweise Ortsgeschichte ist. Die Entwicklung der Feuerwehr muss späteren Generationen nachvollziehbar bleiben.

Welche Rolle spielen für Sie die Erfahrungen der Kameradinnen und Kameraden, die altersbedingt keinen aktiven Dienst mehr versehen können?
Mittlerweile hat auch die Wirtschaft begriffen, dass die billigste Investition in die Zukunft die Erfahrungen der  älteren Generationen sind. Und die Erfahrung unserer älteren Kameraden ist unerlässlich, sie ist im Einsatzgeschehen von herausragender Bedeutung. Wir haben in unserer Wehr eine sehr aktive Alters- und Ehrenabteilung, die auch sehr viel unternimmt.

Worin sehen Sie gegenwärtige Probleme in der Feuerwehrarbeit allgemein?
In der Nachwuchsgewinnung. In der heutigen Gesellschaft ist es ein großes Problem, Leute für dieses Ehrenamt zu gewinnen. In Torgau haben wir das Glück, über eine gut aufgebaute Jugendfeuerwehr zu verfügen, aus der wir in jedem Jahr Kameraden in den aktiven Dienst übernehmen können. Die Arbeit der Jugendfeuerwehr müssen wir auch weiterhin unterstützen und intensivieren. Ein weiteres Problem ist die zunehmende Technisierung, dadurch steigen die Anforderungen an die Kameraden immer weiter. Das setzt eine fundierte Ausbildung voraus, die im Ehrenamt dem Betreffenden viel Zeit kostet. Das ist für jeden Kameraden eine zusätzliche Belastung. Es muss alles so organisiert werden, damit es am Ende passt.

Welche Ereignisse aus Ihrer bisherigen Dienstzeit werden für immer in Ihrem Gedächtnis bleiben?
Da kann ich kein konkretes Ereignis nennen. Es gab im Laufe der Jahre so viele Einsätze, die sich eingebrannt haben. Aber es waren auch schöne Dinge dabei  – wenn man rechtzeitig gekommen ist und jemanden gerettet hat. Traurig hingegen war und ist es immer wieder, wenn man trotz aller Mühen nicht mehr helfen kann. Aber die schönen Erinnerungen machen das aus, weshalb ich sage: Dafür bin ich in der Feuerwehr!

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