Freitag, 24. November 2017

 
Dienstag, 30. Juni 2009

LOKALGESCHEHEN

Amtsstube mit Herrenhaus getauscht

Reinhard Müller-Schönau liebt die Natur.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Kamitz (TZ). Er war Beamter auf Lebenszeit. Er wusste um die Annehmlichkeiten, die sein Posten bei der Höheren Forstbehörde in Nordrhein-Westfalen mit sich brachte.

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Kamitz (TZ). Er war Beamter auf Lebenszeit. Er wusste um die Annehmlichkeiten, die sein Posten bei der Höheren Forstbehörde in Nordrhein-Westfalen mit sich brachte. Reinhard Müller-Schönau leitete zehn Jahre einen der größten deutschen Privatforstbetriebe und organisierte 14 Jahre lang die Bewirtschaftung der im Treuhand-Besitz befindlichen Wälder zwischen Rügen und Erzgebirge.

Doch er wollte  einen neuen Weg einschlagen. Der heute 58-Jährige tauschte Amtsstube gegen sanierungsbedürftiges Herrenhaus. Seit Anfang der 90er Jahre lebt er nun schon mit Ehefrau Friederike in dem mittlerweile wieder hergerichteten einstigen Familiensitz Gut Kamitz. Von seinen fünf Kindern steht bereits eines auf eigenen beruflichen Beinen, vier studieren noch beziehungsweise gehen zur Schule. Doch langweilig werde es in dem großen Haus nie, lacht Müller-Schönau. „Hier gehen die Gäste ein und aus und zu arbeiten gibt es mehr als genug“, sagt er. Erst in der vergangenen Woche waren 13 Mitglieder des privatwirtschaftlich organisierten Forstbetrieblichen Arbeitskreises (TZ berichtete) Müller-Schönaus Gäste. Und so gehe es ständig.

Der in Bayern geborene und in Bonn aufgewachsene ist studierter Forstwirt. In der Forstbehörde von Nordrhein Westfalen war er Ansprechpartner in Fragen der Privatwaldbetreuung und des Naturschutzes. In Kamitz galt und gilt seine Aufmerksamkeit neben der Sanierung des Elternhauses dem weiteren Aufbau des 1945 enteigneten land- und forstwirtschaftlichen Betriebs.

„Es gab nicht wenige in meinem Bekanntenkreis, die mich damals fragten, ob ich mir genau überlegt habe, was ich da vorhabe“, erinnert sich Müller-Schönau. Doch von all diesen Zweifeln habe er nichts wissen wollen. Ihn zog es in die Heimat, die er allerdings nur vom Hörensagen her kannte. „Ich wurde geboren, nachdem meine Familie in nur einem Tag alles Gewohnte hinter sich lassen musste“, erklärt Reinhard Müller-Schönau. Dennoch habe ihn eine Kraft zurückgetrieben, die auch er sich nicht erklären könne. Kamitz sei einfach Familiengeschichte und Heimat zugleich. „Wir sind unendlich dankbar, von den hiesigen Menschen so vertrauensvoll aufgenommen worden zu sein“, sagt er überzeugend.
Reinhard Müller-Schönau liebt den Wald, das Holz.

Auf einen Holzweg wolle er sich als neu gewählter Arzberger Gemeinderat jedoch nicht begeben. „Ich glaube, dass ich durch meine Erfahrung in Verwaltung und Verbänden einiges mit dazu beitragen kann, dass es mit unserer Gemeinde weiter vorwärts geht.“ Er fühle sich als Ansprechpartner für jedermann. Neben der Jagd hat Müller-Schönau auch ein zweites großes Hobby: Er ist ehrenamtlich im Johanniter-Orden aktiv, hat gar einen Rittertitel. Er gehörte unter an-derem zu jenen, die im vergangenen Jahr das große Treffen der Sächsischen Genossenschaft des Johanniter-Ordens in Torgau mit 300 Teilnehmern organisierte.




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