Samstag, 15. Dezember 2018

 
Dienstag, 5. Juni 2012

KULTUR

Residenzen im ernestinischen Teil des sächsischen Landes

Thomas Lang ging in seinem Vortrag auf die Herausbildung von Residenzen im ernestinischen Teil Sachsens ein.Foto: privat

Von Hannelore und Klaus Budig

Torgau (TZ). Am 16. Mai hielt Herr Thomas Lang (Leucorea Wittenberg /Universität Leipzig) beim Torgauer Geschichtsverein einen Vortrag über die Reiseherrschaft und die Herausbildung von Residenzen im ernestinischen  Teil  Sachsens.

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Torgau (TZ). Am 16. Mai hielt Herr Thomas Lang (Leucorea Wittenberg /Universität Leipzig) beim Torgauer Geschichtsverein einen Vortrag über die Reiseherrschaft und die Herausbildung von Residenzen im ernestinischen  Teil  Sachsens.
Friedrich der Weise, geboren 1463 auf Schloss Hartenfels in Torgau, ließ in den Jahren 1489 bis 1509 in Wittenberg das Schloss ausbauen. 1502 begann der Bau der Schlosskirche, des Stiftes und der Universität. Diese Bauten erfolgten auf Kosten des Kurfürsten.

Gleichzeitig legte er eine der größten Reliquiensammlungen an. Neben den Residenzen Torgau und Wittenberg gab es noch weitere Residenzen, zum Beispiel Lochau (Annaburg),  Schweinitz  und Colditz.  Dafür gab es mehrere Gründe. Das e
Kurfürstentum Sachsen  besaß ein ausgedehntes Territorium (circa 300 bis 350 Kilometer von Coburg bis südlich von Berlin), das die Präsens des Kurfürsten in regelmäßigen Abständen erforderlich machte. Auch lagen wirtschaftliche Notwendigkeiten vor, denn der Hofstaat des Kurfürsten mit circa 500 Personen und vielen Pferden musste versorgt werden. Die Kosten wurden zu 70 Prozent vom Staat getragen. So verfügte der Landtag bestimmte Zeiten, in denen das Hoflager in den einzelnen Residenzen verweilen sollte  (zum Beispiel Torgau 1 Jahr, Schweinitz ½ Jahr und so weiter).

Die einzelnen Residenzsitze wurden zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Schweinitz, Colditz und Lochau (Annaburg) waren beim Kurfürsten sehr beliebt, da  hier viele Jagden abgehalten werden  konnten, daher weilte er mit seinem Hoflager häufig dort. Schloss Hartenfels in Torgau diente der Verwaltung. Es war das politische Zentrum. Hier wurden neben der Stadt Leipzig Landtage abgehalten, Turniere 1538, 1539 und 1540 durchgeführt sowie Hochzeiten gefeiert. 1503 und 1513 wurden 2 Hochzeiten ausgerichtet. Dabei mussten 11 000 Gäste und 6000 Pferde versorgt werden. Für Torgau und seine nähere Umgebung dürfte dies zu außergewöhnlichen Belastungen geführt  haben.

Die Residenz in Wittenberg  sah den Kurfürsten sehr selten. Hier befand sich das geistige Zentrum. Glanzvolle  Festen wurden–außer einem großen Turnier  1508 so weit belegbar–nicht gefeiert.
Als Quellen für die Aufenthalte des Kurfürsten und seines Hoflagers dienen  Urkundenausfertigungen, Briefeditionen,  Amtrechnungen, Lager- und Küchenbücher.

Die Forschungsgruppe, der  Thomas Lang angehört, versucht nun anhand der schriftlichen  Aufzeichnungen die  Aufenthalte des Kurfürsten zu verfolgen. Man kann allerdings nicht immer genau nachvollziehen, ob der Kurfürst persönlich  auch anwesend war.
Für das Jahr 1517 gibt es weitreichende Belege über die Aufenthaltsorte Friedrich des Weisen. Allerdings fehlen Schriftstücke, die aussagen, wo sich der Kurfürst um den 31.Oktober 1517, dem Reformationstag, befand. In Wittenberg war er vermutlich nicht.  Untersucht wurde auch das Jahr 1501/1502. In diesem Jahr legte der Kurfürst mit seinem Gefolge bei den Besuchen der einzelnen Residenzorte eine Wegstrecke von etwa 3300 bis 3500 Kilometer zurück. Neben dieser körperlichen Anstrengung bedeutete die „ Reiseherrschaft“ auch eine immense logistische Leistung.  Da die Forschung  noch nicht abgeschlossen ist, warten wir gespannt auf die nächsten Ergebnisse.


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