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Dienstag, 18. September 2012
Apnoe-Sportler in Wildschütz verunglückt
von unserem Chefredakteur Sebastian Stöber
Wildschütz
(TZ). Im ehemaligen Steinbruch ist am Sonnabendnachmittag ein Apnoe-Sportler ums Leben gekommen. Das bestätigte die Polizeidirektion Westsachsen auf Nachfrage der TZ. Es werde von einem Unfall ausgegangen, der Verdacht auf eine Straftat läge nicht vor. Der Verunglückte war mit einer Tauchgruppe aus Bayreuth nach Wildschütz gekommen. Wie Volker Buder, der die Tauchschule im Steinbruch betreibt, der TZ sagte, habe es sich um einen sogenannten Apnoe-Sportler gehandelt. Diese Extremsportler tauchen ohne technische Atemhilfe in große Tiefen hinab. An diesem Tag habe der Mann allerdings nur schnorcheln wollen, „um sich die Fische anzugucken“, so Volker Buder. Deshalb sei er auch allein ins Wasser gegangen. Für Taucher ist das sonst ein sehr ungewöhnliches Verhalten. Nach einer Weile konnte Buder den Schnorchler nicht mehr ausmachen und alarmierte die Gruppe, um nach ihm zu suchen. Die habe dann die Wasseroberfläche von einem Boot aus abgesucht und den leblosen Körper in einer Ecke des Steinbruchs gefunden. „Natürlich wurde gleich versucht, ihn zu reanimieren.“ Erfolgslos.
Bei der Kontrolle des Tauchcomputers habe man festgestellt, dass der Verunglückte gut zweieinhalb Minuten in einer Tiefe von 45 Metern zugebracht hatte. „Wenn man aus solch einer Tiefe und nach solch einer Zeit wieder auftaucht, ist es möglich, das Bewusstsein zu verlieren und zu ertrinken“, erläutert der Tauchschulen-Betreiber. Fische jedenfalls gäbe es bei 45 Metern in Wildschütz keine, mit 6 Grad Celsius sei es dort zu kalt. Der erfahrene Tauchlehrer Buder kann sich nicht erklären, warum der Sportler dieses Risiko eingegangen war. Denn in der Regel würden derartige Tauchgänge akribisch abgesichert. „Bei uns trainieren regelmäßig Apnoe-Taucher“, berichtet Buder. Diese würden immer im Team agieren und, auch auf sein Drängen hin, mit einem Boot zur Tauchstelle fahren. Beim Auftauchen sei immer ein weiteres Team-Mitglied im Wasser, um den Apnoe-Taucher in Empfang zu nehmen und im Notfall eingreifen zu können.
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