Dienstag, 11. Dezember 2018

 
Freitag, 1. Februar 2013

LOKALGESCHEHEN

"Wir wissen alle, worum es geht"

Sebastian Krumbiegel Foto: Nilz Böhme

Von unserem Redakteur

Torgau (TZ). Wer den Namen Sebastian Krumbiegel hört, denkt unweigerlich an eine der erfolgreichsten, deutschsprachigen Popgruppen: Die Prinzen. Doch daneben betreibt der Sänger noch ein Solo-Projekt, das er am 23. Februar in Torgau präsentiert. Mit diesem unterstützt Sebastian Krumbiegel die Arbeit der Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“, die sich um Opfer sexuellen Missbrauchs in Heimen kümmert.
Irgendwie hätt‘s ja gepasst: Der Prinz lädt zum Konzerterlebnis ins Schloss.

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Torgau (TZ). Wer den Namen Sebastian Krumbiegel hört, denkt unweigerlich an eine der erfolgreichsten, deutschsprachigen Popgruppen: Die Prinzen. Doch daneben betreibt der Sänger noch ein Solo-Projekt, das er am 23. Februar in Torgau präsentiert. Mit diesem unterstützt Sebastian Krumbiegel die Arbeit der Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“, die sich um Opfer sexuellen Missbrauchs in Heimen kümmert.
Irgendwie hätt‘s ja gepasst: Der Prinz lädt zum Konzerterlebnis ins Schloss. Dass es nun die Aula des Johann-Walter-Gymnasiums sein wird, hat einen einfachen Hintergrund. Wenn das Krumbiegel-Programm schon „Solo am Piano“ heißt, sollte der Meister auch in unmittelbarer Umgebung ein Piano vorfinden können. Somit lag ein Umzug vom Plenarsaal in die Alltagskirche nahe.

Zudem dürfte sich beim Ambiente der Aula deutlich schneller ein Konzert-Gefühl einstellen. Corinna Thalheim von der Selbsthilfegruppe ist jetzt schon auf das Wiedersehen mit dem Sänger gespannt. Thalheim leitet seit dem 5. Oktober 2010 die Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“. Zudem ist sie neuerdings Beauftragte für Betroffene in der Initiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Intensiv hatte sich die 45-Jährige um eine prominente Patenschaft für die Gruppe bemüht. Bei Sebastian Krumbiegel rannte sie im vergangenen Jahr offene Türen ein. Und weil Patenschaft für den Sänger nicht nur eine leere Worthülse ist, suchte man nach Möglichkeiten, wie er der Gruppe auch praktisch unter die Arme greifen kann. Auch hier dauerte es nicht lange, bis der Gedanke an ein Benefizkonzert geboren wurde, bei dem auch der Gospelchor der Schloßkirche zu Wittenberg ein kleines Gastspiel geben wird. Hilfreich dabei war ein Treffen zwischen Krumbiegel und Landrat Michael Czupalla zu Beginn des Jahres (TZ berichtete).

„Dieses Konzert und unsere Öffentlichkeitsarbeit sollen ein Beitrag dazu sein, dass es eine Gruppe von Betroffenen gibt, die sich regelmäßig treffen und eventuell dem einen oder anderen Mut geben, zu uns zu finden“, sagte Thalheim der Heimatzeitung. Und natürlich sprach die TZ auch mit Sebastian Krumbiegel, der in Torgau nicht nur als Prinzen-Sänger die Massen mobilisierte.

TZ: Warum haben sie sich überhaupt dazu entschlossen, Pate der Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“ zu werden?
Sebastian Krumbiegel:
Es ist schon ein paar Jahre her, als ich mit meiner musikalischen Lesung „Ängste und Träume“ in Torgau war. Damals habe ich die Leute vom Verein der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof kennengelernt und mir die Ausstellung angesehen. Das hat mich sehr bewegt und seitdem sind wir im Gespräch, etwas für den Verein beziehungsweise die Selbsthilfegruppe zu tun. Es geht ja nur an zweiter Stelle um Geld – an erster Stelle geht es mir um Öffentlichkeit – darum, dass der ehemalige geschlossene Jugendwerkhof in Erinnerung bleibt. Nur so kann man darauf achtgeben, dass sich so etwas nicht wiederholt.

Was waren ihre ersten Gedanken, als sie von Frau Thalheim angefragt wurden?
Mit Corinna bin ich schon lange in Kontakt. Wir haben uns mehrfach getroffen, viel gemailt und telefoniert. Sie hat mir sehr genau erzählt, was sie damals erlebt hat, als sie selbst in Torgau eingesperrt war. Es muss wirklich die Hölle gewesen sein. Den Opfern von damals ein Podium zu geben, ist wichtig. Deswegen habe ich die Gelegenheit genutzt, in einem Gespräch mit Michael Czupalla um Unterstützung für ein Benefizkonzert zu bitten. Er war sofort angetan von dem Gedanken und hilft uns bei der Aktion wirklich sehr.

Sie sind bekannt dafür, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren... Warum jetzt die Gedenkstätte Jugendwerkhof Torgau beziehungsweise deren Selbsthilfegruppe?
Das eine schließt doch das andere nicht aus. Wenn du Leute kennst, die damals betroffen waren, die dir von seelischer, körperlicher und sexueller Gewalt erzählen, dann bist du sensibilisiert für das Thema. Mich hat am meisten der „Fuchsbau“ geschockt – ein kleines Loch im Keller, in dem du nicht stehen, sitzen oder liegen konntest, in dem du dich irgendwie zusammenkrümmen musstest. Da wurden die Kids zur Strafe eingesperrt. Unvorstellbar brutal. Die Erinnerung an diese Dinge sind wichtig, schon aus Respekt vor den Opfern.

Was erwartet die Besucher des Benefizkonzerts genau? Wird es auch Prinzen-Songs geben?
Ich bin seit Anfang Januar auf Tour und genieße das sehr. Ich singe und spiele meine Lieblingslieder – hauptsächlich die Songs von meinen Soloplatten, aber auch Lieder von Leuten die ich mag. So zum Beispiel von Udo Lindenberg, Die Art, Comedian Harmonists oder Rio Reiser. Prinzen-Songs gibt es nicht. Das fänd‘ ich irgendwie unanständig, mich ohne meine Lieblingsband mit derlei Hits zu schmücken. Ich erzähle viel während der Konzerte. Es sind immer sehr intime, kuschelige Abende.

Spielte die Tatsache, dass es hier um die Selbsthilfegruppe geht, eine besondere Rolle bei der Songauswahl?
Eigentlich nicht. Ich habe schon jede Menge Lieder, die passen. Andererseits geht es mir auch nicht darum, einen traurigen Abend voller schwermütiger Lieder zu gestalten. Wir wissen alle, worum es geht. Darüber werde ich logischerweise auch reden. Aber am Ende geht es darum, die Konzertbesucher zu unterhalten und den Laden zu rocken. Und das geht sogar auch nur mit einem Flügel.

Erstreckt sich die Patenschaft „nur“ auf das Konzert?
Wir werden schon in Kontakt bleiben und weitermachen. Wie gesagt: Wenn du einmal persönlich mit Leuten gesprochen hast, die solche fürchterlichen Sachen erlebt haben, dann lässt dich das nicht mehr los. Dann fühlst du dich irgendwie verantwortlich. Ganz unabhängig davon macht es natürlich auch wirklich Spaß, wenn du merkst, dass das, was du tust, Steine ins Rollen bringt und anderen hilft. Ich freu mich jedenfalls, dass der Verein in Torgau Rückenwind und Öffentlichkeit bekommt.


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