Dienstag, 22. Januar 2019

 
Samstag, 28. September 2013

LOKALGESCHEHEN

Was macht eigentlich Prof. Dr. Gerhard Glaser?

Prof. Dr. Gerhard Glaser.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Großsedlitz (TZ). Der Vorschlag von Dr. Frank Henjes überraschte: Der SPD-Fraktionschef im Torgauer Stadtrat hat die Diskussion um einen weiteren Ehrenbürger der Großen Kreisstadt neu entfacht.

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Großsedlitz (TZ). Der Vorschlag von Dr. Frank Henjes überraschte: Der SPD-Fraktionschef im Torgauer Stadtrat hat die Diskussion um einen weiteren Ehrenbürger der Großen Kreisstadt neu entfacht. Henjes warf den Namen Egon Bahr in den Ring. Dieser habe große Verdienste in der Annäherung von Ost und West, argumentierte Henjes. Auch wenn ihm dabei nicht sofort Kritik auf breiter Front entgegenblies und man die politischen Verdienste Bahrs auch nicht in Abrede stellen wollte – nicht überall stieß Henjes mit seiner Idee auf Gegenliebe. Vor allem die Frage, was habe Bahr denn schon für Torgau getan, wurde diesbezüglich mehrfach aufgeworfen.
Einer, der sich mit der Thematik Ehrenbürger bestens auskennt, ist kein Geringerer als Prof. Dr. Gerhard Glaser. Der Heidenauer wurde am 12. November 2008 selbst zum Torgauer Ehrenbürger ernannt.

Es war eine Reaktion auf Glasers außerordentlicher Verdienste bezüglich der Erhaltung und Pflege der historisch gewachsenen städtebaulich wertvollen Substanz der Stadt Torgau in vier Jahrzehnten denkmalpflegerischer Tätigkeit. Der einstige sächsische Landeskonservator prägte unter anderem die Feststellung, dass die Stadt in ihrer baulichen Geschlossenheit die besterhaltene Renaissancestadt Deutschlands ist. Beim Thema Egon Bahr hält sich Glaser allerdings bedeckt. „Das müssen andere entscheiden“, sagte der 76-Jährige. Allerdings wäge Henjes Argument schwer, wonach Bahr aufgrund seiner Torgauer Schulzeit hier sein Rüstzeug für seine spätere politische Laufbahn erworben habe. Gespannt sei er daher, wie sich der Stadtrat zu jener Frage positionieren werde.
Glaser weilte erst jüngst wieder in Torgau. Gemeinsam mit Mitgliedern seiner einstigen Seminargruppe aus Zeiten des Dresdener Architekturstudiums (1955–1961) traf man sich im Hofe des städtischen Museums. Im Zuge der Einweihung einer Werbetafel für die Lutherstadt Wittenberg  am Elbradweg kam man dort in lockerer Atmosphäre unter anderem mit dem Sänger, Moderator und gelernten Betonbauer Gunther Emmerlich ins Gespräch.

Beton? Zu diesem Werkstoff – man mag es kaum glauben – hat Denkmalschützer Glaser ein recht entspanntes, wenn nicht gar inniges  Verhältnis. Als Mitglied des Stiftungsrats der Bürgerstiftung Dresden ist Glaser sozusagen Bauherr für die in der Entstehung befindliche Gedenkstätte Sophienkirche. Jene Kirche gehörte einst zu den bedeutendsten Klosterkirchen in Mitteldeutschland. Sie war gleichzeitig die älteste Kirche Dresdens und galt nach dem Zweiten Weltkrieg als besterhaltene Kirchenruine in der Elbmetropole. Allerdings folgte 1963 auf Geheiß Walter Ulbrichts der Abbruch des Bauwerks – trotz enormer Proteste aus allen Bevölkerungsschichten. Im Jahre 1994 wurde schließlich ein Wettbewerb für eine künftige Gedenkstätte ausgelobt. Nunmehr wird der einstige Baukörper der Busmannkapelle unter dem wachsamen Auge Glasers als Abstraktion in Beton errichtet. Die Busmannkapelle ist von Norden her offen, um das Fehlen der Kirche zu verdeutlichen. Geschützt in einem gläsernen Kubus finden originale Ruinenteile und Bildwerke hier ihren Platz – eingebettet in hochvergütetem Beton.

Doch auch zu Hause hat Gerhard Glaser alle Hände voll zu tun: Sein denkmalgeschütztes Haus – ein sorgsam saniertes ehemaliges Gutsverwalterhaus am Barockgarten Großsedlitz – bedarf ständiger Pflege. Selbst Glasers drei Kinder (zwei Söhne und eine Tochter) wohnen im nur 17 Kilometer entfernten Dresden mittlerweile in denkmalgeschützten Häusern. Arbeit gibt es hier zuhauf. Und wenn doch mal „Feierabend“ ist, warten sieben Enkel auf Glaser, der bis zum vergangenen Jahr beruflich noch als freier Architekt unterwegs war.
Infos zur Gedenkstätte Sophienkirche im Internet unter www.busmannkapelle.de

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